oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Jetzt eintauschen
und EUR 3,60 Gutschein erhalten
Eintausch
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der Artikel ist in folgender Variante leider nicht verfügbar
Keine Abbildung vorhanden für
Farbe:
Keine Abbildung vorhanden

 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Leidenschaft: Goethes Weg zur Kreativität: Eine Psychobiographie [Englisch] [Taschenbuch]

Rainer Matthias Holm-Hadulla
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 19,99 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Nur noch 5 auf Lager (mehr ist unterwegs).
Verkauf und Versand durch Amazon. Geschenkverpackung verfügbar.
Lieferung bis Mittwoch, 22. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Kurzbeschreibung

20. Mai 2009
Johann Wolfgang von Goethe wurde zeitlebens von Leidenschaften bewegt, die ihn schwer erschütterten. Er war jedoch fähig, seelische Turbulenzen in persönliches Wachstum zu verwandeln.

Wie konnte Goethe, hochbegabter Dichter, Staatsmann und Naturwissenschaftler, so kreativ sein? Der psychologische Blick in seine Werke und Briefe sowie in sein Leben und in seine Beziehungen zu anderen - vor allem zu Frauen - enthüllt nicht nur sein schöpferisches Genie, sondern macht auch mit dem Menschen Goethe bekannt, mit seinen Leiden und Leidenschaften. Rainer M. Holm-Hadulla zeigt anhand des Porträts dieser herausragenden Persönlichkeit, wie eng die Bewältigung psychischer Krisen und kreatives Schaffen zusammenhängen. Goethes Weg zur Kreativität ist auch heute noch höchst inspirierend und regt dazu an, die eigenen schöpferischen Seiten zu entwickeln.


Hinweise und Aktionen

  • Sie wollen sofort Zeit und Geld sparen? Wir empfehlen das Amazon Spar-Abo. Mehr erfahren


Wird oft zusammen gekauft

Leidenschaft: Goethes Weg zur Kreativität: Eine Psychobiographie + Kreativität - Konzept und Lebensstil + Kreativität zwischen Schöpfung und Zerstörung: Konzepte aus Kulturwissenschaften, Psychologie, Neurobiologie und ihre praktischen Anwendungen
Preis für alle drei: EUR 59,97

Die ausgewählten Artikel zusammen kaufen

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Taschenbuch: 265 Seiten
  • Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht; Auflage: 2 (20. Mai 2009)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 3525404093
  • ISBN-13: 978-3525404096
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 243.993 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Professor Dr. Rainer M. Holm-Hadulla hat Medizin und Philosophie studiert und ist Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Er lehrt an der Universität Heidelberg und leitet die Psychotherapeutische Beratungsstelle des Studentenwerks. Daneben ist er als Psychoanalytiker und Berater von Wissenschaftlern, Künstlern, Unternehmern und Politikern tätig. Gastprofessuren führen ihn nach Südamerika und China.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
4.7 von 5 Sternen
4.7 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Inspirierend! 26. September 2008
Von M. Sperth
Format:Taschenbuch
»Leidenschaft: Goethes Weg zur Kreativität« ist ein sehr schönes, interessantes und sehr gut lesbares Buch. Man taucht ein in Goethes Welt und begleitet ihn beim Erwachsen-Werden, durchlebt und durchleidet mit ihm zahlreiche Krisen und geht aus den »Wechselbädern der Gefühle« selbst gestärkt hervor: Der Blick auf das eigene Leben mit seinen zahlreichen Möglichkeiten aber auch Begrenzungen erweitert sich. So sehr Goethe mitunter durch seinen Wankelmut und seine Bindungsängste verärgert, er entschädigt doch umso mehr durch die Schönheit seiner Werke, in denen er eigenes Leiden und eigene Konflikte zu Höherem transformiert.

Im ersten Teil der Psychobiographie zeichnet Rainer M. Holm-Hadulla Goethes persönliche und künstlerische Entwicklung virtuos und detailreich nach und illustriert sie anhand der in der jeweiligen Lebensphase entstandenen literarischen Werke. Goethes Beziehungen, besonders zu Frauen, aber auch seine Enttäuschungen, werden als besondere Quelle und Triebfeder seines Schaffens sichtbar. Bis zu seinem Tode zog Goethe aus Sehnsüchten und Entsagungen Kreativität, Hoffnung und Lebensfreude.

