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Produktinformation
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Die Personen sind teilweise ganz anders dargestellt als im Buch, beispielsweise ist die Charlotte sehr viel kühler gegenüber Werther und ihren Geschwistern. Dass sie ihn liebt, merkt man meiner Meinung nach kaum.
Werther dagegen flirtet mehr und ist auch sonst sehr viel sympathischer als im Buch.
Albert ist ebenfalls sehr kühl gegenüber Werther, von anfänglicher "Freundschaft" wie im Buch ist kaum etwas zu spüren. Auch als Werther schließlich stirbt, berührt das Albert kaum.
Die Briefe werden sehr gut in die Handlung eingebaut; meistens werden sie im Off vorgelesen.
Teilweise ist die Handlung stark verändert, manche Szenen wurden weggelassen, andere dafür ausführlicher beschrieben oder neu dazugefügt.
Als Werther beispielsweise seine Stelle beim Gesandten antritt, wird er Zeuge einer Bücherverbrennung; die Szene, als Werther unbeabsichtigt in die Adelsversammlung hineingerät, ist sehr stark ausgeschmückt.
Sein Tod selbst wird sehr dramatisch dargestellt: man sieht die Außenwand seines Hauses, dann hört man einen Pistolenknall und die Fensterläden fliegen auf und knallen an die Wand.
Viele Szenen sind sehr dramatisch mit Musik untermalt, was den meisten denn auch mehr Dramatik verleiht.
Die Schauspieler agieren durchweg souverän und konnten sich mit ihren Rollen meist identifizíeren. Einzig Katharina Thalbach mit ihrer sehr kalten Darstellung der Lotte hat mich persönlich etwas enttäuscht.
Der Werther-Darsteller schaffte es allerdings, seiner Rolle viel Gefühl mitzugeben; Am Ende kann man mit Werther sogar Mitleid haben.
Grundsätzlich sollte man aber das Buch gelesen haben, da man sonst viele Zusammenhänge nicht versteht. Dadurch wird der Film mitunter auch langweilig.
Leider treffen einige dieser Punkte auch auf Egon Günthers Verfilmung der Leiden des jungen Werthers zu.
Eingefasst in eine Rahmengeschichte (schwarz/weiß), in der Wilhelm, der Adressat Werthers Briefe, mit einem Verleger zusammen die Schriften Werthers iest, lebt vor den Augen beider Männer die Geschichte des jungen Werthers auf.
Der Hauptteil des Films spielt dann in Farbe, von der ursprünglichen Form des Briefromans ist hier nichts mehr zu sehen, dieses "Problem" ist gut gelöst worden.
Die Hauptdarsteller sind leider mit 2.klassigen Schauspielern besetzt worden, so dass hier sehr viel Potential der glorreichen Vorlage verschenkt wird.
Die Schauspieler schaffen es leider nicht, den Zuschauer in der Weise mitzureissen, wie es das Buch schafft. Einige Szenen wirken extrem gekünstelt, beispielsweise die Reaktionen nach Werthers Selbstmord - erneut wird Potenzial verschenkt.
Ausserdem bleiben dem Betrachter einige Schlüsselstellen des Romans vorenthalten, so fehlt beispielsweise das erste Treffen Lottes und Werthers, sowie Lottes und Werthers Gespräch über Kloppstock und ihre daraus ersichtlich werdende Leidenschaft für diese Literatur.
*Fazit*
Jemandem, der das Buch bereits gelesen hat und nun noch einnmal die Ereignisse Revue passieren lassen möchte würde ich den Film durchaus empfehlen.
Als Einstieg in die Thematik oder gar als Ersatz zum Buch ist Egon Günthers Werk nicht geeignet , da es den Zuschauer eher verwirren würde anstatt ihm einen guten Einblick in Goethes Roman zu geben.
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