Im Herbst 1941 ist sich die Soldatin Nina(Olga Sutulova) ganz sicher. Sie will der englischen Journalistin Kate Davis(Mira Sorvino) klar machen, dass sie die Stadt nicht verlassen kann. Kate war mit einem Journalistenteam nach Leningrad gekommen. Einen Tag lang sollten sie die Zustände in der belagerten Stadt beobachten und darüber berichten. Der amerikanische Reporter Phil Parker(Gabriel Byrne) war ebenfalls mit auf dem Trip. Als Kates Team Opfer eines Luftangriffs wird, verpasst sie den Rückflug und muss in Leningrad bleiben. Ohne die Hilfe der Soldatin Nina wäre sie verloren, denn: Die Rote Armee hat Kates Tod nach London gemeldet und man will sich jetzt nicht revidieren. Kate lernt in der Stadt Ninas Familie kennen. Vor allem die Kinder Sima und Yuri liegen ihr am Herzen. Als sich der Würgegriff der Deutschen Armee immer enger um die Stadt legt und die Menschen zu verhungern drohen, gibt es nur noch einen Ausweg. Die Flucht über den zugefrorenen Ladoga-See. Doch das Eis ist dünn...
-Leningrad- verfügt über hervorragende Kulissen, eine gute Story, eine Schauspielriege vom Feinsten und reichlich Pyro- und Actioneffekte. Kann man mit diesen Zutaten noch Fehler machen? Anscheinend ja. Es lässt sich für mich nur schwer erklären, aber der Funke der Geschichte springt bei Aleksandr Buravskys Regiearbeit nicht auf den Zuschauer über. Die russisch-englich-deutsche Produktion kann zwar mit Byrne, Sorvino und Müller-Stahl punkten, doch die Geschichte ist für modernes Kino eine ganze Spur zu Vaterlandstreu. Schon die ersten Minuten versinken im Schlachtenpathos der Roten Armee. Das mag vor einigen Jahren noch durchgegangen sein, heute erwartet man jedoch ein wenig mehr Blickwinkelkreativität von Machern geschichtsträchtiger Stoffe. Dieser überlackierte, plakative Pathos, der Gott sei Dank nur in einigen Szenen der Produktion die Oberhand gewinnt, zerstört den guten Gesamteindruck des Films. Mit ein wenig mehr Abstand und einer Sichtweise, die sich an den Realitäten und nicht an reißerischem Hollywoodkino ausgerichtet hätte, wäre bei diesem Stoff ganz sicher mehr drin gewesen.
-Leningrad- hat mich als Filmstoff nicht überzeugt. Wie gesagt, das ist gut gespielt, hier möchte ich vor allem Olga Sutulova und Mira Sorvino hervorheben, aber die Story wirkt zu aufgesetzt, als dass sie den Zuschauer spontan in ihren Bann schlagen könnte. Sie dürfen und können das natürlich wieder einmal völlig anders sehen. Probieren sie es einfach aus...