Kriminalhauptkommissar Kirchenberg und sein Team auf der Spur eines brutalen Frauenmörders. Ermittlungsarbeit. Zeugenbefragungen. Endlich eine Spur. Leider falsch. Dann noch eine. Diesmal richtig. Zupacken. Entkommt der Kerl?!
Konstantin Kirchenberg privat: Fan haariger, dunkler Frauen (bloß keine Plastikbeauties!). Trinkt gern mal einen (zur Entspannung). Klaut seinen Nachbarn die Zeitung aus dem Briefkasten (erwischt?!) und steht auf die Nichte des Dönerbudenbesitzers (ob sie wohl heute wieder da ist?).
Das wäre es eigentlich auch schon. Mehr passiert nicht, dafür wird die stream-of-consciousness-Erzählweise durch ihre Unablässigkeit schnell zum Nervenzehrer - es gibt keine Ruhepunkte, alles wird mit derselben atem- und distanzlosen Unmittelbarkeit weitergegeben, mit der Kirchenberg durch den Tag läuft. Liest man das Buch ohne größere Pausen durch, geht es einem dadurch schnell wie nach vier Tassen Kaffee (abzüglich des Harndrangs).
Die Methodik der Ermittlungen ist durchaus interessant, und die Abläufe lassen die phantasieverhaftete "Polizeiarbeit" fachfremder Autoren ziemlich blaß aussehen, aber für meinen Geschmack hätte die Aufklärung doch etwas kurviger ausfallen können, auch, wenn es in der Realität offenbar gern geradliniger zugeht - so richtig komplex ist der Fall leider nicht, auch wenn der Klappentext Vollmundiges verspricht. (Hier sei auf die Kriminalromane von Donald Harstad verwiesen, einem Ex-Sheriff aus der US-amerikanischen Provinz, der verzwickte Fälle mit lakonisch-unaufgeregtem Humor, Realitätsnähe und Muß-ich-jetzt-zu-Ende-lesen-Spannung verknüpft.) Davon abgesehen ein frisches, flott zu lesendes, nicht un-witziges Debut, das auf Folgebände neugierig macht.