Dieses Buch ist zum genießen gemacht!
Schon die Aufmachung, die Bindung, die blaue Farbgebung der Fotographien und Bilder und die Seitengestaltung sprechen die Sinne auf angenehmste Weise an.
Dazu ein Wissen schaffender und unterhaltsamer Inhalt, in leicht verständliche Worte gekleidet. Das Buch ist einfach schön zu lesen.
Von der geschichtlichen Entwicklung des Leinanbaus, über dessen Einfluss auf die Sprachentwicklung, bis zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Wirkung des Leinöls im Stoffwechselgeschehen, dass Buch informiert umfassend ohne dabei rein wissenschaftlich daher zu kommen. Persönlich hätte ich mir zumindest Fußnoten zu den Studien, auf denen bestimmte Sachangaben beruhen, gewünscht. Vermutlich zu Gunsten der allgemeinen Lesbarkeit, hat sich der Autor jedoch für ein Literaturverzeichnis im Anhang entschieden. Dies ist noch akzeptabel, weil es sich nicht um ein reines Sachbuch handelt. Ein Kapitel ist auch Johanna Budwig gewidmet. Nirgendwo sonst finden sich wie hier, glaubwürdig recherchierte, unabhängige Hintergrundinformationen über die Pionierin der Öl-Eiweiß Kost.
Zu den gesundheitlichen Wirkungen des Leinöls ist einschränkend zu sagen, dass Leinöl kein Wunder- oder Allheilmittel ist. Sein Verzehr allein kann Krebs nicht besiegen oder ernsthafte Krankheiten heilen aber es ist, inzwischen wissenschaftlich anerkannt, der Gesundheit förderlich, kann (aus meiner eigenen Erfahrung mit einer Darmerkrankung) stabilisierend wirken und ist zu guter letzt, in den richtigen Zubereitungen einfach lecker. Für den guten Geschmack sorgt das Buch mit 20 Seiten voller Rezeptideen.
Für wen das nicht genug ist, hier noch ein schnelles Rezept, für eine leckere "Vitaminbombe".
Möhren-Apfel Salat mit Leinöl (Mengenangaben als Mahlzeit für eine Person oder als Beilage für zwei Personen)
3 mittelgroße (Bio-)Möhren raspeln,
1 süßen Apfel raspeln (eine Apfelsorte die Sie auch sonst gern essen, ich nehme bevorzugt Royal Gala),
beides (in der angegebenen Menge ist es etwa zu gleichen Teilen, eventuell geringfügig mehr Möhrenraspel) in einer Schüssel vermischen und mit frischem Bio-Leinöl befeuchten, so dass alles benetzt ist, sich aber keine Öllache in der Schüssel bildet sonst wird der Salat zu matschig.
Mit wenig Salz abschmecken und 1-2 (je nach Größe) Knoblauchzehen pressen und hinzufügen. Der Knoblauchgeschmack soll durchscheinen aber nicht dominieren.
Zum Schluss noch etwas gehackte, krause Petersilie oder geschnittene Brunnenkresse daruntermischen, kurz ziehen lassen (wenige Minuten reichen), fertig. Guten Appetit.
Noch etwas zum Schluss: In einige Rezensionen hier, hat sich ein Verständnisfehler zum Thema Milch bzw. Milch und Leinöl eingeschlichen. Der Autor hat eine berechtigte, kritische Anmerkung zum Thema Milch gemacht, er verteufelt jedoch den Genuss nicht, was sich schon darin zeigt das sich im Rezeptteil viele Gerichte finden die mit Milch (z.B. Leinöl-Milchshake) und Milchprodukten hergestellt werden. Genauso wenig wie Leinöl allein uns bis in die heutzutage erreichbaren hohen Lebensjahre gesund erhält, lässt sich ein einzelnes anderes Lebensmittel aus dem Gesamtprozeß unseres Lebensstils herauspicken, dem wir die "Schuld" an eventueller Krankheit geben können.