Zweimal schon war ich auf der Lena unterwegs, einmal mit dem Schiff und einmal auf dem Eis per Auto.
Genau darum habe ich dieses Buch verschlungen, jede Seite in mich aufgesogen. Wie schaffen es die beiden Autoren, ihre lange Reise so plastisch und spannend in unser Gedächtnis zu setzen? Hautnah erlebt man mit, welche Tücken, Gefahren und Reize dieser gewaltige Strom in sich birgt. Dieser packende Reisebericht gibt einen tiefen Blick auf das Innenleben der sich abwechselnden Autoren und der Menschen, denen sie begegnen. Nie kommt Langeweile auf, nie gibt es lapalienhafte Banalitäten.
Als Leser ist man mitgerissen von der Bereitschaft, alles von sich zu fordern, hundert Konflikte durchzustehen, auch wenn man an die Grenze der Leistungsfähigkeit angelangt ist. Die Portraits der sibirischen Menschen sind gelungen in allen Nuancierungen.
Sie zeigen überdeutlich deren äußere Armut und inneren Reichtum. Die stummen Monologe und Dialoge bieten ein ziusätzliches Spannungsfeld. Reminiszenzen über schwierige Belastungen einer bedrohten Freundschaft, geschickt eingestreut in die stets vorwärts treibende Haupthandlung, verzahnen alle Begebenheiten zu einem großen Ganzen.
Eine Reise in das Land jenseits der Sonne, vielleicht aber auch ein Weg in unser Inneres.
Bravo Ihr beiden, durch Euer Buch war ich echt ein drittes Mal im Land der Lena!