Im zweiten Teil des Buches betrachtet der Autor Goethes Leben und Werk im Licht der Erkenntnisse moderner Kreativitätsforschung. Er bringt uns darüber hinaus Goethes eigene »poetische Kreativitätstheorie« nahe: Über die Auseinandersetzung mit (vergangenen) schmerzhaften Erfahrungen und deren kreativer Verarbeitung und Überwindung durch schöpferisches Tätig-Sein, gibt Goethe uns eine Anleitung zum Umgang mit psychischen Krisen. Die Art und Weise, in der Goethe seine Talente und Persönlichkeitseigenschaften für den gestalterischen Prozess nutzbar machen und seine zahlreichen Verlust- und Enttäuschungserlebnisse aktiv und kreativ bewältigen konnte, ist höchst beeindruckend.

Die Reise zu Goethe endet mit der Interpretation des Gedichts »Vermächtnis«, in dem die im Buch entwickelten Erkenntnisse zusammengefasst werden (3. Teil).

Rainer M. Holm-Hadulla zeichnet die persönliche und künstlerische Reifung Goethes in eindrucksvoller Weise und mit viel Liebe zum Detail nach und illustriert anhand der psychologischen Interpretation von Goethes Hauptwerken (insbesondere »Wilhelm Meister«) die Transformation von Leiden und Konflikten in Werke von bleibender Schönheit. Er lädt uns ein, Goethes Weg zur Kreativität zu folgen, selbst aktiv zu werden und unser Leben kreativ zu gestalten.

Die Lektüre des Buches war für mich sehr bereichernd und ich kann es auch Nicht-Fachleuten sehr empfehlen!
Dipl.-Psych. Michael Sperth
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Prof. Dr. Rainer M. Holm-Hadulla lehrt an der Universität Heidelberg.

Ferner ist er als Psychoanalytiker tätig und berät Wissenschaftler, Künstler, Unternehmer und Politiker.

In der vorliegenden Psychobiographie geht Holm-Hadulla der Frage nach welche Umstände die überbordende Kreativität Goethes auslösten und immer wieder gefördert haben. Der Psychotherapeut lotet das gesamte Leben, aber auch viele der Werke des Dichters diesbezüglich aus und kommt zu bemerkenswerten Ergebnissen.

Abgeleitet ist das Wort Kreativität von dem lateinischen Wort "creare", das "schaffen, erzeugen, gestalten" bedeutet.
Holm-Hadulla hält fest "Kreativ kann eine begabte Person sein, wenn sie sich auf einem erfolgversprechenden Gebiet und in einem fördernden soziokulturellen Kontext produktiv betätigt."

Der Autor nennt fünf Bedingungen für Kreativität - Begabung, Wissen, Motivation, Persönlichkeit sowie Umgebungsbedingungen - und geht im Einzelnen auf diese Bedingungen näher ein.

Begabungen lassen sich aufgrund der modernen Intelligenzforschung in sieben Bereiche untergliedern: sprachlich, logisch-mathematisch, musikalisch, körperlich - kinästhetisch, räumlich, interpersonal und intrapersonal.

Neben den intellektuellen Begabungen sind bestimmte Denkstile günstig für die Kreativität und zwar solche die flüssig, assoziativ, divergent und originell sind.

Handwerkliches und intellektuelles Wissen bilden die Voraussetzungen Informationen neu und originell zu kombinieren.
Sollen aus Begabungen kreative Produkte entstehen, sind verschiedene Motivationen erforderlich. Holm-Hadulla nennt drei Faktoren: Neugier, Interesse und Ehrgeiz.

Der Wissenschaftler begreift Neugier als einen Ausdruck von Lebendigkeit. Er macht deutlich, dass sie nur dann zu kreativen Leistungen führt, wenn ausreichend Sicherheit in der Person und ihrer Umgebung vorhanden ist.

Interesse definiert der Autor als Bedürfnis und Fähigkeit, sich von einer Sache völlig gefangen nehmen zu lassen. Ehrgeiz schließlich ist das Streben nach Anerkennung.

Holm-Hadulla nennt in der Folge Persönlichkeitseigenschaften, die mit Kreativität assoziiert werden: "Flexibilität, Originalität, Selbstvertrauen, Widerstandsfähigkeit, Authentizität und Transzendenz."

Transzendenz, gemeint ist die Realisierung von Werten, die außerhalb egoistische Bedürfnisse liegen, ist nach Meinung des Professors die wesentliche Vorraussetzung der Kreativität. Ferner spielen bei allem kreativitätsfördernde Entwicklungsbedingungen eine Rolle.

