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Leichnam, seine Familie belauernd (edition suhrkamp)
 
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Leichnam, seine Familie belauernd (edition suhrkamp) [Englisch] [Gebundene Ausgabe]

Josef Winkler
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Preis für alle drei: EUR 32,00

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (28. April 2003)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 3518124420
  • ISBN-13: 978-3518124420
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 10,8 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 356.889 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Josef Winkler
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Produktbeschreibungen

Literaturhaus.at

Dort wo du bist, dort ist der Tod! - Das beweist Josef Winkler allemal mit seinem neuen Buch "Leichnam, seine Familie belauernd", einer Sammlung von an die achtzig Prosaminiaturen, in denen er wieder einmal mit voyeuristischem Blick, aber auch selbstentblößend dem Tod auf der Spur ist. Das mag nicht verwundern, denn in den letzten zwanzig Jahren, in denen wir Winkler literarisch begegnen durften, hatte er das nur allzu deutlich zum Ausdruck gebracht: "Bei den Toten bin ich gerne, sie tun mir nichts und sind auch Menschen" (S. 45). Wiederum ist Winkler als Knochensammler unterwegs, gräbt mit jeder seiner Geschichten neue Leichenteile aus und setzt schließlich die sterblichen Überreste zu einem Textkörper zusammen, den er in/als "Leichnam, seine Familie belauernd" kunstvoll aufgebahrt präsentiert.

Winklers Totentanz wird mit einem klappernden Knochengerüst aus dem Naturgeschichteunterricht eröffnet, vor dem der Erzähler aus Angst erstarrt, weil er dem leibhaftigen Tod gegenüber zu stehen meint. Dass es sich bei dieser Episode um eine von Winklers Kindheitserinnerungen handelt, geht bereits aus der Einleitung hervor, die das Bild des menschlichen Skeletts mit der Lebensgeschichte des Autor verschränkt: "Der allerschönste und allerschlimmste Ort, an dem ich mich aufhalte, ist immer noch mein Gestell, mein Knochengerüst, in dem ich hause seit Anfang März des Jahres 1953, aber ich war mit ihm und mit mir auch einige Zeit im indischen Varanasi, in Rom, Berlin, Paris, Venedig, in Frankfurt, in Biel und anderswo zu Hause" (S. 9). Winkler stellt also den Knochenmann an seine Seite, wählt ihn als seinen Gefährten auf der Reise aus seiner Kärntner Heimat hinaus nach Wien, Berlin und Rom bis an die Ufer des Ganges. In "Leichnam, seine Familie belauernd" sucht Josef Winkler alle diese Orte noch einmal auf, wobei er in alter Manier Beobachtetes und Imaginiertes so sehr verknüpft und sprachlich erfundene Bildkompositionen so fest in der Wirklichkeit verankert, dass die Grenzen zwischen Realem und Fiktivem ins Schwanken gebracht werden.

Wir dürfen ihn dabei auf seinen Lebenswegen und Abwegen begleiten und den literarischen Spuren folgen, deren Fährte er selbst in seinem bisherigen schriftstellerischen Schaffen gelegt hat. So suchen wir nicht nur bereits bekannte Orte und Schauplätze auf, sondern begegnen auch den Protagonisten aus den Texten des Autors. Winkler schreibt hier gleichsam die Lebensgeschichte seines Heimatdorfes Kamering vom Ende her als Sterbensgeschichte weiter, knüpft sich nochmals den Kalbstrick der jugendlichen Doppelselbstmörder um seinen eigenen Hals, um als Dritter im Bunde vom Trambaum zu baumeln und wickelt schließlich die bitteren Orangen in das knisternde Papier der Moroblutorangen. Ins Zentrum seiner Textsammlung stellt er neben einer Fotografie mit seinem Abbild als konkret-biografisches Indiz seiner Indienreise auch seine schriftlich fixierten Eindrücke von den Ufern des Ganges. Zwischen Scheiterhaufen, Tierkadavern und Meinl Plastiksackerln lässt er erneut Leben und Tod im heiligen Fluss zusammenfließen.

Der Bilderkosmos, den Winkler in "Leichnam, seine Familie belauernd" entwirft, ist uns bestens aus seinen bisherigen Büchern vertraut. Winklers Erfahrungshorizont, den er bereits dort offenbart, wird kaum erweitert. Vielmehr scheint der Autor in seinen bereits vollgeschriebenen Notizbüchern geblättert zu haben, um altes Material für ein neues Buch verwerten zu können. Die sprachlichen Totgeburten seiner früheren Texte werden mit dem Skalpell der Sprache von Neuem seziert, die Sätze der Textleichen vielleicht zum einundzwanzigsten Mal umformuliert (und nicht zerstört), bis sie mit neuen Metaphern versehen aus dem Lotosblütenteich geborgen, auf schmucke Totenpölsterchen, hundsveilchenviolett, gebettet und mit Lourdes Weihwassertropfen besprengt werden können. Wären Winklers Tote, diese verfluchten Toten, nicht so kunstvoll beschrieben, seine nekrophilen Hymnen, in denen die Räume der Todessehnsucht zu Orten der Liebe erklärt werden, nicht so schön zu lesen, dann würde man Winkler folgenden Ausruf, den er auf dem römischen Markt auf der Piazza Vittorio Emanuele aufgeschnappt hat, am liebsten selbst entgegen schleudern. Li mortacci tua! - Deine verfluchten Toten!
(c) Stefan Krammer

