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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Selbst wenn man in einem Jahr tausend Filme schauen würde - "Il grande silenzio" wäre mit der erste, an den man sich später sehr gut erinnern kann. Ein herausragender Italowestern, der innerhalb eines oft zynischen Genres noch durch seinen besonderen Zynismus auffällt - wobei die sozialkritische Intention allerdings oft durchschimmert. Die Guten und Gerechten, es gibt sie in diesem Film, allerdings haben sie keinerlei Chance... Die Schneelandschaften des Filmes assoziert man sehr bald mit einem Leichentuch - und Kopfgeldjäger Loco/ Kinski konserviert und verbirgt ja auch seine bare Münze bringenden "Erlegten" im Schnee.
(Spoiler voraus - für die Wenigen, die den Film noch nicht gesehen haben.)
Das bittere, nihilistische Ende könnte auch ein Michael Reeves ("Witchfinder General" ) ersonnen haben. Bitter ist es nicht allein durch Silence' blutige Hinrichtung - Corbucci steigert das Elend noch, indem er die Geiseln danach allesamt sterben lässt. So wird der Opfertod der Erlösergestalt (einhergehend mit der Verwundung von Silence' Händen), des Revolutionärs, zur folgenlosen Marginalie erklärt. Die Revolution ist gründlich gescheitert (Corbucci: "sinnlos") und jener, in den alle Hoffnung gesetzt wurde, nach kurzem Innehalten durch Loco fast beiläufig zusammengeschossen. Er wird mit dem Körper seiner noch beiläufig getöteten Geliebten zugedeckt, sein Revolver dient dem Rädelsführer der gesetzlosen gesetzestreuen Kopfgeldjäger als Trophäe (die aber vermutlich nicht lange interessant bleiben wird). Loco ist noch nicht einmal ein Großkotz oder ausgewiesener Sadist, er weiß um seine Sterblichkeit und dass vielleicht einer irgendwann schneller ziehen wird; er ist nur ein praktisch denkender Fatalist, völlig frei von Mitleid und etwas gerissener als die Anderen.
Ein Italowestern dieser Konsequenz... da wollen mir bislang (habe erst relativ wenige der sehr zahlreichen Genrebeiträge gesehen) nur die noch abgründigeren (und brutaleren) "Se sei vivo spara" ("Töte, Django") und Fulcis "I quattro dell'apocalisse" ("Verdammt zu leben - verdammt zu sterben") einfallen. Aber bei diesen beiden überdauert immerhin der Hauptprotagonist das Inferno...
Großartig: Morricones Musik, Kinski, Trintignant, Wolff (seine Sheriff wird vom Drehbuch leider dezent karrikaturenhaft überzeichnet), auch Pistilli, und natürlich der Film als Ganzes.
Kaum zu glauben, dass Corbucci auch diverse launige Hill-/Spencer-Komödien inszeniert hat...
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Januar 2008
Schon die allererste Filmeinstellung präsentiert genreuntypisch als Totale eine winterliche Landschaft. Spätestens dann aber, wenn sich wenig später Silenzio nach dem ersten blutigen Shoot-out zu Morricones gar nicht so optimistisch aber dennoch einzigartig klingender Titelmusik durch einen verschneiten Wald müht, während die Filmcredits über den Bildschirm laufen, ahnt man dass dieser Italo-Western etwas anders wird als man es von einem Italo-Western bisher gewohnt war.

Utha, im Winter 1896. In den Bergen rund um den verschneiten Ort Snow Hill verstecken sich Outlaws, keine Schwerverbrecher, sondern Männer die aus purer Not als Diebe - um nicht zu verhungern - mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind und auf die nun ein - meist geringes - Kopfgeld ausgesetzt ist. Sie hoffen auf eine von Gouverneur versprochene Amnestie. Währenddessen werden sie von Kopfgeldjägern gnadenlos gejagt und getötet. Den Kopfgeldjägern ist es egal dass auf den Steckbriefen die Option "Tot ODER Lebend" angeführt ist, das durch das Gesetz legitimierte Töten erscheint ihnen einfacher, so können die Gejagten nicht mehr davon laufen. Unterstützt durch Pollicut (Luigi Pistilli) dem örtlichen Bankier und Friedensrichter ist Loco (Klaus Kinski) einer der aktivsten und skrupellosesten der Kopfgeldjäger. Loco führt dabei über die Getöteten, wie ein Kaufmann über seine Ware, genau Buch.

Silenzio (Jean-Louis Trintignant) ist ein stummer, schwarz gekleideter Revolverheld der Kopfgeldjäger jagt. Er schießt seinen Kontrahenten entweder in den Kopf oder die Daumen ab. Auch er tötet im weitesten Sinne im Rahmen des Gesetzes. Er provoziert seine Opfer, so dass diese zuerst ziehen und erschießt sie dann quasi in Notwehr. Er wird überwiegend von Angehörigen der von Kopfgeldjägern Getöteten engagiert um deren Tod zu rächen. Warum Silenzio dies eigentlich tut klärt sich im Laufe des Films.