Holm-Hadulla untergliedert Leben und Werk Goethes in die Abschnitte: Kindheit und Jugend: Frankfurt 1749-1765, Leipziger Studentenkrise 1765-1768, Rückkehr ins Elternhaus 1768-1770, Flucht vor der Liebe: Straßburg 1770-1771, Frankfurter Refugium 1771-1772, Leidenschaft und Entsagung: Wetzlar 1772, Frankfurter Geniezeit 1772 -1775, Goethes Konflikte im Spiegel seiner frühen Dramen, Zeit der Reife: Weimar 1775-1786, Neugeburt in Italien 1786-1788, Die große Liebe: Weimar 1788-1806, Politische Veränderungen und neue Leidenschaften, 1806-1821 (Wilhelmine, Silvie, Marianne), Späte Liebe, Alter und Abschied 1821-1832 und subsumiert die Sachverhalte den Kriterien der Kreativität gemäß.

In seiner Psychobiographie verdeutlicht der Autor schrittweise die kreative Selbstwerdung des Dichters. Er schreibt von Ängsten, Verzagtheiten und quälenden Minderwertigkeitsgefühlen in dessen Jugend, dessen Beziehung zu den Eltern, der Schwester Cornelia und den Jugendfreunden.

Thematisiert wird die Art des Umgangs mit traurigen Ereignissen bei Goethe, die sein ganzes Leben charakteristisch für ihn war. Immer wieder kann man Rückzug, intellektuelle Beschäftigung und Selbstversenkung, die gefühllos erscheinen konnte, wie Holm-Hadulla treffend bemerkt, feststellen, allerdings aber auch die Suche nach Alternativen, wie Lesen, Denken und Phantasieren.

Man liest von Goethes erster Liebe und allen Frauen, die besagtem Gretchen folgten. Stets hat der Dichter Liebesbeziehungen idealisierend überhöht und sich dann nicht selten entschlossen abgewandt, um so letztlich Stoff für seine Dichtungen gewonnen. Abermals und abermals zieht er schöpferische Energie aus Enttäuschung und Zurückweisung und setzt dies in schriftstellerische Arbeit um.

Der Psychiater konstatiert, dass Frauen wie Gretchen, Kätchen Schönkopf, Friederike Brion, Charlotte Buff, Frau von Stein, Marianne Willemer und Ulrike von Levetzow zum Projektionsschirm für Gefühle und Ideen wurden. Goethe soll sich in diesen Damen gespiegelt und die Empfindungen seiner Geliebten aufgenommen haben und auf diese Weise bereichert zu sich zurückgekehrt sein.
Holm-Hadulla macht den Leser mit dem Begriff des poetischen Selbst vertraut. Poetisch kann man nach seiner Auffassung ein Selbst nennen, das sich im Sinne der griechischen Auffassung von "poiein" (machen, gestalten, schöpferisch tätig sein) in einem kreativen Prozess der Selbstfindung und Selbstverwirklichung befindet.

Aus psychologischer Sicht erfüllen Goethes Dichtungen die Funktion ein kohärentes und wirksames Selbst poetisch zu erzeugen.
Professor Holm- Hadulla hält fest, dass die Dichtung zunächst ungestaltete Sinneseindrücke, körperliche Empfindungen, bewusste und unbewusste Beziehungserfahrungen lebbar und damit erst wirklich machten. Weiter lässt der Psychotherapeut seine Leser wissen, dass das poetische Selbst erst dann zur vollen Entfaltung gelangt, wenn es von anderen wahrgenommen wird. Stets aufs Neue zeigt sich, - der Autor dokumentiert dies breitgefächert- , dass die poetische Selbstverwirklichung dem Dichter über viele Lebenskrisen half, wie etwa solche in seinen Jugendjahren , ausgelöst durch Friederike und Lotte.

Sehr gut analysiert sind die psychologischen Hintergründe, die zu seinem Roman "Werther" führten.

Erwähnt werden muss, dass für die Arbeiten des Dichters nicht nur seine melancholischen Stimmungen, sondern auch seine Hochgefühle von Bedeutung waren.

Anhand vieler Beispiele wird die Wechselwirkung zwischen Goethes Leben und poetischer Umsetzung, denn um eine solche ging es, sehr erhellend dargeboten.

