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5.0 von 5 Sternen
Inhaltsangabe, 15. November 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Lehrer, das Wunderkind und getreidefeldmitrabenschwarz (Taschenbuch)
Was ist das überhaupt – ein Wunderkind? Das Buch „Der Lehrer, das Wunderkind und getreidefeldmitrabenschwarz“ versucht dies zu beantworten: Ein Wunderkind ist ein Kind, das Engel sieht und schwarze Raben in den Augen trägt. Es ist ein Kind, das dissonante, mehrschichtige Lichtakkorde zu einem blauen Herrn der unendlichen Kornfelder verwandelt, jener das geschnitzte Sehnen hervorruft - voll überirdischer Schönheit und unsagbar endend im Zergehen kurz-schaukelnder Dämmerung. Es ist ein Kind, das wie die Hauptfigur Max Welt in der Ambivalenz des Denkens nach Geborgenheit sucht - im tätigen Ruhen der Phantasie, die sich schweigend im Kadenzfall auflöst. Es ist Kind, das wie vom Himmel gefallen zu sein scheint und zu früh seine Erfüllung im Tasthorchen mit geschlossenem Sehen nach Draußen findet, in Lichtgesprächen, im Gefühlshorchen. Es ist ein Kind, das nicht sprechen will, weil Worte den Tag stören und nur die Sterne wissen, wie das ist, im Ballettunterricht mal Reh, mal Rabe und Blütenschaum zugleich sein zu können. Es ist auch die Geschichte von einem Mann, unserem Mann, der das Glück suchte und der an der Sinnlosigkeit zerbricht. Es ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem Kind und einem älterem Mann - einer Freundschaft, die in der heutigen Welt nicht sein darf. Die Erzählung umfasst knapp 191 Seiten und ist in Bremen angesiedelt. Sie beschreibt Menschen, die „anders“ sind. So sind, was derzeit unten den phänomenalen Begriffen „Synästhesie“ und „Hochbegabung“ erforscht wird.
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Voll überirdischer Schönheit, 6. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Lehrer, das Wunderkind und getreidefeldmitrabenschwarz (Taschenbuch)
Dieses Buch ist: voll überirdischer Schönheit und unsagbar endend im Zergehen kurz-schaukelnder Dämmerung! Das Buch ist das objektive Sinnweltspiel von Dingen hinter Dingen. Am besten gefiel mir die Figur des Musiklehres Klaus Pauke, den mit "Leib und Linse auf Klappstuhl in Nebeltaustraße"-
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Sagenhafte Sprachkomposition, 6. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Lehrer, das Wunderkind und getreidefeldmitrabenschwarz (Taschenbuch)
Wer Nina Kupczyks Texte kennt, der weiß, dass sie keine Kompromisse in Formulierungen eingeht. Was nicht ausdrückbar ist, bekommt von ihr ein neu erfundenes Wort. So ist diese Novelle eine einzige Bilderflut von Sprachneuschöpfungen. Dabei erschüttert sie zugleich mit ihrem tragischen und gesellschaftlich relevantem Thema: was bedeutet es "anders" zu sein? Was fangen Menschen an, die "zuviel" sehen? Nina Kupczyk begibt sich mit ihrem Buch auf ein derzeit auch wissenschaftliches Neugebiet: Die Synästhesie. Es ist dabei interessant, dass sie nicht wie viele andere über Synästhesie schreibt, sondern synästhetisch, als wohl selbst, so vermute ich hier, Synästhetikerin. Fragt sich wo es sprachlich noch hingehen wird bei ihr. Ich habe das Buch mit Erstaunen gelesen, war teilweise tief berührt. Vor allem über die Episode mit dem blauen Herrn- den Tod. Dieses Buch ist in seiner Sprachdichte ein großes Stück Literatur.
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