Eigentlich wollte ich gar nicht, aber nachdem es mir immer wieder von allen möglichen Menschen empfohlen wurde, habe ich mich getraut. Den Verlauf der Geschichte versuche ich gar nicht erst zu skizzieren. Das haben hier schon andere gemacht und das auch viel besser hinbekommen als ich es jemals könnte.
Ich habe es gerne leicht und verständlich. Wenn es spannend wird, ist das in Ordnung. Wenn es lustig wird natürlich auch. Wenn es mich gruselt habe ich auch nichts zu meckern. Aber es muss in meinen Kopf passen. Wenn ich beim lesen ein Fremdwörterlexikon brauche, um die Bedeutung bestimmter Sätze zu verstehen, oder ein Buch über die griechische Mythologie, damit ich weiß was die Hauptfigur da gerade für komische Dinge tut, hat das mit Lesevergnügen erst mal nicht viel zu tun. Das ist anstrengend. Und der Herr Norfolk verlangt einem ne Menge ab, nicht nur eine überdurchschnittliche Allgemeinbildung sondern auch Geduld. Es hat gute 200 Seiten gedauert, bis ich sagen konnte, endlich im Roman drin zu sein. Das wurde mir dann auch von allen, die mir das Buch empfohlen hatten, bestätigt. Hinterher! Dafür vielen Dank. Das ich weitergelesen habe lag eigentlich nur daran, dass ich mir nicht die Blöße geben wollte das Buch als einziger nicht verstanden zu haben. Das hatte dann auch was Gutes, denn nach diesen gut 200 Seiten war ich wie gesagt drin und es wurde auch spannend. Da war ich dann an dem Punkt angelangt (endlich) wo ich wissen musste wie es weitergeht. Und am Ende wird man dann sogar noch mit einem überraschenden und furiosen Finale belohnt!
Mein Fazit: Ein anspruchsvolles, kluges Buch. Wenn man in Sachen Literatur nicht unbedingt auf anspruchsvoll und klug abfährt, und noch dazu nicht besonders geduldig ist, sollte man zumindest vorsichtig sein. Am Ende ist es aber tatsächlich ein gutes Buch, das einen zu fesseln vermag. Schwer im Abgang aber einen angenehmen Nachgeschmack hinterlassend.