Nachdem Paulines (Vonetta McGee) Mann (den Pollicut in den Ruin trieb weil er hinter Pauline her ist) ebenfalls von Loco getötet wurde, beauftragt sie Silenzio der nun Loco töten soll. Doch Loco weiß um die Gefährlichkeit seines Gegners und lässt sich nicht so leicht provozieren.

Um dem Morden Einhalt zu gebieten wird vom Gouverneur der aufrechte Sheriff Burnett (Frank Wolff) nach Snow Hill entsandt. Doch auch er kann nach anfänglichen Erfolgen ein eskalieren der Gewalt nicht verhindern. So entlässt der Film letztlich den Zuseher betroffen mit Bildern von fallendem Schnee auf Leichen in winterlicher Landschaft.

Sergio Corbucci (Django, Mercenario) hat hier ein Hauptwerk des Italo-Western geschaffen. Brutal, zynisch und unbarmherzig. Die den ganzen Film über präsente Winterlandschaft sowie der wunderbare elegische Soundtrack von Morricone schaffen eine düstere morbide, für einen Western einzigartige, Atmosphäre. Neben der kompromisslosen Inszenierung (FSK 18 hat durchaus Berechtigung) durch den Regisseur ist vor allem das gute Schauspiel aller Beteiligten, vor allem aber das der Hauptdarsteller hervorzuheben. Trintignant spielt den stummen Revolverhelden sehr eindringlich und fungiert bald als Sympathieträger, obwohl auch sein Agieren einer moralischen Prüfung nicht ganz Stand hält. Kinskis Verkörperung von Loco ist eine seiner besten Rollen, angsteinflösend und diabolisch, jedoch im weitesten Sinne im Rahmen der Gesetze agierend, dabei auch erfreulich weit weg von seinem Klischee als unbeherrschter Wahnsinniger. Frank Wolffs Sheriff ist die einnehmende Verkörperung der gesetzlichen und vor allem moralischen Autorität, manchmal etwas linkisch und ungebildet wirkend, jedoch mit wachem Intellekt und obendrein ein ausgezeichneter Schütze, der gerade durch seine Rechtschaffenheit grandios scheitert. Vonetta McGee überzeugt in ihrem verzweifelten Bestreben das durch den Tod ihres Mannes, der Opfer gesetzlich sanktionierter Gewalt wurde, erlittene Unrecht zu rächen und dafür sprichwörtlich alles zu geben. Besonders aber das dramatische und kompromisslos-konsequente Finale wird sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Es gehört zweifelsohne zu den Italo-Western Highlights.

Die Bildqualität der DVD ist an manchen Stellen nicht mehr so gut, was die Güte des Films aber nicht schmälert. Es ist dies doch schon eine ältere DVD Umsetzung von der man sich eine Neuauflage mit digital restauriertem Bild wünschen würde.

Als Extras gibt es:
Filmtrailer
Alternatives Ende (nur ohne Ton). Lt. DVD Cover für den japanischen Markt gedreht. Interessant anzusehen, weit weniger dramatisch als die Filmfassung. Kann mir auch nicht vorstellen dass dieses Ende ernsthaft verwendet werden sollte.
Unbedeutendes Interview mit Klaus Kinski das mit dem Film nichts zu tun hat. Darin ist Kinski jedoch weitaus weniger gelassen als im Film und rastet unmotiviert aus.

Für Musikliebhaber ist übrigens die Musik-CD mit der überwiegend elegischen Musik Morricones empfehlenswert.

Resümee: Ein Hauptwerk des Italo-Western das in einer DVD Sammlung enthalten sein sollte. Ein muss für Italo-Western Fans!
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. November 2006
Selten zuvor war ein Western so intensiv. Die Schneelandschaft vermittelt einem ein eisiges Gefühl und die allgemeine Situation der Bevölkerung ist erschreckend. Arme Bürger müssen aus der Not heraus stehlen und darum wird ein Kopfgeld ausgesetzt. Skrupellose Kopfgeldjäger werden davon natürlich magisch angezogen und sorgen für eine ordentliche Anzahl an toten Bürgern, denn lebend sehen sie die Diebe gar nicht gern.

Sergio Corbucci schuf mit diesem Film ein echtes Meisterwerk, einen Meilenstein für das Kino im Allgemeinen und den Western im Speziellen. Schlichtweg ein Kultfilm! Doch woran liegt das?

Zum einen an der Ausgangsposition, die so ziemlich jeden anderern Western in die Pfanne haut. Und dann natürlich an dem Verlauf der Handlung.

Der wortkarge Silence macht Jagd auf Kopfgeldjäger. Er provoziert jene, bis sie den Colt ziehen und ehe sie sich versehen hat Silence ihnen entweder die Daumen abgeschossen oder gar gleich das Leben genommen. Nett ist Silence also auch nicht gerade, aber dazu hat er auch absolut keinen Grund, wie man später im Film erfährt.

