Ich möchte mich kurz fassen und werde aus diesem Grund auch nur Aspekte behandeln, welche mir besonders aufgefallen sind.
Kaufgrund: Ich suchte einen Begleiter für den Studentenalltag, 10 Zoll waren zu klein, das Sony Vaio zu teuer, so kam ich auf Lenovo, die Entscheidung zur sonstigen Konkurrenz war eine Bauchgefühlssache.
Zum Gehäuse:
- hochwertige Materialien (die Rillen bei der Handauflage fassen sich äußerst angenehm an, nur der eigentlich "nette" Klavierlack um den Bildschirm erweist sich als etwas kratzempfindlich, jedoch nicht auffallend
- gute Verarbeitung (geringe, gleichmäßige Spaltmaße)
- das Muster auf der Außenseite des Deckels lockert das Ideapad etwas auf, Farbe irgendetwas zwischen Braun und Lila
- Bildschirm ist weit genug klappbar
Bedienung:
- Anschlüsse auf linker und rechter Seite, der HDMI-Anschluss gibt Bild und Ton weiter
- Tastatur mit hartem Anschlag, Tasten ausreichend groß, Tasten wie Enter und Shift verkleinert, deutlicher Druckpunkt, alle mit konkaver Wölbung und Abstand zu einander, ermöglichen sehr sicheres und schnelles Tippen, F12 Taste eingespart und als 2nd auf die F11 gelegt,
- Touchpad so bemessen, dass man seine Hände noch zu beiden Seiten auflegen kann, ohne den Mauszeiger zu bewegen.
- Maustasten mit deutlich spürbarem Druckpunkt
- Bluetooth funktioniert problemlos, mit Myphone Explorer sehr angenehm zum Synchronisieren mit dem Smartphone
- Webcam für flüssige Darstellung wie üblich zu langsam
- hintere Standfüße befinden sich am Akku, beim Rausnehmen dessen etwas ungünstig für die Position des Ideapad
Display:
- 16:9 Format, hohe Auflösung (HD), feines Bild mit guten Farben bei voller Helligkeit,
- jedoch glänzend, stört bei direkter Sonneneinstrahlung, Andererseits: Man sollte dieses Notebook nicht in die Sonne stellen, da weder das Kühlsystem noch die Materialen dafür ausgelegt sind und so stark sind die Reflexionen nun auch wieder nicht, als dass man sich nicht daran gewöhnen könnte. Alternative ist hier das Lenovo X121e, welches zwar eine kleinere Festplatte besitzt (320GB), aber ein mattes Display. Dieses kostet jedoch mehr und das Design ist sehr sachlich. Doch ansonsten gilt: Wer sich nicht dran gewöhnen kann, sollte dieses Notebook meiden. Denn dann ist tatsächlich kein produktives und entspanntes Arbeiten mehr möglich.
- stark Blickwinkel abhängig > bei mehreren Personen vor einem Gerät wird es schwierig.
Leistung:
- genug Leistung für den Alltag, ZDF Mediathek kein Problem, Youtube jedoch nur bis 720P flüssig, da dort die Hardwarebeschleunigung deaktiviert wurde, Nachtrag: Inzwischen ist auch das kein Problem mehr
-Spiele: Battlefield 2 auf nativer Auflösung niedrig bis mittel flüssig, Sacred 2 auf nativer Auflösung bei niedrig flüssig, Anno 1701 bei nativer Auflösung in mittleren Einstellungen flüssig
Akkulaufzeit:
- Knackpunkt, hält jedoch seine 5 Stunden durch, fährt jedoch aus dem Standby so schnell wieder hoch, dass man die Funktion gerne nutzt, was die Akkulaufzeit ungemein verlängert, es reicht also für einen Tag in der Bibliothek, Grund ist der relativ schwache Akku (48Wh, Samsung N220 Marvel 65Wh)
Sound:
- Lautsprecher könnten schlimmer sein, besser als bei den 10 Zoll Netbooks, angeschlossene Kopfhörer klingen jedoch gut
Betriebsgeräusch:
- leise, rauscht bei Last, jedoch nicht störend, im Idle ist es still, Atom-Konkurrenz ist aber leiser
Transport:
- Abmessungen etwas geringer als die einer DIN A4 Seite, passt somit gut in die Tasche bzw. Rucksack
- Gewicht 1,4 Kg, stört nicht wirklich
- Das Netzteil ist klein und leicht
Gesamturteil:
Angenehmer Begleiter mit genug Leistung für alles, wo ein Netbbok mit Atom-Prozessor kapitulieren muss.
Nachteile sind das Glare-Display (s.o) und die etwas geringe Akkulaufzeit.
Andererseits muss sich jedoch die Frage stellen, ob man sich ein 10Zoll Atom Netbook kauft, um dieses dann aufgrund der langen Wartezeiten und dem ganzen Rumgescrolle mit vollem Akku aus dem geschlossenen Fenster zu werfen oder ob man sich ein 11,6 Zoll AMD kauft, welches wirklich mit dem Alltag klarkommt und keine Aggressionen beim Besitzer auslöst. Zwar reicht der Akku nur knapp, aber wenigstens lebt man nicht mit der Sorge, dass die Power Point kurzerhand das Netbook lahmlegt und man sich nebenbei den größten Reinfall seit Waterloo einhandelt.