Produktinformation
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Mehr als ein Vierteljahrhundert liegt zwischen der von Ray Müller dokumentierten Reise und Leni Riefenstahls letztem vorherigen Besuch bei den Naturvölkern. In dieser Zeit ist das Land von einem überaus grausamen Bürgerkrieg zerrissen worden, in dessen Verlauf die Nuba-Stämme zwischen die Fronten geraten sind. Zudem hat die Regierung die Stämme, an deren archaischem Lebensstil sich seit Jahrhunderten nichts verändert hatte, seither zwangszivilisiert, sodass sie ihre kulturelle Identität weit gehend verloren haben. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen wird Müllers Film zu einem hochaktuellen Dokument, das viel über die tragische Geschichte des postkolonialen Afrikas verrät.
Stilistisch ist Ray Müller so weit von Leni Riefenstahl entfernt wie dies nur möglich ist. Während in Riefenstahls Filmen die Oberfläche, das reine Bild, alles ist, wirkt die Inszenierung von Leni Riefenstahl Ihr Traum von Afrika geradezu nachlässig. Statt der genau komponierten Bilder ihrer Dokumentationen erwarten den Zuschauer hier spontane, allem Anschein nach "uninszenierte" Aufnahmen einer Reise, die eine alltägliche Wirklichkeit einfangen sollen. Auf den ersten Blick erinnert Müllers Stil an Fernsehreportagen, in denen der Inhalt alles und die Form letztlich nichts ist. Es ist dieser Kontrast in den Arbeitsweisen von Müller und Riefenstahl, aus dem sich die wohl spannendste und vielsagendste Szene des Films entwickelt. In einem Moment der Trauer und der Wut richtet sich Leni Riefenstahls ganzer Zorn auf Müller und sein Team. Sie haben ihrer Meinung nach die Situation nicht richtig eingefangen. Während sich Müller in diesem Augenblick einfach nur in Zurückhaltung geübt hat und damit einen enormen Respekt vor menschlichen Gefühlen beweist, ist Leni Riefenstahl auch mit fast 100 Jahren noch immer eine Filmemacherin, der alles Menschliche fremd ist. --Sascha Westphal
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