LEMMY gibt in der Tat einen interessanten Einblick in das Leben des legendären Lemmy Kilmister... und das dieser Mann den Rock n' Roll zusammen mit all seinen Weiterentwicklungen (Metal, Punk, Hard Rock und was sonst noch) geprägt und gelebt hat wie kein Zweiter wird wohl Niemand ersthaft bestreiten wollen. Der Film zeigt primär Lemmys Leben in Los Angeles zusammen mit ein paar Tourimpressionen aus beispielsweise Finnland oder Russland- er ist also NICHT etwa die Verfilmung der 2003 erschienen Lemmy-Biographie "White Line Fever", sondern eine mehr-oder-weniger Momentaufnahme aus Lemmy Leben. Ein bischen Backgroundwissen über das ohnehin extrem spannende Vorleben des Lemmy Kilmister sollte der Zuschauer schon mitbringen, aber da ich nicht glaube, dass dieser Film von vielen Leuten gesehen wird, die von Lemmy noch nie gehört haben setze ich dies einmal getrost voraus. Wer aber die Geschichte von Lemmy und Motörhead kennt weis ohnehin: in 90 Minuten lässt sich all das gar nicht packen, am Besten also, man versucht es gar nicht - und setzt wie bei LEMMY geschehen eher auf Impressionen aus Lemmys Leben als auf eine chronologische Abhandlung zu dem Thema.
Daher ist konsequenterweise der Schwerpunkt des Films auf kurze Interviews und Statements gelegt, wobei neben Lemmy selbst wirklich ein Teil der wichtigesten (vorwiegend US-amerikanischen) Protagonisten des Rock zu Wort kommen, so z.B. Slash, Duff, Alice Cooper, Henry Rollins, Ozzy, James Hetfield, Dee Snider, The Damned, um nur ein paar Namen zu nennen. Außerdem gibt Lemmy Sohn ein recht interesantes Interview zusammen mit seinem Vater.
Der gesamte Film zeigt Lemmy erstaunlich differenziert und persönlich - sicherlich ist dies ein Film, welcher keinen Zweifel daran lässt, dass er von beinharten Lemmy-Fans für Lemmy-Fans gemacht wurde (aber das ist ja auch nur logisch), aber dennoch kommen auch Lemmys ehemalige Hawkwind-Kumpels zu Wort (die sich nicht nur schmeichelhaft über den Mann äußern), Lemmy Lebenstil wird durchaus (augenzwinkernd) hinterfragt und Lemmy selbst gibt sich sehr zugänglich. Wesentlich Passagen des Films wurden in Lemmy Wohnung gedreht, welche alleine schon extrem sehenswert ist... und die verglichen mit den häufig überbordend pompösen Villen diverser Stars (welche häufig nur einen Bruchteil so lang im Geschäft sind wie Lemmy) erstaunlich bescheiden rüberkommt. Insgesamt wirkt der Film LEMMY (wie Lemmy Kilmister selbst) daher absolut authetisch.
Insgesamt muss ich sagen, das LEMMY für Motörhead-Fans extrem sehenswert und unterhaltsam ist. Nach dem Film hat man durchaus das Gefühl, den legendären Lemmy Kilmister etwas besser zu kennen - und man weis was man als Fans schon vorher wusste, nämlich: dieser Mann ist einfach der Größte.