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Lemming (Vinyl+CD) [Vinyl LP]

Locas in Love Vinyl
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 16,81
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Produktinformation

  • Vinyl (1. Juli 2011)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 2
  • Label: Staatsakt (rough trade)
  • ASIN: B0051KFWUC
  • Weitere verfügbare Ausgaben: Audio CD  |  MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 128.758 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Obwohl Locas In Love schon immer für Unbedingtheit und Konsequenz standen, sind die neuen Songs von einer künstlerischen Radikalität, die ihresgleichen sucht. Es geht darum, Dinge zu sagen, die gesagt werden müssen. Dinge, die nur Locas in Love sagen können. Sätze, die den Widerspruch persönlich – allgemeingültig auflösen, weil sie so persönlich sind, dass sie allgemeingültig wirken müssen. Die Musik, die nun losbricht, kündet von den Möglichkeiten und der Unbegrenztheit dessen, was alles passieren könnte: Jubilierender Noise-Rock ertönt, My Bloody Valentine spielen mit Stereolab, es jauchzt und kracht. Die Musik antwortet dem Text. Es spricht für sich, dass Lemming zwar ihr textlich radikalstes, aber auch ihr bislang schönstes Album ist. Es ist alles wirklich so schlimm wie es scheint singen sie, doch es klingt so zart und hymnisch, dass sich nichts anderes als Zuversicht einstellen mag.

Lemming ist eine bald seufzende, bald dröhnende, dann wieder jubelnde Platte. Während anfangs noch der Noise-Ohrwurm Road Movie und das cool tuckernde Kraut-Pop-Stück An den falschen Orten als offensichtliche Hits herausstechen, wird bald klar, dass die Band noch aus den sperrigsten Stücken die enthemmte Hymne herauszukitzeln in der Lage ist. Der Lemming muss voran, sein Getriebensein kennt keine Schüchternheiten: Folglich jault und kracht und wummert es hier, dass es nur so eine Art hat. Die Flaming Lips treffen auf Suicide; Velvet Underground spielen Technicolor-Pop.

Locas in Love sind wie der Lemming, der nicht anders kann, der einfach nur muss. Hier ist alles enthalten: die radikale Forderung, der völlige Unbedingtheitswille, der Drang nach Relevanz, das Nicht-anders-können, das Machen-müssen.

Vor allem aber zeichnet diese Musik etwas aus, was lange – nicht nur bei deutschsprachiger Musik – gefehlt hatte: Attitüde. Zwar werden keine expliziten Phrasen des Aufruhrs gedroschen, aber aus jedem Ton dringen Haltung und ein gänzlich selbstverständliches Anderssein: Diese Band klingt, als könnte man an sie glauben.

Eric Pfeil (Autor von Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee – Die Pop-Tagebücher bei Kiepenheuer & Witsch)


Pressestimmen:
Locas In Love entpuppen sich auf der Spielfläche des strahlenden Pop vollends als eine der größten Bands des Lande. Die Locas finden sich auf ihrer neuen großen Spielfläche aus Shoegaze, Noise und Kraut so gut zurecht, als wären sie dort von Beginn an zu Hause gewesen. Die Folgen sind eindeutig: »Lemming« hat die besten Liebeslieder, die besten Protestsongs, alles so leicht und gewitzt, als wäre das kleines Einmaleins. Dazu Zitate, die viel besser als nur Zitatpop funktionieren, nämlich auf der vollen Klaviatur der Emotionen von zart bis hart. Sagen wir es einfach: das beste unprätentiöse deutschsprachige Indie-Pop-Album seit vielen Jahren. Nageln Sie mich darauf fest.
- Christian Steinbrink, INTRO

