Der Roman ist angeblich von einer Frau namens Lucy Golden verfasst, die dort auch als 19-jährige Lucy eine Hauptrolle spielt. Ansonsten, und das ist wesentlich, ist der Roman in der ich-Form geschrieben, und zwar aus Sicht eines Mannes (!). Das hat man in Romanen mit SM-Touch eher selten.
Auch in diesem Roman ist - branchenüblich - vieles sehr unwahrscheinlich, z. B. der Besuch einer Ballettaufführung in London, insbesondere was dann danach geschieht.
Manches wirkt sehr altmodisch, auch das ganze Umfeld. Die Bestrafung von Mrs. Ackworth hat mich sogar regelrecht abgetörnt. So etwas ist für mich kein bisschen erotisch. Höchstens kam da eine gewisse Schadenfreude auf.
Über lange Strecken beschreibt der Roman, wie das Aschenputtel Lucy vom ich-Erzähler in die Liebe und hier in eine bestimmte Form der Sexualität eingeführt wird. Die Beschreibung ist häufig sehr ausladend und detailgenau. In diesem Fall hat es mir gefallen, weil es zur Geschichte passt.
Der Roman wirkt insgesamt sehr britisch, inklusive des überall aufblitzenden, aber doch sehr zurückhaltenden Humors.