Jedenfalls ist auf der anderen Seite Loco. Dargestellt von einem hervorragenden Klaus Kinski, lässt sich dieser nicht provozieren. Denn Loco hat Krips und überlegt gut und ist ehrgeizig. So sieht man eine äußerst makabare Einsammelaktion von Loco. Er hat schon zwei Leichen auf der Kutsche und erinnert sich gerade dass er dort im Schnee noch eine verstaut hat.

Um nun dem Treiben rund um Snow Hill ein Ende zu betreiben, schickt der Gouvernor einen neuen Sheriff. Der hat anfangs ziemliche Probleme mit den armen Bürgern, die ihm das Pferd abnehmen, allerdings wird auch bald klar das man nicht mit ihm spaßen sollte, auch wenn er recht trollig aussieht mit seinen Augenbraun.

Die drei Hauptdarsteller wissen also absolut zu überzeugen und auch die Nebendarsteller werden gut gespielt. Die Regiearbeit ist sehr gut. Sonderlich außergewöhnlich neue Aufnahmen wie zB in Spiel mir das Lied vom Tod sind jetzt nicht dabei. Auch keine schnelle Schnitte wie im Finale von Zwei glorreiche Halunken. Dafür wird aber auch hier das Ende, gleich wie in den beiden gerade genannten Western, so super inszeniert, das man einfach sagen muss, dieser Regisseur hats drauf.

Die Musikkulisse stammt von Morricone und die Synchro finde ich passt auch ganz gut.

Fazit: Man kann ihn mit vielen Wort loben. Kult, Geniestreich, Meisterwerk, Meilenstein, Filmerlebnis, unvergessliches Ende. Es trifft alles zu!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 5. Dezember 2014
"Leichen pflastern seinen Weg" ist zu Recht ein Meilenstein des Italowesterns und doch mehr als ein weiterer (angenehm) dreckiger Genrefilm. Die zynische Geschichte um den skrupellosen Kopfgeldjäger Loco (Klaus Kinski), einen stummen, mystischen Revolverhelden "mit Vergangenheit" (Jean-Louis Trintignant) und einen gutwilligen, aber hilf- und machtlosen Sheriff (Frank Wolff) sowie ein paar Outlaws aus schierer Not ist auch ein Mikrokosmos einer aus den Fugen geratenen Gesellschaft. Unterstützt vom Großkapital (verkörpert durch einen Bankier) im Klüngel mit der Regierungsmacht (einem eitlen Gouverneur), treibt das Prämienjägerwesen sein Unwesen und geraten auch solche Menschen, die bedenkenlos (und mit gewisser Freude) für Geld töten, auf die Seite des Gesetzes. Unvergessen die Szene, in der Loco Bleistift und Notizbuch zückt und genau wie der Bankier Buch über seine Geschäfte führt – das heißt, sich einen Erschossenen als Aktivposten notiert, nachdem er gerade zur Tat geschritten war. Der Stumme, "Silenzio", ist aber auch nicht grundgut und kennt ebenfalls einen Trick, um durch die Maschen des Gesetzes zu schlüpfen – "Notwehrprovokation". Bemerkenswert, wie deutlich der Film die Machtlosigkeit der politischen und rechtlichen Institutionen herausarbeitet; bemerkenswert oft steht der Sheriff auf verlorenem Posten, obwohl er positiv gezeichnet ist. Erst muss er vor dem Gouverneur katzbuckeln, dann kommt er mit den winterlichen Temperaturen in seinem neuen Einsatzgebiet nicht zurecht, dann weiß er zunächst nicht, wo die Grenzen seines Machtgebietes liegen, dann lässt er sich von Loco in einem absurd bürokratischen Gespräch über die Bestimmungen des Leichentransports über den Tisch ziehen, dann scheitert er bei dem Versuch, Loco mit Legalität und Augenmaß das Handwerk zu legen. Dabei ist dieser bisweilen brutale Film alles andere als amoralisch. Er zeigt zwar, dass Fairness, Recht und Gesetz keine Chance haben. Aber er findet es nicht gut. Wunderbar der vielsagende Blick Silenzios am Ende, als sein Gesicht ein gewisses Erstaunen darüber verrät, dass Loco seine letzte Schurkerei nicht scheut, obwohl Silenzio nun wirklich alles andere als ein naiver Gutmensch ist.

Der Film kritisiert die Perversionen einer Gesellschaft, indem er sie zeigt, statt den Zeigefinger zu erheben. Obwohl die Hauptfigur stumm ist, wird ansonsten viel geredet, und so zeigt sich: Das bringt gar nichts, zumal Loco auch in Eloquenz dem Sheriff mindestens genauso überlegen ist wie mit der Waffe. Der "Verrückte" als ziemlich unverrückt wirkender, kühler Trickser und Geschäftsmann; ungewöhnlich für Kinski, der in einer entscheidenden Szene gegen Silenzio einen Sieg davonträgt, weil er sich nicht provozieren lässt. Wenn der Verrückte halbwegs normal wirkt und der Normale zwar nicht verrückt, aber wie der Sheriff als hilfloser, idealistischer Narr daherkommt: Was ist das für eine Welt?

