Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Für kurze Tage, 3. September 2007
Alexander Osangs Roman ist ein Buch für die stillere und kältere Jahreszeit, in der man die nötige Melancholie und Ruhe für diese Geschichte aufbringen kann.
Osangs Hauptfigur, der 19 jährige Berliner Robert Fischer, befindet sich in der Geschichte zu genau dieser Jahreszeit in New York. Hier erlebt er zwar teils skurrile aber auch zwischenmenschliche Beziehungen, die niemals eine atemberaubende Story abgeben könnten, jedoch in der leichtbekömmlichen Sprache des Autors eine abgerundete Gesamtgeschichte ergeben.
Der leichte und somit fesselnde Stil des Autors entfaltet um die Hauptfigur eine Geschichte, die etwas Feingefühl verlangt und den Leser auch über das Ende des Buches hinweg begleitet.
Man kann von Osangs Roman leider nicht erwarten, dass er viele musikalische Aspekte verarbeitet. Jedoch ist jedem Kapitel eine passende Playlist vorweg genommen, welche man für das Gesamterlebnis auch hören sollte. Musikalisch erfährt man zwar etwas über das Leben des Sängers Elliott Smith und auch ein wenig über Lennon und Yoko Ono, aber der vielversprechende Titel bleibt für meinen Geschmack etwas auf der Strecke. Deshalb gibt es einen Stern Abzug, für ein schönes, nachdenkliches Buch.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Friedrichshagen ist überall, 14. Juni 2007
Osang ist Pointenjäger. Aber nicht nur das. Er bringt seine Fundstücke auch auf unnachahmliche Weise in den Text. Seine Reportagen waren immer egozentrisch, nicht im prahlerischen Sinn, sondern verbunden mit einer rückhaktlosen Selbstreflexion. Oft, auch wenn es um scheinbar große Dinge oder Personen ging, kam der unvermeidliche DDR-Vergleich, die Entlarvung des Provinziellen in der Weltgeschichte gewissermaßen. Von all seinen Stärken profitiert auch sein neuer Roman. Er ist in vielen Momenten unterhaltend und macht gute Laune. Die DDR kommt so gut wie nicht vor, denn Osang beschreibt die New York-Erfahrung eines 19-Jährigen. Und da gehts los. Ich habe den Verdacht, Osang hat während seines NEW York Aufenthaltes gesammelt: Eindrücke, kleine Episoden, Typen usw. Die Idee, dies jetzt in einem Roman zu bündeln, wurde wahrscheinlich wesentlich von Salingers "Der Fänger Im Roggen" inspiriert. "Lennon ist tot" ist ein bisschen wie Holden Caulfield dreißig Jahre später. Allerdings, und das ist nicht unerheblich, ohne die adäquate Ausdrucksweise und zum Teil auch Gedankenwelt eines 19-Jährigen. Dieser Robert Fischer lässt sich ähnlich wie sein amerikanisches Vorbild durch die Stadt treiben, begegnet skurrilen Menschen, landet schließlich auf einem Eiland, macht eine Art innere Entwicklung durch usw. Aber während Salinger damals aufregend und provokativ war, ist Osang bestenfalls unterhaltend, oft auch banal, manchmal langweilig. Musik in Form von Kassetten sollen bestimmte Dinge illustrien, ok. - Nick Hornby lässt grüßen. Zum Glück lenken einen hübsche Pointen, der provinzielle Abgleich mit Friedrichshagen, von der ziemlich wackligen Konstruktion des Romans ab. Lesenswert, aber keine große Sache.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein kleines Meisterwerk, 6. Oktober 2007
Dieses Buch ist wirklich eine Perle, ein Schatzstück, ich las es innerhalb von 2 Tagen und war sehr gerührt, ein so leises, stilles, fast zärtlich geschriebenes Buch mit dem sich Alexander Osang mühelos in die Kunst der amerikanischen Erzähltradition einreiht. Man möchte den Autor für diesen Roman in die Arme nehmen und mehr davon lesen. Sehr viel Dichte und Tiefgang. Und so ehrlich, stimmungsvoll. Ein grandioser coming-of-age-Roman. Hervorragend auch der Vergleich zwischen Friedrichshagen und New York City. Eine Hymne.
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