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Leichen pflastern seinen Weg

Klaus Kinski , Jean-Louis Trintignant    Freigegeben ab 18 Jahren   DVD
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (48 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 8,49
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Rezensionen

Produktbeschreibungen

Kinowelt Leichen pflastern seinen Weg, USK/FSK: 18+ VÃ--Datum: 25.09.01

VideoMarkt

In den winterlichen Rocky Mountains des vorigen Jahrhunderts treibt Väterchen Frost die steckbrieflich gesuchten Ganoven zu Scharen aus ihren Verstecken auf den Bergen in die wärmeren Täler mit ihren Ansiedlungen. Dort finden sich Kopfgeldjäger aus dem ganzen Land ein, die schrecklich unter den Gesuchten wüten. Da taucht ein geheimnisvoller, stummer Revolvermann auf und schlägt sich wirkungsvoll auf die Seite der Bedrängten. Eine Allianz von Kopfgeldjägern und lokalen Interessenträgern setzt seinem Wirken ein grausames Ende.

Video.de

Blendend schön photographierter, allegorischer Italowestern, in dem einer der Väter des Genres, der "Django"-Regisseur Sergio Corbucci, mit einer Konsequenz Kapital und Tod gleichsetzt, die so wohl nur im politisch bewegten 68er Jahrgang stattfinden konnte. Als Kontrahenten im eisgekühlten Winteralptraum stehen sich Jean-Louis Trintignant und Klaus Kinski gegenüber, und insbesondere letzterer liefert als gnadenloser Kopfgeldjäger Loco eine der stärksten Leistungen seiner fast vierzigjährigen Bösewicht-Karriere.

Blickpunkt: Film

Die Kälte zwingt die Ganoven ihre Verstecken in den Rocky Mountains zu verlassen. Unten im Tal werden sie schon von den Kopfgeldjägern erwartet. Als Kontrahenten in Corbuccis Italowestern stehen sich Jean-Louis Trintignant und Klaus Kinski gegenüber.

Synopsis

Utah, im Winter 1896. Aus schierer Not werden verarmte Männer zu Outlaws. Gnadenlos werden sie von dem skrupellosen Kopfgeldjäger Loco und seinen Kumpanen verfolgt, und einer nach dem anderen wird umgebracht. Die Angehörigen und Freunde der ermordeten Männer engagieren den stummen Revolverhelden Silenzio. Er soll Loco töten. Doch der kaltblütige Kopfgeldjäger ist ausgesprochen clever. Er lockt seinen Gegenspieler in eine tödliche Falle...

Rezension

So richtig konnte Sergio Corbucci nie aus dem Schatten des wohl bekanntesten Italowesternregisseurs Sergio Leone treten. Trotz "Django", der neben "Leichen pflastern seinen Weg" wohl sein bester Film ist gelang er nie zu dessen Ruhm, was wohl auf die unterschiedlichen Stile dieser beiden Ikonen zurückzuführen ist.

Einmal mehr steht mit Silence (Jean-Louis Trintignant, brilliert neben Kinski) ein einsamer, wortkarger Revolverheld im Mittelpunkt, der sich in vielerlei Hinsicht von verwandten Figuren unterscheidet. Nicht nur aus Geldgier und persönlichem Interesse oder eigenem Schicksal vorangetrieben, unterstützt er jene, die sich eigentlich seine Hilfe gar nicht leisten können.

Das Szenario könnte für einen Italowestern untypischer kaum sein. Erwarten den Zuschauer doch sonst Wüste und Staub, so spielt "Leichen pflastern seinen Weg" in einem kleinen Kaff in den Rocky Mountains, wo meterhoch Schnee liegt, klirrende Kälte herrscht und das Gesetz ausgenutzt wird. So trostlos wie die Landschaft, so pessimistisch ist die Atmosphäre. Kopfgeldjäger verdingen sich in "Snow Hill", erschießen Bewohner, die aus Hunger zu Dieben wurden und kassieren ihr Kopfgeld. In unmenschlichen Jagden, stets auf den eigenen Vorteil bedacht, jagen sie die, vor dem Gesetz schuldigen, Männer und Frauen wie Tiere, ohne auch nur einen Funken von Gedanken an ihre Taten zu verschwenden.

Als ein Sheriff (Frank Wolff) und Silence in diesem kleinen Kaff eintreffen, scheint sich das Blatt zu wenden. Der Hüter des Gesetzes, mit dem ein politisches Motiv eingefügt wird, soll, beauftragt vom Senator, dem Morden Einhalt gebieten, scheitert aber letztendlich an seiner Naivität und Leichtgläubigkeit.

So konzentriert man sich, unterstützt durch die einmal mehr kongeniale Arbeit Morricones, ganz auf das Duell zwischen Racheengel Silence und dem berüchtigten Kopfgeldjäger Loco, den Klaus Kinski in gewohnt unsympathischer, egoistischer und bösartiger Manier zum Besten gibt. Obwohl beide sich das Gesetz nicht im Sinne des Verfassers zu Nutze machen gewinnt der Schweigsame schnell die Sympathien des Publikums, kann aber gleichzeitig den listigen Loco nicht zu einer Leichtsinnigkeit treiben, wohl aber dessen Kollegen.

Corbucci inszeniert einmal mehr gewohnt trocken, konsequent und verzichtet komplett auf den aus Leone-Werken bekannten zynischen Humor. Alles wirkt dreckig, heruntergekommen und einfach. Keine Figur ist hier frei von Tadel, niemand seines Lebens sicher. Obwohl der massive Einsatz von Blut, die zur Schaustellung von Kopfschüssen und eine Softsexszene oft plakativ wirken, verdeutlicht er doch die Roh- und Skrupellosigkeit aller Figuren. Wer Hilfe anbietet oder sich aufopfert zeigt Schwäche, die hier umgehend bestraft wird. Isoliert von der Außenwelt, beginnt in einem verschneiten Kaff der Verfall der Menschlichkeit.

So untypisch wie der gesamte Film ist auch das Ende, dass nun so gar nicht zu den gängigen Genrekonventionen passt, da sich der vermeintliche Held zum Wohle der Gemeinschaft opfert, sie schlussendlich aber dadurch nicht rettet, sondern nur Hoffnung anbieten kann.

Fazit:
Ungewöhnlicher Western, der die Fassaden sämtlicher John Wayne Heldenepen einreißt und den wohl realistischeren Blick auf den "Wilden Westen" wirft. Begleitet von Ennio Morricones unverwechselbaren Klängen liefert Sergio Corbucci einen kompromisslosen, harten Western ab, in dem es keine Helden gibt. Jean-Louis Trintignant und Klaus Kinski sind als Widersacher unvergesslich und sorgen in der Winterlandschaft für eine Gänsehautstimmung, die nur selten ein Western dem Zuschauer so nah bringen konnte.

--- André K. (Blade Runner) -- OFDb.de
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