Überhaupt, die Frage "Was ist das für eine Welt?" stellt der Film mehrmals nachdrücklich; das ist auch so eine hübsch unaufdringliche, aber daher umso eindringlichere Kritik an einer Gesellschafts(un)ordnung. "Eine verrückte Welt, wenn man Gesetzlosen etwas zu Essen spendiert", meint sinngemäß der Bankier – und angesichts der schieren Not der Outlaws fragt man sich, wieso eigentlich. "Eine verrückte Welt, wenn ein Schwarzer doppelt so viel wert ist wie ein Weißer", meint Loco, sich auf die Kopfprämie beziehend – und man fragt sich, wieso der Wert der LEBENDEN Schwarzen eher umgekehrt zu niedrig ist. Hier sind nur im Tod alle gleich, was aber den Hunger nach Gleichheit im Leben erkennen lässt. Die Frau des erschossenen Schwarzen wird sogar mit einem Weißen, mit Silenzio, ins Bett steigen – und zwar, wie ich meine, nicht nur aus Dankbarkeit bzw. zur Abgeltung eines "Rächerlohns".

Bei alldem verharrt der Film nicht darin, Gesetz und Recht als unterlegene, aber bessere Alternative anzupreisen – denn auch die Kopfprämien werden schließlich vom Staat gezahlt (herrlich die Wortgefechte zwischen Loco und dem Sheriff um bürokratische Hindernisse der Prämienauszahlung!). Die Rechtsordnung macht sich die Finger schmutzig, wird die von ihr gerufenen Geister nun nicht mehr los und muss ausgerechnet auf einen ebenfalls unsauber vorgehenden Rächer setzen, um dem Kopfgeldmorden Einhalt zu gebieten.

Während Regisseur Sergio Corbucci sich in "Django" noch manchen Quatsch wie abrupte Wechsel zwischen kargem Schlamm/Trockenheit/durchaus vorhandener Vegetation geleistet hatte, ist "Leichen pflastern seinen Weg" auch optisch stringenter: Es gibt eine unwegsame Winterlandschaft, die der Film (anders als der Alpenwestern "Das finstere Tal" im leicht hoffnungsvollen Schlussbild) nie verlässt. Das passt zu dem Bild eines Mikrokosmos, der gleichwohl auch ästhetisch komplex und disparat ist. Grandiose Panoramen wechseln mit beinahe abstrakter Schwarz-weiß-rot-Malerei. Es gibt fast völlig vom Schnee zugedeckte Bilder, auf denen nur ein Atemhauch, ein karger Busch, Teile von Pferden, Gesichtern, Waffen, auffliegende Vögel als Symbol für Bedrohung und Chaos (jaja, Hitchcock und antike Mythen…), schließlich das rote Blut auf dem weißen Schnee zu sehen ist. Oder ein Mann flüchtet durch den Wald und die Kamera ist so nah dran und schwenkt so schnell mit, dass die Bäume wie schwarze Balken im Weißen vorbeihuschen, wie Gitterstäbe, die kein Entkommen zulassen. Doch auch die Bergmassive in den Totalen zeigen keine Erhabenheit, schon gar keine Offenheit, sondern ebenfalls ein Gefängnis. Und so ist das ja auch in übertragener Hinsicht. Wie das Ende der 1960er Jahre im europäischen Genrekino üblich war, wechseln Ruhe in der Totalen oder in extremen Großaufnahmen mit flirrender Unruhe und mit nervösen Schwenks und extremen Zooms; aber diese beunruhigende Nervosität geht mit einem kohärenten Eindruck der Eingeschlossenheit einher. Corbuccis Bildsprache ist stringenter, sinnfälliger, weniger unlogisch-selbstzweckhaft, reifer, aussagekräftiger geworden – aber keinesfalls weichgespült! So wie dieser ganze Film als gesellschaftspolitische Ideologie gesehen werden kann, die aber ihre Rohheit nie aufgibt, die das Genre so einzigartig macht. Neben der Politik gibt es sie noch, die Mystik, die Tragik des einsamen Mannes mit Vergangenheit, nicht zuletzt die traurig-schöne, manchmal erhaben-opernhafte Elegie von Morricones Soundtrack. Wenn seine Choräle einsetzen, weiß man nie, ob das Engel oder Todesengel sind. Somit ein Italowestern, der über sich hinauswächst, ohne sich zu verleugnen.