Locas In Love aus Köln veröffentlichen demnächst das Album Lemming und es übertrifft tatsächlich alles, was ich mir von dieser Band nach ihrem letzten regulären Werk Saurus erwartet habe. Deshalb, weil diese Band für mich eine musikalische wie textliche Glaubwürdigkeit verkörpert, die man innerhalb der Konstruktion Pop als befremdlich empfinden müsste, wenn sie nicht so cool und dabei doch beseelt daherkäme. Alles hier wirkt abgerungen, erkämpft, in Schlachten erobert und danach mehrfach auf jeden Zweifel hin abgeprüft - und trotzdem klingt es so wunderbar leicht und selbstverständlich, dass ich mich frage, wann im deutschen Pop (außer bei Erdmöbel) es zuletzt soviel Leben und Liebe zu hören gab. Nein, ich bin nicht pathetisch, Sie sollten mich mal erleben, wenn ich meine pathetischen fünf Minuten habe! Über Nacht ist ein ganzer Wald gewachsen (Das Licht am Ende des Tunnels ist ein Zug) heißt der Auftaktsong- und wie Björn Sonnenberg und Stefanie Schrank diesen zweiten titelspendenden Satz singen - ganz so, als habe man die froheste Botschaft der Welt zu verkünden -, das muss man gehört haben. In den folgenden zehn Songs fallen Sätze wie Es ist alles wirklich so schlimm wie es scheint oder Ich weiß nie, welchen Draht ich durchschneiden soll: den roten oder den blauen.... Und trotzdem haben diese Stücke eine trostspendende Kraft, die ihresgleichen sucht. Auch in der Musik knallt das Zerknirschte immer wieder auf das Euphorische, Donnernde: Velvet Underground spielen hier eins ums andere Mal mit den Flaming Lips zur großen Jetzt-gilt-es-Sause auf. Wirklich: Besser wird es 2011 nicht mehr im deutschsprachigen Pop. Sorry, Ja, Panik.
- Eric Pfeil, Das Pop-Tagebuch, FAZ


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Kundenrezensionen

4.4 von 5 Sternen
4.4 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Porträt der Künstler als reife Band 15. August 2011
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Oho - das böse Wort ist ausgesprochen worden: Hype! Tatsächlich sind in wichtigen Zentralorganen der deutschen Musikpresse Hymnen auf dieses Album verfasst worden. Da das in letzter Zeit aber etwas wahllos geworden ist, sollte man bei so etwas tatsächlich immer genau hinsehen. "Lemming" weist Kontinuitäten zu seinen Vorgängeralben auf, ist aber auch anders als "Saurus", "Winter" oder "What matters is the Poem". Ein neues Album von Locas in Love hat sich immer von dem unterschieden, was die Band zuvor gemacht hat (eine ihrer großen Qualitäten). Wir haben es also einerseits auch hier wieder mit Popmusik im Zeitalter der Postmoderne zu tun, aber dieses Mal kann man erkennen, wie die Band versucht mehr als bloß ein tolles neues Album zu schaffen, sondern dass es hier um ein Gesamtwerk geht. Es gibt auf "Lemming" selbstverständlich die hübsch gestreuten Zitate (die textliche Reminiszenz an 'Let it be' in 'Spoiler Warning', das Sgt. Pepper's Riff in 'Die zehn Gebote' und die John-Cale-Paris-1919-Trompeten in 'Manifest'), die übereinander geschichteten Gitarren und vor allem in den Songschlüssen den Hang zum ausufernden Mäandern. Auch der typische Wall-of-Sound gepaart mit dem treibenden Velvet-Underground-Rhythmus ist wieder da, sogar ein fernes Echo aus Björn Sonnenbergs eigenem frühen Songwriting (Dackel 5) ist zu erkennen (bei 'Ist das Blut?', inklusive Pete Townsendschen Powerakkorden). So weit, so gut, so bekannt. Neu ist bei "Lemming", dass es kein überragendes Stück gibt, wie es auf dem letzten Album 'Saurus' oder 'Egal wie weit' waren, aber dafür auch kein einziges, das abfällt (auch das gab es auf den Vorgängern). Jeder Song ist hier auf seine Weise interessant und großartig. Neu ist auch, dass die Keyboardriffs deutlicher im Vordergrund stehen und die Songs häufiger tragen (z.B. die Yo-La-Tengo-Orgel in 'An den falschen Orten'). Und schließlich gibt es auch Verschiebungen bei den Texten, die auf "Lemming" weniger Geschichten erzählen und stattdessen assoziativer sind. Neben immer wiederkehrenden Themen und Metaphern wie Zerstörung, dem Affen auf der Schulter, dem Schrecken der Welt und der (Un)möglichkeit in einer von all dem durchdrungenen Welt zu leben, steht dieses Mal die Liebe noch deutlicher im Zentrum. Es ist die Liebe in den Zeiten des Spätkapitalismus, sie ist allumfassend, radikal, kompromisslos, schön. In den beiden zentralen Stücken des Albums wird sie aus weiblicher und männlicher Perspektive verhandelt (Björn in 'Manifest', Stefanie in 'An den falschen Orten'). Wie kann man verliebt sein, aber dennoch politisch bewusst zu handeln? Oder im Adornoschen Sinne im falschen Leben richtig leben? Um nichts weniger geht es hier. 'Wenn ich es in Worten sagen könnte, was ich zu sagen habe, gäb' es keinen Grund noch ein weiteres Lied zu schreiben, immer noch ein weiteres Album zu machen, aber ich kann es nicht, ich kann es nicht; und es wird immer, immer dasselbe sein, und es wird immer, immer so weitergehen'.
So ist es. Und warum soll es ein Hype sein, wenn die seit Jahren beste deutsche Band endlich das verdiente Lob bekommt?
Ich freue mich auf das Ennio-Morricone-goes-GodspeedyoublackEmperor-Instrumental-Doom-Album, die Neueinspielung von "Pet Sounds" oder den Soundtrack für einen Godard-Film. Oder einfach das nächste Album.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Lemmingen und Menschen 6. Juli 2011
Von Ekson
Format:Audio CD
Nach ihrem Überraschungshit `Saurus' aus dem Jahr 2007 ließen sich Locas in Love einige Zeit für ihr neues reguläres Album. Verkürzt wurde die Pause aber durch ihr wunderbares Winter-Konzeptalbum im Jahr 2008. Gut vier Jahre nach Erscheinen von 'Saurus' erblickt nun 'Lemming' das Licht der Welt.

