Ein Standardwerk! Den Dschungel des Italo-Westerns zu durchqueren wird nicht einfach gewesen sein, gelohnt hat es sich allemal. Dieses Buch bietet alles, um Neu-Einsteiger und alte Hasen zufrieden zu stellen: Durch die chronolgische Anordnung der 100 wichtigsten Filme wird die Entwicklung des Genres noch einmal durchlebt. Auf zwei bis neun Seiten werden die Filme mit Inhaltsangaben, Anmerkungen zur Produktion, Hintergründen und zeitgenössischen Kritiken beschrieben. Das endlose Photomaterial sorgt dafür, daß das Auge immer auf seine Kosten kommt..
Es folgt eine lückenlose Auflistung der Darsteller, Regisseure, Kameramänner und Komponisten und ihren Beiträgen zum Genre. Sehr nett die Interviews mit Nero,Gemma,Hilton,Garko,Girolami,Sollima, Petroni und Valerii! Die Regisseure und Komponisten werden etwas näher betrachtet.
Sehr gelungen dann natürlich die Auflistung aller Filme auf über 100 Seiten. Die Entscheidung, die italienischen Originaltitel alphabetisch aufzuführen mag manchem seltsam vorkommen, doch bei der Vielfalt der deutschen Titel wäre es anders kaum möglich gewesen. Ausserdem haben viele der Filme (noch) keinen deutschen Titel. Die Zuordnung der Titel am Ende des Buches führt einen beim Suchen schnell ans Ziel..
Die kritischen Anmerkungen spiegeln die Meinung des Autors wieder, erleichtern aber sicher manche Entscheidung, da die Qualitätsunterschiede der Filme doch sehr groß sind.
FAZIT: Es bleiben wohl kaum Wünsche offen: Hintergründe, Anektdoten, Start-Termine, Laufzeiten (immer wichtig im Zensurland BRD) und CD-Bestellnummern, Geburts- und Sterbedaten sowie internationaler Verleihtitel - hier wird hier alles berücksichtigt.
Interessant natürlich auch die Übersicht der Drehorte (wie alles in diesem Buch, bestens illustriert). Klar wünscht man sich hier mehr, aber wer das Buch in der Hand hält, weiß warum (noch) mehr Inhalt kaum möglich gewesen wäre. Als Ausklang gibt es dann noch 18 Songtexte! Den Enthusiasten erkennt man im Detail..
Endlich erfährt man etwas über Filme, die man bisher oft nur vom Titel her kannte. Ulrich Bruckner hat es geschafft, das Durcheinander der Verleihtitel und Pseudonyme der Männer vor und hinter den Kulissen verständlich zu beleuchten. Vor allem die Darsteller kamen ja in den 60er Jahren aus allen Ecken der Welt nach Italien um Western zu drehen. George Hilton aus Uruguay, Tomas Milian aus Kuba...
Ein unübersichtliches Genre ist endlich aufgeräumt worden!