Die technische Ausstattung der DVD wurde hinreichend in anderen Rezensionen beschrieben; auch wird dort oft zu Recht erwähnt, dass die Bildqualität nicht optimal ist. Das ist letztlich Glaubensfrage; z.B. hat sich Filmregisseur und -publizist Dominik Graf ("Schläft ein Lied in allen Dingen" – Texte zum Film) vehement dafür ausgesprochen, dass dreckige Filme auch dreckig aussehen. Ich gebe ihm Recht. In welcher Weise mancher Klassiker optisch aufpoliert und farbverstärkt wird, sodass er in einer Weise erstrahlt, in der er es nie konnte und vor allem nie sollte, ist unerträglich. Daher ist – angesichts durchaus kräftiger Farben – gegen das manchmal verkratzte, manchmal "verschleierte" Bild und ist gegen die gelegentlich etwas patinierten Gesichter und Kulissen nicht das Geringste zu sagen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. September 2012
1968. In Prag rollen russische Panzer, in Paris werden Barrikaden gebaut, in Chicago Studenten verprügelt, in Bonn fliegen Steine. Aufruhr, Rebellion...Revolution? Die Doors und die Stones liefern den Soundtrack. Und Sergio Corbucci den entsprechenden Film: "Il grande silenzio". Corbucci mag keine Western, dreht aber eben einen solchen, um seine Message an den Mann zu bringen, da kann man ihn einen Opportunisten nennen (ein paar Lire wird es ihm zudem eingebracht haben). Aber er erzählt dafür gnadenlos direkt und brutal seine Version einen spezifischen katholischen Klassenkampfes, nämlich den einer Erlösung, einer messianischen Befreiung aus den Ketten des Kapitalismus. Ein Passionsspiel.

Im Berggebiet Utahs macht ein harter Winter in den Jahren 1897/98 das Leben der armen Siedler unmöglich. Es ist kaum Essbares vorhanden und so greifen sie einzelne Wagenladungen mit Proviant ab. Der Gouverneur erklärt die vermeintlichen Wegelagerer zu Kriminellen und so finden sich in der Stadt Snow Hill immer mehr Kopfgeldjäger ein, die die Vogelfreien töten und dafür mal größere, mal kleinere Belohnungen einstreichen. Loco (Klaus Kinski) ist einer davon. Ihn zeichnet besondere Hinterlist und Skrupellosigkeit aus. Eng arbeitet er mit dem Händler Pollicut zusammen, der als Friedensrichter der Gegend auch die Prämiensummen verwaltet und auszahlt. Nachdem Loco und seine Männer den jungen Ehemann von Pauline getötet haben, versucht sie, Silence anzumieten, der wiederum Loco töten soll. Silence ist ein legendäre Gestalt in der Gegend, zieht er doch seit Jahren umher und tötet seinerseits die Kopfgeldjäger. Mal für Geld, meist aus Leidenschaft. Er wurde als Kind Zeuge ihrer Arbeit und sein Schweigen ist umittelbar mit dem Schicksal Pollicuts verbunden. Silence, um selbst nicht unter Kriminalitätsverdacht zu geraten - er verläßt sich bei seinen Tötungen einerseits auf sein Geschick, er zieht enorm schnell, andererseits auf seine automatische Pistole, die es ihm ermöglicht, schneller, ohne Durchladen abdrücken zu können - provoziert seine Opfer, bis diese den Revolver ziehen. So kann er immer aus "Notwehr" handeln. Loco jedoch kennt diesen Trick und läßt sich nicht provozieren. Er weiß, daß das Gesetz hinter ihm steht, er tut nominell nichts Unrechtes. Doch der Gouverneur hat von den massenhaften Tötungen gehört und erwägt eine Amnestie. Dazu schickt er Sheriff Burnett nach Snow Hill. Er soll die Ordnung wieder herstellen. Sein Eintreffen bringt Bewegung in die statischen Verhältnisse vor Ort. Der Sheriff, Loco und Silence treiben zu einem tödlichen Showdown aufeinander zu...

Vielleicht sollte man Corbuccis Klassiker eher mit einem von Pasolinis oder Francesco Rosis frühen, realistisch-analytischen Sozialdramen vergleichen? Allerdings, das muß erwähnt sein, funktioniert "Leichen pflastern seinen Weg" als Western hervorragend. Corbucci, der immer wieder mal betont hat, Western zu verabscheuen, hat seine Hausaufgaben gemacht: den klassischen Hollywoodwestern nicht unähnlich, weiß er ökonomisch genau, Dynamik, Ruhe, Höhepunkte zu setzen; die Story ist einfach und dennoch trägt sie die knapp über 100 Filmminuten, zudem ist sie allgemein genug, um metaphorischen, mythischen Charakter anzunehmen; das Personal ist stimmig, man erkennt es, so wie es im Western sein muß, Corbucci weiß eine jede Figur jedoch noch mit genug eigenem auszustatten, damit alle interessant bleiben; nicht zuletzt funktioniert die Geschichte sowohl auf der Ebene, wofür der Film dann ja bekannt wurde, also der politisch-ideologischen, aber ebenso funktioniert sie auf der für den Western so wichtigen persönlichen Ebene: es ist ein Rachedrama, wie bei Mann oder Boetticher.

