Der Lenovo Q150 ist ein interessantes Gerät. Er vereint die größtmögliche Leistung und Flexibilität auf kleinstmöglichem Raum, und ist dabei noch vergleichsweise günstig. Und da liegt auch sein Manko: Er ist wie geschaffen dafür, als Mediacenter her zuhalten, nur aufgrund seiner Kompaktheit ist die Kühlung eine echte Herausforderung.
Ich habe ich im Vorraus genau über ihn informiert, aber immer wieder hörte ich : ja, aber.... zu laut.
Dennoch habe ich für ihn entschieden. und ich muss dem zustimmen. Ab Werk kann er einem beim Musik hören ein wenig nerven, insbesondere wenn man wie ich auch mal leise hört. Da ich nach der ersten Funktionprüfung sowieso auf die Garantie verzichten wollte, um mir das näher anzusehen, wiegt das nicht so schwer. Sobald die Musik Zimmerlautstärke hat, ist seine Geräuschkulisse kaum mehr wahrnehmbar.
Die Kühlung an sich ist in Anbetracht der Größe hervorragend gelöst. Die Frischluft wird unten angesaugt, zieht über Festplatte und Arbeitsspeicher, bevor sie vom Lüfter angesaugt und über eine Heatpipe-Konstruktion mit der restlichen Wärme aus dieser oben aus dem Gehäuse ausgeblasen wird, wobei man sich zusätzlich dem Kamineffekt zunutze macht, wenn er nicht gerade flach auf ebener Fläche liegt. Und ein Problem dabei scheint in der Tat die Festplatte zu sein. In meinem Modell war eine WD Scorpio Blue verbaut, und man will es nicht für möglich halten was diese Notebookfestplatten an Abwärme erzeugen. Somit muss der Lüfter ständig die bereits von der Festplatte erwärmte Luft ansaugen, um damit den Prozessor und den ION zu kühlen. Dies hat meine Vermutung bestätigt, also wurde kurzerhand eine Kingston SSDNow V Boot Drive mit 30 GB verbaut, welche einerseits die Hitzeentwicklung innerhalb des Systems reduziert und angenehmerweise die Bootzeit drastisch verkürzt (Xubuntu bootet mit automatischer Anmeldung bis zum fertiggeladenen XBMC Media Center in 16sec).
Beim Kauf dachte ich noch daran, die Kühlung von Atom und Ion zusätzlich durch einen modifizierten VGA-Kühler (Thermalright HR-11) zu ersetzen, um der Lautstärke Herr zu werden, aber diese Pläne liegen nach dem SSD-Umbau auf Eis. Mal sehen, wie sich das System im Sommer schlägt, jedenfalls bin ich jetzt mit der Lautstärke zufrieden, da ich das System nur noch wahrnehme, wenn es wirklich still im Zimmer ist.
Zusammenfassend:
Das Lenovo Q150 ist hervorragend verarbeitet, leistungsstark, kompakt und preiswert. Es kann mit entsprechender Software nur schwer an Grenzen gebracht werden. Zumindest meine üblichen verdächtigen, die über Softwaredecoder selbst Quadcores Schwierigkeiten bereitet haben, hat der kleine mit Unterstützung der VDPAU-libaries und des ION-Chipsatzes mit Bravur auf die Mattscheibe gezaubert. Erst bei Material mit 60Fps und 1080p macht sich seine Leistungsgrenze bemerkbar. Ich bin Vollkommen zufrieden.
Pro:
-Kompakt
-Preiswert
-Schick (manche Leute legen darauf wert...)
-Anschlussvielfalt
-Audio- und Videoqualität (Digital) hervorragend
-Mit entsprechender Software machen hochaufgelöste Videos richtig Spaß, und für Upscaling, Interlacing und bildverbessernde Maßnahmen von MPEG2 ist immer genug Leistung vorhanden.
Kontra:
-Für empfindliche Gemüter zu laut. ich hätte mir gewünscht, das Lenovo von Haus aus eine SSD-Variante anbietet, die dieses Problem lindert. Denn so bleibt einem nur, den Verlust der Garantie in kauf zu nehmen und Selbige selbst zu verbauen. Jedem der sich dies zutraut und weiß, wie man den Chipsatz dazu bringt den Videostream zu Decodieren, kann ich dieses System uneingeschränkt empfehlen.
Ich betreibe ihn über HDMI und Toslink an einem Panasonic 46" FullHD-Plasma mit den berüchtigten 1920x1080 Pixeln und an einem Onkyo TX-SR507, welcher eine Teufel Theater Hybrid 4 in 5.2 Konstellation bedient.
Als Betriebssystem benutze ich Xubuntu 11.10 64bit mit dem XBMC Mediacenter, Hardware läuft "out of the box", nur auf die Prozessortaktstufen habe ich keinen Zugriff. Als Grafiktreiber verwende ich den Nvidia Linux-X86_64 in der Version 290.10 aus den x-swat PPA-Quellen.