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Faszinierende Kultur der Tuareg, 1. Oktober 2007
Ibrahim al-Konis Romane und Erzählungen führen in die libysche Wüste, in jene Gegend, wo sich die arabisch-islamische und schwarzafrikanische Welt berühren. al-Koni erzählt nicht von einem idyllischen Leben der Nomaden, er setzt sich vielmehr mit einer im Verschwinden begriffenen Lebenswelt und Lebensweise auseinander.
In Blutender Stein erzählt der Autor die Geschichte des Nomaden Assuf, der in völliger Abgeschiedenheit mit seiner Herde zwischen der Berg- und der Sandwüste lebt und uralte Felszeichnungen bewacht. Sein geregeltes, an den Gesetzen der Natur und alten mythischen Traditionen orientiertes Leben ändert sich jäh, als zwei Männer, Gazellen- und Mufflonjäger, in seine Welt eindringen und ihn zwingen wollen, sie zu den versteckten Weideplätzen der Tiere zu führen.
Menschen wie diese waffenstarrenden »Fleischfresser« aus dem Norden aber bedrohen, ja zerstören die Lebensgrundlagen und die Kultur der seit Jahrtausenden dort lebenden Tuareg-Stämme.
In Goldstaub schildert Ibrahim al-Koni das Verhältnis zwischen einem jungen Tuareg und seinem edlen Kamelhengst, welches das Ausmass einer existentiellen Abhängigkeit der Kreaturen voneinander annimmt. Diese Abhängigkeit geht so weit, dass das Kamel für den Tuareg wichtiger wird als jedwede Beziehung zu Menschen, auch zu seiner Frau und zu seinem Kind. Schliesslich ist er gezwungen, seine Ehefrau für das in Notzeiten verpfändete Kamel in Zahlung zu geben. Doch damit nicht genug: Bei diesem Handel erhält er fatalerweise ein Kästchen mit Goldstaub geschenkt, und das Gerücht verbreitet sich, er habe seine Frau für Gold verkauft.
Zwei faszinierende Romane über das Leben der Tuareg in der südlichen Sahara!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Konfrontation in der Wüste, 13. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Lenos Pocket, Nr.44, Blutender Stein (Taschenbuch)
Das Schicksal bringt in der libyschen Wüste zwei völlig konträre Charaktere zueinander: auf der einen Seite Assuf, den bescheidenen Ziegenhirten der in völliger Einsamkeit seine Herden weidet und voller Respekt für die Wüste und deren tierische Bewohner ist, sich gleichzeitig aber gegenüber Menschen sehr unsicher und unwohl fühlt. Ganz im Gegensatz dazu der impulsive Kain, Sohn Adam's, einem fleischsüchtigen Jäger, der mit seiner Gier schon die Gazellen der Wüste ausgerottet hat und nun auf der Suche nach Mufflonfleisch ist. Hierfür erhofft er sich die Hilfe Assufs, dessen besonder Beziehungen zu den Mufflons in den Oasen legendär sind.
Das Aufeinandertreffen der beiden steht wohl sinnbildlich für das Auseinanderklaffen traditioneller und moderner Lebensweise, wobei das "Böse" in Form von Kain nicht auf einen Europäer projeziert wird - er ist selbst Libyer und Muslim.
Soweit der eigentliche Handlungsstrang dieses Buches, der aber nur einen relativ geringer Teil der Seiten ausmacht. Der Rest sind Geschichten aus der Jugend und der Familie der beiden Haupakteure, was zwar nicht uninteressant ist, aber auch nicht gerade spannend.
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