Im vermeintlich vorrevolutionären Europa konnte man Standpunkte, wie Corbucci sie naiv darlegt, problemlos vertreten. Die Art und Weise, wie der Film das kapitalistische Element ausstellt, verdeutlicht, daß der Western dies eigentlich fast immer getan hat. Nur geht "Il grande silenzio" den Schritt weiter, indem es nicht um ein gutes Gewehr, einen Schatz, eine Frau geht - also alles Dinge, die Männer in klassischen Western erobern und sich damit (etwas) verdienen - sondern direkt ums Leben. Beziehungsweise um das beendete Leben. Ein Nicht-Leben ist hier reines Geld wert. Ein Mehr(wert) existiert nicht. Loco führt ein kleines Büchlein, in dem er die Nummer der Leiche, die Identität selbiger und deren Standort einträgt. Er zückt einen kleinen Bleistift, um zu notieren. Und man erwartet, daß er gleich die Spitze anleckt. Daß Kinski es nicht tut in dieser Rolle, macht ihn für mich groß. Corbucci nimmt den Western auf dessen ureigenem, amerikanischem Terrain sehr ernst.

"Il grande silenzio" musste sich, v.a. wegen des Erscheinungsjahrs, immer die Vergleiche mit Leones Meisterwerk "Spiel mir das Lied vom Tod" gefallen lassen. Ein Vergleich, der hinkt. Leone liebte den Western und das merkt man in jeder Sekunde seines Films. Corbucci will etwas spezifisches Erzählen. Dazu nutzt er den Western, wissend, daß gerade das Subgenre "Italowestern" boomt wie nie. BEstenfalls steht er seinem Genre indifferent gegenüber.

Man hat es hier mit etwas komplett anderem zu tun, als in Leones Großbreitlautleinwandfilm. "Il grande silenzio" ist leise. Die Musik ist weitaus verhaltener, als die zu "C'era una volta il west". Beides jedoch Ennio Morricone, er muß parallell daran gearbeitet haben. Zwar zucken auch hier die durchaus triumphalen Töne hervor, doch zu elegisch die Geschichte, zu elegisch die Bilder. Die Musik verweht. Ebenso die Bilder. "Il grande silenzio" ist ein enger Film. Selbst wenn er in die extremen Weiten geht, die Schneelandschaften sich an den Berghängen ausbreiten, immer durchzieht diese Flächen die Spur eines Reiters oder einer Kutsche. Und so werden selbst diese Motive zu solchen der Enge, zu Rahmungen, zu erdückendem Weiß: Hier kann sich niemand ausbreiten, hier ist nicht das gelobte Land, das einen jeden aufnimmt. Hier ist es kalt und unwirtlich, hier kann nur überleben, wer bereit ist zu töten und deshalb wird Töten zu einer institutionellen Angelegenheit. Aber das Gros der Szenen des Films nutzt gar nicht diese Landschaften. Meist spielen sich die einzelnen Szenen in den engen, dunklen Räumen der Siedlung ab. Äußerlich wirken die Häuser oft riesig, wodurch selbst in den Außenaufnahmen innerhalb der Stadt selten weite Bilder, Bilder mit Himmel entstehen, sondern ebenfalls wieder Beengung und Düsternis vorherrschen. Im Innern scheinen all diese Häuser jedoch kleine Räume mit niedrigen Decken zu haben. Die Bilder fransen oft in der Dunkelheit dieser spärlich beleuchteten Räume ins Dunkel der Ränder aus. Die gewählten Bidlausschnitte zeigen uns fast in Nahaufnahme Hinterköpfe, Rücken, im Rest des Frames steht uns jemand am anderen Ende des Raumes gegenüber. Daß der Film [ACHTUNG, ab hier SPOILER] kein Happy-End hat (und zudem, wenn man das alternative Ende - dank dieser DVD-Ausgabe ist es möglich - gesehen hat!), kein Happy-End haben kann, ist praktisch in jedem Moment klar. Diese Welt ist durch und durch materialistisch, hier existiert nur der reine Gewinn. Sie braucht eine Läuterung. Silence zeigt Züge eines Messias, eines Racheengels auch, der die Sünden reinwaschen zu können scheint. In dem Moment, in dem dies nicht merh möglich ist, erhält er Züge eines Erlösers. Messiansische Überwindung eines verkommenen Systems.

Corbuccis Message ist heutzutage natürlich überholt. V.a. in ihrer Naivität. Die Logikbrüche der Handlung, die dann immer nur allegorisch zu verstehen sind, sind heute zu frappierend. So erfährt man eigentlich nie, für wen die Waren, die die Armen stehlen und verteilen, eigentlich gedacht sind. Man sieht nicht wirklich viel von der Stadt, außer dem korrupten Pollicut und den Mädchen im Saloon scheint niemand dort zu leben. Auch wird nicht klar, ob Silence sich für gewöhnlich bezahlen läßt. Er gibt Pauline auf deren Drängen schriftlich einen Preis an. 1000$ will er haben. Damit verlöre Silence natürlich sein messianisches Charisma. Corbucci inszeniert ihn - und will das auch so, folgt man den Zitaten in Hembus "Westernlexikon" - klar als Erlöser. Diese Figur muß sterben, damit überhaupt noch Hoffnung entstehen kann. Daß es nach der Tötung von Silence noch zu einem Massaker kommen muß, um wirklich zynisch dieser klatholischen Hoffnung abzuschwören, zeigt in der Rückschau vielleicht, daß Corbucci einen ganz guten Riecher hatte für das, was auch auf Itlaien zukam in den folgenden 10 Jahren. Nicht nur in Deutschland, auch in Italien haben Linksterroristen in den 70er Jahren getötet. Mag sein, daß Corbucci das gnadenlose Zerfallen der Linken am Ende der 60er Jahre (auch und gerade in Italien) sehr genau verfolgt hatte. >Mag sein, daß er auch in diese Richtung ein Statement abgeben wollte. Die Härte, die sein Film hat, ist trotz ihrer scheinbaren Beiläufigkeit weitaus realistischer als beispielsweise Leones.