Gedichte, Dramen, seine Romane werden thematisiert und erwartungsgemäß wird das Verhältnis zu Charlotte von Stein unter psychologischen Gesichtspunkten fokussiert, an die ihn eine geheimnisvolle Seelenverwandtschaft band. Da im realen Leben die beiden sich nicht traumverloren hingeben konnten, fand Goethes poetische Selbst einen Weg

in seiner Dichtung seine Träume und Sehnsüchte auszudrücken und die Phantasien "abgelebter" Zeiten neu zu erleben.
Nicht immer gelang es Goethe mittels seines poetischen Selbst seine Konflikte zu lösen, wie sich an den Motiven seiner italienischen Reise zeigt. Hier nämlich war die Spannung zwischen künstlerischem Gestaltungsdrang und konventioneller Pflichterfüllung im Vorfeld so groß geworden, dass sie eine räumliche Veränderung herbeiführte.

Im Rahmen seiner Italienreise liest man von Goethes Sexualität. Hier unterstreicht Holm-Hadulla, dass Goethe ihr immer aufgeschlossen gegenüberstand und von daher die Vorstellung, dass der Dichter das erste Mal während der Italienreise einen Koitus erlebt habe, nicht plausibel ist. Zudem belegt der Autor, dass regelmäßiger Geschlechtsverkehr der Schaffenskraft Goethes augenscheinlich zuträglich war.

Sehr interessant auch sind die Interpretation der Liebesbeziehung zu Christiane Vulpius und die intellektuelle Freundschaft zu Schiller.

Deutlich wird, dass für Goethes Kreativität Lehrer, Freunde und geliebte Frauen, denen er sich offenherzig anvertraute, von größter Bedeutung waren.

Schreiben war für Goethe eine Art Selbsttherapie. Emotionale Krisen waren Anlass und Nahrung für kreative Bewältigungsbemühungen. So wäre ohne die unglückliche Beziehung zu Lotte vermutlich nicht "Werther" entstanden und ohne die unausgelebte Beziehung zu Marianne von Willemer hätte es keinen "West-Östlichen Divan" gegeben.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Das Über-sich-hinaus-Sein" im Anderen 10. Februar 2009
Von Heike G HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Nichts gibt uns mehr Aufschluss über uns selbst, als wenn wir das, was vor einigen Jahren von uns ausgegangen ist, wieder vor uns sehen, so dass wir uns selbst nunmehr als Gegenstand betrachten können." (Goethe. Werke. Hamburger Ausgabe.), Hrsg. v. Erich Trunz)

Unzählige Biografien und Abhandlungen sind über ihn verfasst worden. In der Schule gehören er und seine bedeutendsten Werke zum Standardrepertoire des Deutschunterrichts. Und erst jüngst hat sich ein bedeutender deutscher Schriftsteller in seinem Roman seiner letzen Liebe angenommen. Die Rede ist von Johann Wolfgang von Goethe.

Der Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Prof. Dr. Rainer M. Holm-Hadulla nähert sich dem bedeutendsten deutschen Dichter von einer ganz persönlichen Seite. Denn der Geheimrat war nicht nur ein begabtes Kind, ein vielgeliebter Poet und ein einflussreicher Politiker, sondern während seines ganzen Lebens ebenso ein Suchender, Irrender und Leidender. "Goethes Leben war steinig und von vielfältigen Krisen erschüttert", beginnt der Autor seine Psychobiografie.
Was Goethe dennoch zu einem Herausragenden werden ließ, war offensichtlich seine besondere Fähigkeit, "seelische Leiden auszuhalten und zu kreativer Entwicklung zu nutzen."

Nun hat eine Beschäftigung mit ihm und seinen Werken - geprägt durch den nicht immer optimal vermittelten Schulstoff - leider immer etwas Trockenes und Verstaubtes an sich. Doch Rainer M. Holm-Hadulla hat ein überaus interessantes und vor allem lesenswertes Buch geschrieben, das durchaus allgemeingültigen Charakter aufweist. Auch wenn mittlerweile über 200 Jahre vergangen sind, so kann es für den modernen Leser von heute gleichfalls überaus inspirierend sein, zu erfahren, auf welche Art und Weise Goethe aus Leidenschaften schöpferische Impulse gewann: "Menschen des 21. Jahrhunderts können in Goethes Leben und Werk wichtige Anhaltspunkte für ihre eigene kreative Entwicklung und Lebenskunst finden", so der Autor, "Die psychologische Beschäftigung mit Goethes Leben und Werk ist deswegen so interessant, weil er seine persönliche Entwicklung und seine Krisen in einzigartiger Weise beschreiben konnte. Zudem hat er wirksame Bewältigungsstrategien von psychischen Konflikten entwickelt, weswegen die Beschäftigung mit Goethes Leidenschaften auch von lebenspraktischer Bedeutung ist."

