Im vorliegenden Band wird zu diesen Problemen und Fragen aus der Sicht des Forschungsprojektes «Lehrplanarbeit» darstellend, wertend und empfehlend Stellung genommen. Jedes Kapitel enthält eine kurze Diskussion ausgewählter Ergebnisse zu den Hauptfragen des Projektes und daran anschliessend Folgerungen und Empfehlungen für künftige Lehrplanarbeit.
Im 1. Kapitel zeigen wir auf, wie sich die Lehrpläne als klassisches Steuerungsinstrument von Schule unter dem Druck ihrer Ökonomisierung wandeln. Wir diskutieren Konsequenzen für die Art von Lehrplänen, den Ort ihrer Produktion und ihre Rolle im Kontext von Schulevaluation und Organisationsentwicklung. Im 2. Kapitel beschreiben wir verschiedene Modelle der Lehrplanentwicklung. Wir diskutieren die Frage der Beteiligung der Lehrerschaft und einer breiteren Öffentlichkeit bei der Festlegung von neuen schulischen Inhalten und Zielen. Das 3. Kapitel beschreibt, wie sich in der Gestaltung der Lehrpläne der pädagogische Diskurs niederschlägt und welche Folgen daraus resultieren. Wie Lehrpläne eingeführt und umgesetzt werden, ist Gegenstand des 4. Kapitels. Insbesondere werden hier die Implikationen und Folgen verschiedener Einführungs- und Verbreitungsmuster diskutiert. Das 5. Kapitel stellt die heterogenen Erwartungen an Lehrpläne verschiedener Personengruppen in ihrem Verhältnis zu einander und deren Hintergründe dar. Im 6. Kapitel geht es um die Frage der Konflikte und Auseinandersetzungen, die mit Lehrplanreformen verbunden sind, darum worüber wirklich gestritten und entschieden wird und mit welchen Folgen für die Beteiligten. Im 7. Kapitel gehen wir auf die Bedeutung und Funktion der Bildsprache des Lehrplans für Akzeptanz und Wirksamkeit neuer Schulprogramme ein. Im abschliessenden 8. Kapitel zeigen wir auf, wie Lehrpläne genutzt werden und diskutieren entsprechende Funktionen und Bedeutungen von Lehrplänen für die Schulentwicklung und die Bildungspolitik.
Das Buch leistet einen Beitrag zur erforderlichen Diskussion über die Lehrpläne der nächsten Generation, den wünschenswerten Ort ihrer Entwicklung und die Reichweite ihrer Geltung.