Deshalb auch keine volle Punktzahl, "Il grande silenzio" ist heute ein wnig angestaubt. Und trotzdem bleibt es ein guter Western in seiner Direkt- und Einfachheit. Und einer der wirklich besten Italowestern allemal.
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am 13. Februar 2012
Für einen Italo-Western fängt der Film eigentlich sehr typisch an. Ein einsamer Reiter reitet seines Weges und ein paar düstere Gesellen lauern ihm auf. Nahaufnahmen wechseln mit Totalen ab so das direkt die Spannung da ist. Doch irgendwas ist anders!
Kein Staub, keine unbarmherzige Sonne, die vom Himmel brennt sondern klirrende Kälte und meterhoher Schnee prägen das trostlose Szenario. Also im Grunde doch alles beim Altem?

Mitnichten, denn alleine die Grundidee ist etwas besonderes. Klar, auch in anderen Italo-Western sind das Gute und das Böse kaum voneinander zu unterscheiden. Jeder hat so seine Leiche im Keller liegen und jeder will sich einen Vorteil verschaffen. Koste es, was es wolle. Doch hier wird diese charakterlose und zynische Weltanschauung vom Gesetz her sogar legalisiert und so hält Corbucci - auch noch in unserer Zeit - der korrupten und maßlosen Gesellschaft den Spiegel vor. Hier ist das Böse im Recht und hat - natürlich - dabei einen Mordsspaß.

Das für die Rolle des skrupellosen Kopfgeldjägers "Locco" Klaus Kinski gewonnen werden konnte ist ein Glücksgriff. Er spielt diesen zum einem sehr fies und hinterhältig,zum anderen vermeidet Kinski es aber sehr geschickt, sein Image als cholerischer Irrer zu bestätigen. Er hält sich insgesamt doch angenehm zurück und verleiht damit seiner Figur aber eine undurchschaubare Intensität, die unter die Haut geht. Perfekt!
Ihm gegenüber steht Jean-Louis Trintignant in nichts nach. Sein "Silence" erzeugt in einem auch ohne ein Wort ein Gefühl, das man nur als Aura beschreiben kann. Auch er ist nicht frei von Skrupellosigkeit und es treibt ihn im Grunde nur die Rache an doch die Sympathie ist klar auf seiner Seite. In jeder Szene kann man seine Gefühle und Gedanken lesen, so das hier Wörter fehl am Platz gewesen wären.

So belauert man sich bis zum denkwürdigen Finale. Es wäre ein großer Fehler, dieses jetzt näher zu beschreiben. Ansehen, staunen und die Kinnlade danach wieder einrenken ist hier angesagt. Mit einem Wort: Konsequent!

Ich habe bewusst auf eine kurze Inhaltsangabe verzichtet, weil man sollte völlig unvoreingenommen an Il grande Silenzio ( der Orginaltitel passt viel besser!) herangehen und in dieses atmosphärische Meisterwerk von der ersten Minute an eintauchen.
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am 11. Januar 2012
Im Pelzmantel stapft Kopfgeldjäger Tigrero durch den Schnee, buddelt gelassen jene Männer aus, die er in den letzten Tagen getötet und am Wegesrand deponiert hat und lädt sie auf die Kutsche. Im Städtchen Snow Hill will er die Belohung kassieren und dann erneut auf die Jagd gehen.
Währenddessen fordern die Hinterbliebenen der Opfer Rache und bitten den stummen Silencio, Tigrero zu töten. Eine blutige Hetze beginnt und es folgt ein geradezu biblischer Showdown zwischen Tigrero und Silencio, Satan und Erlöser.

"Entsetzt" beschreibt wohl am besten mein Gefühl, als ich "Leichen pflastern seine Weg" das erste Mal sah. Wer John-Wayne-Figuren gewohnt ist, die für Recht und Ordnung sorgen und dann in den Sonnenuntergang reiten, dem wird es ähnlich ergehen. Moral? Gibt's nicht. Gerechtigkeit? Nö. Happy End? Ha!
Wenn man das Filmende jedoch verdaut hat und noch einmal genauer hinsieht, entpuppt sich "Il Grande Silencio" als origineller und perfekt inszenierter Geniestreich. Selbst aus dem eher unkonventionellen Genre des Italowesterns ragt Corbuccis Gemetzel heraus: Der Zuschauer bekommt eine Hommage an das Böse, verkörpert durch Klaus Kinski, der seine Rolle fast zu überzeugend spielt.