Pressestimmen

"Nach 150 Seiten Lektüre zugeklappt, liegt das Buch in weiß-roter Unschuld auf dem Tisch, und sein geringer Umfang lässt das Ausmaß des Geschauten nicht erahnen ... In filmischen Einstellungen von sinnlicher Opulenz gestaltet Winkler bewegte Gemälde, formt in übermütiger Souveränität neu, was nicht länger [...] zur tödlichen Bedrohung gereicht. Es ist diese spielerische Attitüde eines ausgelassenen Auseinandernehmens und Neumontierens der Furien der Vergangenheit, die die Prosastücke, aller grauslichen Erinnerungsbilder zum Trotz mit einer lichten Heiterkeit überglänzt ... Die Miniaturen komponieren die Motive zu Bildarrangements von höchster Verdichtung, durchgeformt, verkürzt und verknappt in einer das Lesen kunstvoll erschwerenden, Verlangsamung erzwingenden Fülle. In der Entfernung schärft sich der Blick auf die Redseligkeit der Dinge ... Ein weiteres Mal weist sich Josef Winkler mit diesem Text aus als später Nachfahre eines anderen sprachtrunkenen Dichters deutscher Sprache, des Schlesiers Andreas Gryphius, der wie der Kärntner das Auge weit aufsperrte vor den verwesenden Eingeweiden des Lebens."  (Cornelia Niedermeyer Der Standard )

"Eine fulminante literarische Totenfeier, nebst der melodiösen Litanei aller Wundmale, die der bäuerliche Katholizismus einer empfindsamen Seele geschlagen hat." (Iris Radisch Die Zeit )

"Kleine Szenen, Geschichten und Lektüren, die meisten in sehr eindringlicher, nachdrücklicher und oft atemloser Weise um Todes-Momente kreisend, so dass einen bei der Lektüre eine starke Unruhe überfällt, die lange nachwirkt." (Hanns-Josef Ortheil Die literarische Welt )

"In 73 funkelnden Prosa-Miniaturen bringt Josef Winkler seinen poetischen Kosmos auf eindrucksvolle Weise zum Leuchten. Prädikat: Äußerst lesenswert." (ORF-Bestenliste )

"Der Kärntner Josef Winkler ist ein Partisan der Arabeske, ein Kämpfer gegen die Beschreibungsresistenz der Außenwelt, nebenbei auch ein Sarkast." (St. Gr. Profil, Wien )

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gewohnter Winkler-Stoff 8. Februar 2007
Von RockBrasiliano TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
In diesem etwas kleineren Buch, findet sich thematisch natürlich wieder das gewohnt Winklereske: Ein munterer Mix aus Tod, Sexualität und Katholizismus. Ungewohnt ist das Terrain der Kurzgeschichte und der Satire. Für Leute, die von Winkler noch nichts gelesen haben, würde ich das Werk nicht zum Einstieg empfehlen, da hier sehr auf die Vorgänger z.B. den "Ackermann aus Kärnten" Bezug genommen wird. Neben der Heimat Kärnten spielen in den kurzen Geschichten auch andere Orte eine Rolle so z.B. Varanasi in Indien, wo der Erzähler den Leichenverbrennungen am Ganges beiwohnt, auch wirklich keine leichte Kost. Sonst Rätselhaftes aber auch Lustiges (!-tatsächlich, es gibt einige Stellen, die sogar was zum Lachen sind) sowie ein Bild des Autors auf einem Friedhof in Indien. Nicht zu viele Geschichten auf einmal lesen, für den Leichnam sollte man sich ein bißchen Zeit nehmen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
... sagte einst Thomas Bernhard.
Und mit diesem schmalen, ca. 150 Seiten dicken, aber doch
schweren Büchlein ist es bezeugt: es ist fürchterlich.
und vieles fürchterliche ist hier niedergeschrieben.

es ist mein erstes, gelesenes josef winkler buch und ich bin
begeistert.
das buch besteht aus mehreren meist kurzen, nur ein maximal zwei
seiten langen textabschnitten, die das ländliche, katholische
leben beschreiben, und es tut sich schreckliches auf. ein mann
der fotos von weiblichen unterleiben sammelt, jugendliche die
einen saufgenossen körperlich misshandeln, quälen, welcher
anschließend selbstmord begeht, das sind die konkreteren
erzählungen, andere hoch poetische, verleien dem Buch die
literarisch hohe Qualität.

Wie autobiografisch manche Erzählungen sind, kann ich nicht
einschätzen, auch habe ich noch nichts gehört/gelesen, auf jeden
Fall wirken manche autobiografisch.

Zu lesen ist dieses Buch manches mal anstrengend, wegen langen

Satzketten, doch es zahlt sich aus.

Ich glaube Josef Winkler kann sie nicht mehr hören, die
Vergleiche zwischen ihm und Bernhard, doch wer Thomas Bernhard
gerne liest wird auch von Josef Winkler begeistert sein.

Fünf Sterne für das kleine, leichte Buch mit schweren Inhalt.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Meister der Kurzprosa 16. November 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch, mit seinem makaberen Titel, setzt sich aus 73 kurzen Prosastücken zusammen, die alle Themen des Autors in sich vereinen. Josef Winkler wird nicht müde frühes Leid und verstörende religiöse Rituale immer wieder aufs Neue zu beschreiben. Mit seiner perfektionierten, ausgefeilten Bildersprache vermag der Autor seinen Prosastücken eine Intensität zu verleihen, die in der gegenwärtigen Literatur seinesgleichen sucht.
Wahrscheinlich das leidenschaftlichste Buch von Josef Winkler, sarkastisch, ironisch, und oft selbstentblößend.
Manchmal habe ich hell auflachen müssen, denn vom Brutalen zum Komischen ist es oft nur ein kleiner Schritt.
Fünf Sterne für den Meister auf Kärnten-
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