Dieses Buch bietet eine tolle Möglichkeit, mit Kindern den Einstieg in die Naturwissenschaften zu wagen. Es ist so konzipiert, dass Kinder im Vorschul- und frühen Grundschulalter die Experimente durchführen und die Zusammenhänge auch bereits verstehen können. Wirklich neu sind die Experimente in diesem Buch nicht: Kerze löschen durch Luftentzug, Löslichkeit von Salz und Zucker, die Haut des Wassers, Entkalken mit Cola,... findet man auch alles im Netz oder in anderen Büchern. Wenn man dann allerdings tatsächlich einmal nach Literatur sucht, die alle diese 'Klassiker' bündelt und in einen Zusammenhang zueinander stellt, wird man schwerlich etwas Besseres finden. Sehr schön ist die Anordnung nach bestimmten Oberthemen. Sowohl innerhalb dieser Themenblöcke als auch übergreifend können die einzelnen Versuche leicht miteinander verknüpft werden (die Bezüge stehen explizit im Text, sind also nicht nur für naturwissenschaftlich vorgebildete Eltern zu entdecken und nachzuvollziehen...), so dass ein Ergebnis vom letzten Experiment für ein anderes Experiment zur Erläuterung hinzugezogen werden kann. Wenn man mag, kann man also eine Kette von Versuchen rund um ein Phänomen kostruieren.
Das Buch fasst insgesamt 24 eigenständige Versuche zu vier Oberthemen (Luft, Kerze, Wasser und Lebensmittel), das verwendete Material findet sich in den allermeisten Fällen ohnehin im Haushalt oder kann leicht und sehr preiswert erstanden werden. Alle Versuche sind in so fern ungefährlich, als dass keine giftigen Substanzen zum Einsatz kommen. Aber wie der Titel schon verrät handelt es sich um ein Buch, mithilfe dessen Kinder gemeinsam(!) mit ihren Eltern experimentieren können, und dann kann auch bei den Versuchen mit Teelichtern wirklich nichts mehr schief gehen.
Die Hälfte des Buches besteht aus Zusatzmaterial: Zu Anfang sehr sinnvolle Hinweise dazu, was für Vorstellungen Kinder von bestimmten Phänomenen haben, wie man am Besten damit umgeht, und tolle Tipps für den Rahmen der Durchführung. Nach den Experimenten kommt dann noch ein Teil, den man nicht unbedingt lesen muss, um effektiv zu experimentieren, der aber nichtsdestotrotz ins Buch gehört: entwicklungspsychologischer Hintergrund (Piaget, Erikson), Begründung fürs Experimentieren im frühen Alter, Ergebnisse von Langzeitstudien, Hinweise zur WIssenschaftssprache und eine Analyse des Medienangebots für Kinder zum Thema Experimente. Und wer dann selbst so begeistert ist, dass er noch viel mehr über den Hintergrund der einzelnen Experimente wissen möchte, der darf sich gerne im nach Kapiteln geordneten Literaturverzeichnis bedienen...
Also: Uneingeschränkt empfehlenswert sowohl für Zuhause als auch für Kindergärten und und und!
Noch ein Tipp: Sehr zu empfehlen ist zusätzlich der Nachfolgeband:
Neue leichte Experimente für Eltern und Kinder. Die sind wirklich neu und es gibt einige Experimente die sich dazu eignen sie auch mit mehreren Kindern durchzuführen (z.B. für einen kleinen Kindergeburtstag?!) und zu denen man im Buch die tolle Geschichte fürs Drumherum gleich mitgeliefert bekommt.