Zunächst vorweg:
Ich hatte bisher einen größeren und vor allem schnelleren Server mit Linux im einsatz, welcher für mehr gedacht, letztendlich trotzdem nur als Fileserver genutzt wurde. Im privaten Einsatz wurde mir inzwischen jedoch der Verwaltungsaufwandt einer solchen Lösung zu hoch. Deswegen habe ich mich nach einer geeigneten geschlossenen Lösung umgesehen und mir die Entscheidung dabei nich all zu einfach gemacht. Als IT'ler stelle ich relativ hohe Anforderungen an meine Hardware. Dabei ist es mir nicht so wichtig auf welchem System sie basiert.
Meine Vorraussetzungen/Wünsche:
- Dateifreigabe in einem Windows-Netz
- Medienfreigabe für XBOX / DLNA Fernsehgerät
- Backup auf interne Festplatten (Externe Medien sind vielleicht sicherer, aber mir geht es dabei um die Absicherung gegen zerstörung von Daten durch Viren / die eigene Dummheit)
- Einfache Verwaltung und Erweiterbarkeit
- Einfacher Zugriff auf gespeicherte Daten bei Defekt des Gerätes
Ich habe mir mehrere Geräte angesehen, viele Handbücher im voraus gelesen und letztendes das IdeaCentre D400 sowie das Netgear ReadyNAS Duo bestellt. Letzteres ging ziemlich schnell wieder zurück. Nicht wegen der Leistung des Gerätes, sondern deswegen, weil es eine Blockgröße im Dateisystem nutzt die nicht ohne weiteres auf der gewöhnlichen x86-Architektur gelesen werden kann - ich also im Extremfall nur mit entsprechend Aufwand an meine Daten komme wenn sich das Gerät verabschiedet.
Das IdeaCentre ist das Gerät meiner Wahl. Meine Wünsche an das System werden am nächsten getroffen. Es bietet nicht soviele Funktionen wie der Großteil anderer, auf Linux/Unix basierender NAS Systeme, integriert sich aber (oh wunder) sehr gut in ein Windows-Netz und lässt sich einfach Verwalten. Die Erweiterbarkeit ist durch Addins gegeben und wer sich mit Windows auskennt, kann auch ausserhalb der Home Server Console via Remote Desktop direkt das System administrieren und damit FTP-Server, Web-Server, etc. einrichten oder eigene Software installieren. Die eingebaute Backup-Lösung kommt leider nicht ganz an meine Wünsche heran. Ich muss jedoch gestehen, dass ich von der vorigen Linux-variante in dem Bezug mit Raid und Daily-Backups sehr verwöhnt gewesen bin - aber auch das würde sich mit entsprechenden Eingriffen in das System einrichten lassen.
Zu meinem Vor-Rezensent möchte ich sagen, dass er das System allein aufgrund einer Software von Lenovo beurteilt (die wirklich in den Kinderschuhen zu stecken scheint), welche für das System ansich aber keine größere Rolle spielt. Die Software überwacht die Systemresourcen und schickt bei dauerhafter Überschreitung einstellbarer Schwellen eine Warn-Mail. Beim eintreten in den Stand-By Modus sowie beim Aufwachen braucht das System etwas mehr Resourcen. Für den Dienst der diese überwacht ist aber viel Zeit vergangen wenn er die Uhrzeiten vor und nach dem Stand-By vergleicht. Ich würde behaupten, dass Lenovo dort noch ein Update nachliefern wird. Auch das das System Performanceschwankungen hat kann ich so nicht bestätigen. Die Leistungsanzeige der Lenovo Software zeigt in der Home Server Console wirklich eine recht aktive CPU-Last an. Jedoch nur wenn man sich die Leistungsanzeige ansieht. Ohne diese Anzeige, sondern im Task Mansger von Windows, ist alles ruhig. Zudem muss man sehen, dass allein die RemoteDesktop-Verbindung minimale Resourcen der CPU verbraucht. Die Hardware dürfte der des Acer EasyStore entsprechen, bis auf den fehlenden Gig-Arbeitsspeicher - und welche elektronischen Artikel kommen heute nicht aus Taiwan, China, etc. :-)
Bis auf wenige Kleinigkeiten bin ich sehr zufrieden mit dieser Lösung und würde sie auch jederzeit weiter empfehlen.
Meinen Strom hungrigen Server werde ich damit in naher Zukunft ausmustern!