Mit dem Kauf des L520 bin ich von einem MBP mit OSX auf Windows 7 umgestiegen. Ich möchte hier jetzt im Grunde nicht auf das Betriebssystem im Detail eingehen, sondern hier die Erfahrungen beschreiben, die ich im Zusammenhang mit der Nutzung des Gerätes gemacht habe.
Ich habe das Notebook primär an der Universität zur Erstellung von Präsentationen, Statistiken und kleinen Audio/Video-Files verwendet. Es wurde weder zum Spielen noch als Notebook zum Abspielen von Musik/Filmen genutzt. Auch wenn hin und wieder natürlich eines abgespielt wurde.
Positiv ist zunächst, zumindest das schlichte Design des Gehäuses. Zudem ist die Tastatur zwar etwas 'lauter', aber dennoch angenehm (auch bei längeren Arbeiten). Das Gerät wirkt solide und zerkratzt nicht so schnell.
Die Liste der negativen Eindrücke ist hingegen etwas länger:
1. Bereits nach einigen Wochen konnte man die Lautstärke- und Mute-Tasten am linkeren Rand nur mit Mühe betätigen, da die Mute Taste fast komplett im Gehäuse versunken ist.
2. Beim Starten von Videos oder Abspielen von Audiodateien, kam es zunächst sporadisch, später immer häufiger vor, dass kein Ton zu hören war. In diesem Fall musste man die Dateien neustarten, oder Webseiten neuladen.
Zunächst war ich verwirrt, ob dies nicht mit der Software zusammenhängt. Da es allerdings bei verschiedenen Media-Playern und auch nicht nur unter Win, sondern auch unter Ubuntu aufgetreten ist, liegt es wohl nicht an der Software/Betriebssystem.
3. Beim Arbeiten kam es häufig vor, dass man das Touchpad oder Trackpoint nicht verwenden konnte, als wäre der Mauszeiger eingefroren, bzw. verschwunden. Man musste einige Sekunden warten, dann konnte man das Trackpoint bzw. das Touchpad wieder benutzen. Sporadisch hat nur ein Neustart geholfen, um Touchpad oder Trackpoint nutzen zu können.
4. Das Gerät war auch ohne dass man nennenswerte Anwendungen und Programme laufen hätte, deutlich laut. Bei Anwendungen, die das Notebook etwas 'gefordert' haben, wurde es sogar sehr laut.
5. Das Display wirkte sehr blaß. Man hatte stets den Eindruck auf einen ausgebleichten Bildschirm zu blicken. Eine Änderung der Einstellungen führte zu keiner Besserung.
6. Es war, als wäre dass das Thinkpad beim anwenden mehrerer Programme/Tools (2 oder 3) überfordert. In regelmäßigen Abständen kam es zu kurzen Hängern. Dabei wurde keine großen Anwendungen (z. B. Word/eclipse + VLC + SPSS) gestartet, die den Prozessor voll auslasten. Ein Blick in den Task Manager warf da nur die Frage auf, was ist mit dem Ding los?
7. Das Öffnen des DVD Laufwerks hat hin und wieder erst nach wiederholtem Betätigen des Buttons funktioniert. Man musste ordentlich Druck ausüben, damit das Laufwerk aufsprang
8. Ich habe bereits erwähnt, dass das Schreiben mit der Tastatur angenehm war. Dies stimmt für die Haptik. Hin und wieder musste man allerdings auch hier eine Taste 2. mal/mehrfach drücken, als würde man die Taste in das Notebook quetschen, weil
sich einfach nichts getan hat.
9. Die Anordnung der USB Slots ist ungünstig.
Fazit: Bedenkt man die frühere Reputation der Thinkpads - vor allem die alten IBM Geräte - sind es top Geräte, mit den man gut arbeiten konnte (programmieren, Auswertungen, Statistiken,...).
Jetzt hat man das Gefühl, das Thinkpad sei höchstens ein übergroßes Netbook, dass sich im Grunde für kleine Anwendungen wie surfen, Mails schreiben eignet. Für alles andere ist es aber nur bedingt geeignet. Verünftiges Arbeiten war damit schlicht nicht möglich.
Man erhält schon für weitaus weniger ein sehr gutes Notebook, das diesem bei weitem überlegen ist.