In drei Teile hat Holm-Hadulla seine Psychobiografie gegliedert.
Zunächst entwickelt der Autor allgemein bedeutsame Einsichten bezüglich Goethes Leben und Werk, wobei er das Augenmerk auf dessen leidenschaftliches Streben nach einem schöpferischen Leben legt, beginnend mit seiner komplizierten Geburt am 28. August 1749, seinen Jugendjahren in Frankfurt, seiner nicht ganz einfachen Studentenzeit in Leipzig, bis hin zu den Weimarer Jahren, seiner Freundschaft mit Schiller, der Italienreise und letztendlich Alter und Abschied. Die ihn umgebenden Frauen wie Gretchen, Käthchen Schönkopf, Friederike Brion, Charlotte Buff, Frau von Stein, Christiane Vulpius, Marianne Willemer oder Ulrike Levetzow erhalten dabei besondere Beachtung. Sie sind es vor allem, die zum Projektionsschirm für Gefühle und Ideen werden. "Er spiegelt sich in ihnen, nimmt die Empfindungen seiner Geliebten auf und kehrt bereichert zu sich zurück [oder] zieht schöpferische Energie aus Enttäuschung und Zurückweisung."

Der zweite Teil des Buches befasst sich zunächst mit der Darstellung von Goethes Auffassung des Lebens als schöpferische Selbstverwirklichung, bevor der Autor dessen Leben und Werk unter den Gesichtspunkten der modernen Kreativitätsforschung betrachtet, um im Anschluss daran die Frage zu klären, ob Goethe - wie immer wieder behauptet wird - psychisch krank oder gestört gewesen sei.
Teil 3 und zugleich "Schlussplädoyer" ist eine zusammenfassende Interpretation von Goethes Gedicht "Vermächtnis".

Holm-Hadulla betrachtet zwar Goethes Weg unter psychologischen Gesichtspunkten, legt den Akzent jedoch nicht auf eine detektivische Suche nach Problemen und Störungen, sondern versucht, die Umstände zu erforschen, die zu einem produktiven und kreativen Leben führten. Dies ist ihm ausgezeichnet gelungen.

"Wir erfahren uns und die uns umgebende Welt im Akt des Verstehens. Nur durch das Verstehen finden wir einen Halt in einer chaotischen Welt von Eindrücken und Erlebnissen. Aus der verständnisvollen Begegnung mit Personen, Erfahrungen und Texten entsteht etwas Neues, das den Horizont erweitert und Orientierung verleiht. Verstehen ist dabei mehr als die rein gedankliche Strukturierung von Erfahrungen. Es ist eine umfassende Bewegung, die sinnliche und praktische Erlebnisse umgreift und in der Menschen erst zu dem werden, was sie wirklich sind oder sein können."

Fazit:
Das beständige Ringen um die Lebendigkeit des eigenen Selbst kann als Leitmotiv über Goethes gesamtem Leben stehen. Das Bedürfnis, äußere Ereignisse in einen Zusammenhang mit seinen inneren Erfahrungen zu bringen, dürfte wiederum der rote Faden sein, der jenes und sein Werk durchzieht.
Rainer M. Holm-Hadulla hat mit der vorliegenden Psychobiografie ein interessantes, äußerst lesenswertes und allgemeinverständliches, auf den Erkenntnissen der modernen Psychologie basierendes Buch über den großen deutschen Dichter geschrieben, das durchaus allgemeingültige Aussagekraft besitzt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Niemand gabornes Homosexuelles 20 Vor 7 Stunden
Zwillinge sind selten homosexuelle beide! 20 Vor 9 Stunden
Was läuft falsch in unserer Gesellschaft? 1352 Vor 14 Stunden
Rezension wurde nicht veröffentlicht...habt ihr das schon mal erlebt? 9 Vor 23 Stunden
Zu google de und tippt (mygenes.co.nz) und sieght ein wie geht nimand gaborenes Homosexuelles 40 Gestern
Suchen Quellen: Woran erkennt man verdorbene Lebensmittel? Helft uns gegen Lebensmittelverschwendung 40 Vor 2 Tagen
Selbsthypnose, bringt wirklich was? 45 Vor 3 Tagen
Kostenlose Rezensionsexemplare Top-Prüfung Koch / Köchin, Hotelfachfrau/-mann und Restaurantfachfrau/-mann 17 Vor 5 Tagen
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de