Aus der Amazon.de-Redaktion
Gerade einmal knapp 42 Minuten ist er lang, der letzte Film, den Leni Riefenstahl vor ihrem Tod fertig stellen konnte. Zuvor hatte es fast 60 Jahre gedauert, bis sie mit
Impressionen unter Wasser wieder ins Kino zu ihrer großen -- vielleicht auch ihrer größten -- künstlerischen Leidenschaft zurückkehren konnte. Und wenn man nun dieses filmische Bilderbuch über das Leben in den noch unbeschädigten Riffen des Pazifiks und des Roten Meeres sieht, denkt man unweigerlich auch an ihre früheren Filme, an ihre Dokumentationen über die Reichsparteitage der Nationalsozialisten und über die Olympiade von 1936. Natürlich kann man diese Arbeiten nicht vergleichen, und doch muss man es.
Unter Wasser hat Leni Riefenstahl endlich das gefunden, was sie schon in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts gesucht hatte: ein Reich reiner, von Gefühlen und von Ideologien unberührter Schönheit, in der Formen und Farben alles sein können. Es versteht sich von selbst, dass die Welt der Riffe längst nicht so abstrakt, so leblos, ist, wie Leni Riefenstahl sie in ihrem Film darstellt, der jede Bewegung eines Fisches in einen ästhetischen Prozess, in ein natürliches Kunstwerk, zu verwandeln sucht. Nur kann man Fische und Korallen viel leichter als Menschen zu reinen Ornamenten eines unbedingten Schönheitswillens erklären. Die Formationen, in denen Schwärme von Fischen durch das Meer gleiten, sind -- anders als die Formationen einer inszenierten Menschenmasse -- eben nicht Ausdruck einer politischen Gesinnung.
Die Impressionen unter Wasser sind wie das gesamte Werk und Leben der Leni Riefenstahl geprägt von nicht aufzulösenden Widersprüchen. In einer knapp dreiminütigen, dem Film vorgeschalteten Einleitung legt die Regisseurin ihre Ideen und Intentionen dar. Sie wollte uns und unserer Nachwelt einen Film hinterlassen, der die Schönheit einer noch nicht von den Menschen zerstörten Unterwasserwelt dokumentiert. Nur sind diese Impressionen alles andere als natürlich. Leni Riefenstahl hat eben nicht einfach die Natur, die sie bei ihren Tauchgängen vorgefunden hat, auf Film eingefangen. Sie hat sie vielmehr ihren ästhetischen Vorstellungen unterworfen. Ihre Unterwasserbilder sind so stark ausgeleuchtet, dass ihnen letztlich alles Natürliche abgeht. Und gerade darin liegt der Reiz dieses Films, der sonst nur eine Variation von Luc Bessons Atlantis gewesen wäre. --Sascha Westphal
Produktbeschreibungen
Mit diesem Werk voll Schönheit und Anmut zeigt Leni Riefenstahl auf unnachahmliche Weise die Flora und Fauna unter Wasser, die es auch in Zeiten zunehmender Umweltzerstörung zu schützen gilt. Die farbenprächtigen Bilder wirken gleichzeitig ruhig und voller Elan und nehmen Sie so mit auf eine wundervolle Reise in die Welt unserer Ozeane. Lassen Sie sich bezaubern von einem ungewöhnlichen Werk einer der umstrittensten Persönlichkeiten der deutschen Filmgeschichte!