Gleich vorneweg: Das Gerät ist wirklich sein Geld wert, das Preis-/Leistungs-Verhältnis ist voll in Ordnung, auch wenn kleine Wünsche offen bleiben. Ich habe mir das Gerät gekauft, weil ich es satt hatte, eine große Kiste mit jeder Menge Kabelsalat unter dem Tisch stehen zu haben, und weil ich andererseits mit Notebooks nicht wirklich gut arbeiten kann. All-in-one-PCs liegen irgendwo mitten drin - sie sind kompakt, und doch bereits "richtige" PCs, an denen man gerne längere Zeit zu Hause arbeitet.
Die Auswahlkriterien, die mich zum Lenovo A600 geführt haben, waren einerseits seine Ausstattungsmerkmale (1TB Hard Disk, 4GB RAM), andererseits der recht attraktive Preis. Das Gerät hat mich auch nicht enttäuscht. Es ist schnell aufgestellt und konfiguriert, und innerhalb von kurzer Zeit ist man wieder "voll im Leben", incl. Internet. Das Gerät verfügt über 6 USB-Ports, leider allesamt nur in der Version 2.0, so dass z.B. schnelle USB 3.0 Festplatten leider mit angezogener Handbremse fahren. Zwei USB Buchsen sind an der linken Gehäuseseite angebracht, wo auch ein SD-Kartenleser, ein IEEE 1394 Firewire Anschluss und die beiden Audio-Klinkenbuchsen (Mikrofon und Kopfhörer) zu finden sind. Vier weitere USB 2.0 Anschlüsse gibt es an der Hinterseite des Geräts gleich neben der LAN-Buchse und dem Antennenanschluss für den integrierten Hybrid-TV-Tuner. Rechts ist noch ein Schlitz für CDs und DVDs - und das war's auch schon.
Hier offenbart sich auch schon einer der Hauptnachteile der All-in-one-PCs: Wem die Grundausstattung nicht ausreicht, der ist schlecht bedient. Erweiterungsmöglichkeiten sind so gut wie nicht existent. Lediglich die Anzahl der USB-Ports lässt sich mit Hilfe eines externen Hubs erhöhen - und den wird man sehr schnell brauchen. Beispielsweise macht das Arbeiten mit der mitgelieferten drahtlosen Tastatur nicht viel Spaß, da sie nicht viel mehr als eine gewöhnliche Notebook-Tastatur bringt. Damit ist schon mal ein USB-Anschluss mit einer "richtigen" Tastatur belegt. Eine externe USB-Festplatte für's Backup - noch ein Anschluss weg, oder gar derer zwei, wenn die Platte ihre Betriebsspannung über einen separaten Stecker ziehen mag. Ein Drucker, ein Scanner, in meinem Fall auch noch ein Trackball - und schon sind alle Buchsen belegt. Man stößt schnell an die Grenzen eines solchen Geräts!
Andererseits bekommt man aber einen sehr platzsparenden PC mit riesigem 16:9 Bildschirm, der kaum hörbar vor sich hin läuft. Der Bildschirm wäre noch schöner, wenn er nicht so extrem spiegeln würde - die Aufstellung muss also sorgfältig in Abhängigkeit von Fenstern und Lampen gewählt werden. Das Display hat eine gute Farbwiedergabe und ist relativ unempfindlich bezüglich des Betrachtungswinkels. Bewegt man sich horizontal, sind die Farben nahezu konstant, erst bei extrem schrägem Einblick wird das Bild insgesamt dunkler. Bewegt man sich von unten nach oben, werden die Farben etwas heller, wie dies bei vielen Displays der Fall ist, allerdings in erträglichem Maße. Das CD/DVD-Laufwerk macht einen positiven Eindruck - das Rippen von Audio-CDs geht erheblich schneller als auf meinem früheren PC. Als Audio-Komponente kommt wieder einmal Realtek-Hardware zum Einsatz - nicht spektakulär, aber sie erfüllt ihren Zweck.
Das vorinstallierte "Windows 7 Home Premium 64-Bit" ist schnell konfiguriert, eine Treiber-CD liegt bei, sollte es einmal notewendig sein, das Betriebssystem neu zu installieren. Als Antivieren-Software ist McAfee vorinstallert, den man natürlich gegen Bezahlung aktualisieren muss, wenn man ihn langfristig behalten will. Wie so oft, zeigte sich McAfee bei mir nicht von seiner besten Seite. Nach der ersten Aktualisierung liess sich der Security Center nicht mehr öffnen. Sehr ärgerlich, denn man weiss nun nicht mehr so genau, ob der McAfee überhaupt noch richtig funktioniert. In so einem Fall fackle ich nicht lange - PC vom LAN trennen, McAfee deinstallieren, und ESET NOD32 drauf. Ging ohne Probleme, und fortan war alles bestens in Ordnung.
Soweit meine ersten Eindrücke. Bisher macht die Arbeit mit dem Gerät großen Spaß. Der Bildschirm ist wirklich fein und z.B. für Fotobearbeitung bestens geeignet. Das große und relativ breite 16:9 Bild im Format 1920x1080 kommt vielen Anwendungen sehr entgegen - wo man zuvor Mühe hatte, alle Bedienungselemente bei einer vernünftigen Schriftgröße auf der verfügbaren Fläche unterzubringen, kann man nun recht großzügig bei der Konfiguration vorgehen. Das Gerät arbeitet dank 4GB Speicher schnell und lässt einen verhältnismäßig selten die Sanduhr betrachten.
In Anbetracht des vergleichsweise niedrigen Preises bekommt man hier wirklich viel für's Geld.