Das Sahnehäubchen ist Ennio Morricones meisterhafte Filmmusik. Sie wirkt wie eine unsichtbare Protagonistin, die den Szenen einen süßlich-schmerzlichen Schauer verleiht.

"Leichen pflastern seinen Weg" ist ein Meilenstein der Filmgeschichte und gehört zur Kategorie "Muss-man-gesehen-haben".
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am 12. November 2012
Ein sehr spannender Western, den man sich jedoch nicht anschauen sollte wenn man keine starken Nerven hat.
Denn er beruht auf waren tatsachen und stellt im warsten Sinne das grauen von Mord und Todschlag euserst Realistisch und Dramatisch da. Er zeigt wie sehr manche Menschen das Gesetz für ihre Zwecke misbrauchen kännen
wenn sie einen anderen so lange Provozieren, das er sich vor dem Gesetz schuldig macht.
Abgesehen davon warne ich die käufer im voraus, das man sich den Film nicht ansehen sollte wenn man einen Western
erwartet der darauf hinausläuft das der Scherif die Banditen hängt und Mann und Frau glücklich bis an ihr
Lebensende auf ihrer Rench leben können. Er ist ein äußerst blutiger und ungewöhnlicher Western, der den Zuschauer
bei der Darstellung Menschlicher Grausamkeit und Bosheit nicht schont, aber dennoch dadurch auch ein einmaliger Western, mit Klaus Kinski einem meister in der Rolle des Bösewichts, ob man ihn als Dracula in Noshferatu sieht oder eben als Loko in Leichen Pflastern seinen Weg.
Zum schluss möchte ich dem Leser ebenfalls mitteilen das dieser Film auch wenn ich sein Ende schon im vorraus kannte
und ein jeder zuschauer der keine Brille braucht es in den letzten 10 Minuten eraten kann mich sehr mitgenommen und
geschockt hat.

Sollten sie sich dem Film kaufen, sollten sie sich auch unbedingt "Django", welcher vom selben Regiseur stammt,
mit dazulegen.
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TOP 1000 REZENSENTam 10. September 2014
Leichen pflastern seinen Weg ist ein sehr gut gemachter Italowestern aus 1968 mit Jean-Louis Trintignant und Klaus Kinski in den Hauptrollen. Der Film hat vorallem wegen seinem ungewöhnlichen Ende eine besondere Stellung im Westerngenre. Erwähnenswert ist auch, dass er, untypisch für einen Western, in einer wunderschönen, tief verschneiten Berglandschaft spielt. Schauspielerische Leistungen, Kulissen, Handlung, alles wirklich sehenswert und gut gemacht. Der Film bot damals wie heute auch eine gewisse Kapitalismuskritik in sich.

Klaus Kinski spielt einen skrupellosen Kopfgeldjäger der, mit dem Gesetz auf seiner Seite, ohne Not haufenweise durch Steckbrief Gesuchte ("tot oder lebendig") tötet. Er steckt mit dem zuständigen Friedensrichter unter einer Decke, der nach gutdünken die Steckbriefe ausstellt. Jean-Louis Trintignant spielt Silent, einen stummen Rächer, der für Gerechtigkeit sorgen will. Bevor es zum Showdown kommt, fließt viel Blut.

Die restaurierte Bildqualität der DVD ist gut, leider bedingt das kleine Bildformat schwarze Streifen an allen vier Seiten. Der Film ist ungeschnitten. Ton ist auf deutsch und italienisch in gut verständlichem Mono vorhanden.

Der zugehörige Wikipedia-Artikel ist lesenswert. Silent war wohl vorallem deshalb "silent", weil Trintignant nicht gut Englisch sprechen konnte...
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am 11. März 2014
Der Italowestern brach ja an sich schon mit den Klischees der amerikanischen Filmtradition, in dem er die klassische Rollenverteilung in gut und böse aufweichte und die Guten nun auch ein bisschen fies und schmierig sein, die Bösen hingegen auch durchaus menschliche Seiten haben durften.
"Leichen pflastern seinen Weg" ging mit dem Bruch nun noch weiter: Zum einen ist das Setting in der verschneiten Berglandschaft als äußerst ungewöhnlich zu bezeichnen (Quention Tarantino lässt seine Protagonisten in "Django unchained" als Hommage übrigens ebenfalls durch verschneite Landschaften reiten). Zum anderen siegen diesmal nicht die Guten.
Corbuccis Western sind generell rauher und direkter als Leone's Epen (die ich übrigens vergöttere) und "Leichen pflastern seinen Weg" macht dabei keine Ausnahme. Gut, die Spezialeffekte sind natürlich schon etwas in die Jahre gekommen, aber dennoch trifft einen die kaltblütige Brutalität, eingebettet in ein von Ennio Morricones Klängen untermaltes fast schon endzeitlich anmutendes Winterszenario, auch heute noch.
Sehenswerter Winter-Italo-Western für Genrefreunde. ds
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