Der Lenovo B560 wurde für eine Geschäftsreise gekauft und hat mich positiv durch Verarbeitung und in der Artikelbeschreibung nicht erwähnte Eigenschaften überrascht.
Zuerst einmal das Unwichtigste: der Verzicht auf diese widerliche Fettfingersammelfläche namens "Klavierlackoptik".
Das Gerät faßt sich angenehm an, die Tastatur ist angenehm groß mit guten Druckpunkten und übersichtlicher Beschriftung der Sonderfunktionen.
3 USB Slots reichen vollkommen aus, dazu E-SATA, Ethernet (RJ45), Kopfhörer und Mikrofonanschluß sowie D-SUB VGA-Buchse.
Der Energiesparmodus kann die Akkulaufzeit bei Officeanwendungen nahezu verdoppeln, wenn man ihn sinnvoll einstellt, auch hier ein gut durchdachtes Konzept.
Negativ weil nervend sind vor Allem das ungefragte Installieren von Updates samt Neustart mitten in der Anwendung von Windows 7 aufgefallen sowie das absolut penetrante McAfee Antivirenpaket, das in der Grundeinstellung eigenmächtig zu Kopierende Dateien löscht oder blockiert und die Systemleistung beim Anstecken größerer Datenträger gewaltig ausbremst.
Beide Probleme lassen sich aber einfach lösen, im Fall McAfee am Besten durch Deinstallieren.
Ein kleines Manko ist auch die immer wieder auftretende Meldung wenn Stecker eingesteckt oder entfernt wurden und wenn man nicht die Hardwareauflösung des Notebookbildschirms verwendet. Typisches Beispiel für dumme Meldungen, aber an sich vernachlässigbar.
Die Fingerabdruckerkennung läuft gut, leider kann diese Sicherheitssoftware den Fingerabdruck nicht dazu verwenden, USB-Datenträger freizugeben wenn man diese auf Paßwortabfrage setzt.
Hier muß noch manuell eingetippt werden.
Die eingebaute Webcam liefert ein schnelles und scharfes Bild, das eingebaute Mikrofon ist für z.B. Skype gut geeignet, aber wie immer bei Notebooks sollte man bauartbedingt (Das Mikrofon ist nah unter der Tastatur eingebaut) darauf verzichten, während der Mikrofonbenutzung Texte einzutippen.
Funktechnisch gibt es einen Schiebeschalter, der die WLAN-Funktion sicher unterbindet und sogar einen Steckplatz für eine SIM-Karte. Beides läuft problemlos und bindet sich schnell ins System ein, wenn man die entsprechende Verbindung aktiviert.
Bei Anschluß einer USB-Maus kann man per Tastenkombination das eingebaute Touchpad deaktivieren, was speziell bei längerer Arbeit mit der Tastatur sehr vorteilhaft ist.
Bildschirmhelligekit und Lautstärke lassen sich ebenfalls über Tastenkombination beeinflussen, nach einer Einarbeitungsphase geht auch das schnell und sicher von der Hand und alle Sonderfunktionen sind klar und deutlich auf den Tasten aufgedruckt.
Spiele wurden von Uralt (Dune 2000) bis halbwegs neu getestet. Macrovision Kopierschutzsoftware (z.B. Sudeki) läuft schlecht bis garnicht, der Kompatibilitätsmodus hilft leider kaum bei wirklich alten Spielen weiter. Hier vermute ich aber eher die unausgereiften Kopierschutzmechanismen als Ursache aller Probleme. Auch hat die Intel HD Grafik arge Probleme bei manchen Spielen, die explizit Nvidia oder ATI Chipsätze verlangen (Dark Messiah ist so ein Fall der sich völlig querstellt).
Openoffice 3.2 läuft hingegen stabil und schnell, sämtliche Teilprogramme verursachen keinerlei Probleme. GIMP läuft ebenso problemlos und Videobearbeitung mit Virtualdub sowie Cyberlink geht flott und zuverlässig.
Die Tonwiedergabe ist am Besten auf Holztischen zu genießen, da die Lautsprecheröffnungen nach unten gehen.
Alles in Allem ein gutes Arbeitsgerät, das auch bei nicht ganz so aktuellen Spielen flott läuft, wenn es auch mit manchem Kopierschutz bzw. Zwangsvorgabe des Grafikchipsatzes nicht klarkommt. Einfach im Umgang, schnell hoch- und runtergefahren mit leichter Nerverei durch den Virenschutz (den man meiner Ansicht nach sofort durch ein weniger eigenmächtiges Programm ersetzen sollte) und die Windows-typischen Grundeinstellungen (die man aber eigentlich auch als Win7 Neuling schnell anpassen kann).
Wenn eine angesteckte USB-Maus plötzlich versagt liegt es übrigens an den Energieeinstellungen, die man genau wie die Updateeinstellungen recht bald überarbeiten sollte.
Von der Hardware her gibt es jedenfalls nichts zu meckern, alle kleineren Problemchen die ich mit dem Gerät hatte waren samt und sonders Software- und Einstellungssache. Die mitgelieferten Treiber und Softwarepakete funktionieren jedenfalls tadellos.
Ein echter auspacken, einschalten, ein wenig anpassen und loslegen Rechner, wobei man auf das Anpassen auch eine ganze Weile lang verzichten kann, wenn einen gewisse Eigenheiten nicht stören.