Dass Locas in Love es mit ihrer Musik verdammt ernst meinen wird schon nach den ersten zwei Songs klar. Sie starten mit einem solchen Furor, dass sie glatt als deutsche Arcade Fire durchgehen könnten. Gutgemeinte Vergleiche mit der kanadischen Ausnahmeband verbieten sich jedoch, die hat die Kölner Indieband gar nicht nötig. Locas in Love haben auf 'Lemming' ihren eigenen Stil gefunden und brauchen keinen internationalen Vergleich zu scheuen. Selten hört man solch interessante Popmusik aus deutschem Lande. Leichtfüßig aber nicht belanglos, ambitioniert aber nicht bemüht, intelligent aber nicht verkopft musizieren sich Locas in Love auf 'Lemming' durch 11 Songperlen.

/ Man müsste sich selbst in Teile schlagen, in 1000 Scherben / und sich neu zusammensetzen, so wie man sein möchte /ohne all die Fehler, ohne alle die Löcher und mit einem anderen Gesicht / ich z. B. könnte der beste Mann aller Zeiten sein,

behauptet Björn Sonnenberg in 'Spoiler Warning'. Ob das stimmt? Einer der besten Songwriter Deutschlands ist er zumindest auch ohne dass er sich zuvor in seine Einzelteile zerlegt.

In 'Manifest' singt er mit seiner prägnanten und unvergleichlichen Stimme von seinen Vorstellungen über Liebe und Hass und schafft damit eine erhabene und feierliche Songatmosphäre, die schon 'Winter' so einzigartig gemacht hat. Die Platte hat jedoch sehr viel mehr zu bieten: In der mitreißenden Powerpop Hymne 'Road Movie' singt Stefanie Schrank von geheimen Orten.

/ Nimm eine Jacke mit, wir müssen los /

fordert sie uns auf. Wer möchte nach diesem herzzerreißenden Song noch wiedersprechen?

Auch die noisigen Element wie etwa in der grandiosen sechseinhalbminütigen Albumversion der Single 'An den falschen Orten' bereichern das Soundspektrum vom Locas in Love und man fragt sich, wann zuletzt solch ambitionierte Popmusik in Deutschland erschienen ist? Viel Zeit zum nachdenken bekommt man jedoch während der dreiviertel Stunde Spielzeit von 'Lemming' nicht. Erst die Soundcollage am Ende des Albums lässt den Hörer wieder durchatmen und zur Ruhe kommen. Lemming endet so wie 'Saurus' begann. Aus der Ferne erklingen einige Takte von dessen Eröffnungsstück 'Sachen'. Stille. Der Hörer bleibt staunend zurück.

Eine letzte Botschaft haben Locas in Love noch für uns. 'Create something of true beauty or die tryin' ist auf der Vinylversion von 'Lemming' eingraviert.

Was Locas in Love betrifft, so hören sie sich auf 'Lemming' jedenfalls verdammt lebendig an.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioses Album 10. Februar 2012
Format:Vinyl|Von Amazon bestätigter Kauf
Dieses Album von Locas in Love ist - wie im Titel schon gesagt - grandios. Natürlich ist es für den Mainstreamhörer nicht sofort so eingängig. Aber es ist ein Album, bei dem man bei jedem Hören was Neues und Spannendes finden kann. Kaufen! Kaufen! Kaufen!
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