Das Buch liest sich gut an, die Einzelkarten sind gerade für Anfänger nicht zu überladen beschrieben, wobei man dann allerdings damit leben muß, daß einige Aspekte fehlen. Aber das ist immer eine Gratwanderung, lieber zuerst ein grober Überblick wie hier (unterstützt sogar noch um einige sehr übersichtliche Schlagwort- und Einzeltabellen, wie z. B. zu den Personen, Zeit oder Gesundheit in den einzelnen Karten) und dann mit Hilfe anderer Literatur später das Wissen erweitern.
Dass manche Karten je nach Lage eine andere Bedeutung haben, spricht Vaylinor in einem Extra-Kapitel an und nennt diese Positionskarten. Es ist sehr wichtig, darauf hinzuweisen, dass es solche gibt, allerdings verstehe ich ihre Auswahl nicht, es handelt sich lediglich um Sense, Fuchs, Mäuse und das Buch. Das ist willkürlich ausgewählt und weicht von der traditionellen Deutung ab.
Über viele Seiten folgen dann Kombinationen, nicht zu ausführlich, aber das Wichtigste erfassend, wirklich gut gelungen, auch auf spezielle Themen wie Geld, Orte, Krankheiten, Finanzen, wird wieder extra eingegangen, so daß sich der Anfänger nach und nach ein solides Handwerkszeug zulegen kann. Die wichtigsten Kombination sind auch am Ende des Buches noch einmal alphabetisch aufgeführt.
Stiefkinder - wie leider bei fast allen Bücher - sind leider wieder einmal die Legesysteme. Vaylinor gibt zwar viele Beispiele, was sehr begrüßenswert ist, aber es fehlt dennoch eine klare Vorgehensweise, ein Leitfaden, an den sich Ungeübte halten können. Noch anzumerken wäre, daß diese Autorin zwei Möglicheiten der Legung anbietet, über deren Sinn man streiten kann. Zum einen wäre da das Karten-Abdecken, es verwässert meiner Meinung nach eher Aussagen, als sie zu festigen, aber das ist natürlich Geschmacksache, es gibt auch Leger die gerne rösseln oder die Skatbilder in ihre Deutung mit einbeziehen und andere lehnen dies ab. Zum anderen - und das ist wirklich sehr kurios - legt Vaylinor bei jeder Großen Tafel die Hauptpersonenkarte jeweils an eine fest vorgegebene Position, d. h. sie wird überhaupt nicht mitgemischt! Mit diem Vorgehen nimmt man sich sehr viele Informationen, über die im traditionellen Legen gerade die Lage der Hauptpersonenkarten wichtige Auskünfte gibt.
Ein Standardwerk, wie im Titel versprochen, ist das Buch somit nicht, sondern eine sehr persönliche Art, die Lenormand-Karten zu legen.
Ansonsten ist auch dieses Lenormand-Buch mal wieder recht teuer dafür, daß es nur in einen dünnen Glanz-Karton gebunden ist, der leicht knickt und auf dem man jeden Fingerabdruck sieht. Das innere Layout ist allerdings sehr hochwertig und macht deshalb beim Lesen Freude.