Baird T. Spalding ist ein Wissenschaftler, der im Himalaya nach der Wahrheit suchte. Ich schließe mich der positiven Meinung meiner Vorgänger an. Was die Bibel und alle anderen Glaubensbücher offen und unausgesprochen lassen, wird hier erklärt.
Der Lesestoff ist logisch und auch nachvollziehbar, allerdings ist es ein Reisebericht und man darf keine literarische Glanzleistung erwarten.
Die Person Jesus spielt eine besondere Rolle in dem Buch. Sein Weg erscheint in einem anderen Licht und richtet sein Augenmerk nicht auf einen Opfertod, sondern auf den Körper, den er zu einem Lichtkörper gemacht hat.
Gefallen haben mir die Passagen, in denen die Heiligen genau erklären, dass nichts mystisch ist zwischen Diesseits und Jensseits, sondern dass alles physikalischen Gesetzen folgt.
Ich füge an dieser Stelle einen Kommentar zum zweiten Buch hinzu, das ich erst Jahre später gelesen habe. Spalding hat nach den drei Jahren, die er mit den Heiligen verbracht hat, noch eine weitere Reise nach Indien gemacht. Auch hier hat er vieles erfahren und die Weisheiten des ersten und des zweiten Buches miteinander vermischt. Da die Bücher Jahre später geschrieben wurden, und diese zuerst nur als Hefte herauskamen, und er die unterschiedlichen Reisen zusammen gefasst hat, habe ich einen kleinen Wiederspruch entdeckt. Dieser ist nicht wesentlich, aber ich möchte ihn trotzdem erwähnen. Im ersten Band heißt es, dass weder der Westen noch der Osten zum Ziel geführt haben und dass der Materialismus nicht so schlimm sei, wie Geheimniskrämerei. An anderer Stelle, beim Vorwort, erwähnt er, dass im Osten das Geistige die größte Rolle spielt und dass dies überall gelebt wird. Ich gebe ihm hier recht, aber es wird auch viel Aberglauben gelebt und es werden Riten vollzogen, die im Grunde nicht mit dem Glauben zu vereinbaren sind, den sie leben wollen, wie das verschlucken von lebenden Fröschen gegen eine bestimmte Krankheit.
Ich hatte einmal einen interessanten Bericht von einem Guru gelesen, der seinen Job aufgegeben hat, weil er große Angst hatte, obwohl er sehr viele Dingen konnte, aber es gab bei den Hindus keine Vergebung, sondern nur Karma, das man abzutragen hatte, egal ob man sich geändert hatte, oder nicht. Diesem Druck hat er nicht standgehalten. Ich glaube heute hat sich da manches ein wenig geändert.
Meiner Meinung nach sind Osten und Westen gleich gestellt. Während der Westen nur die mystische Seite gesehen hat, hat der Osten nur die wissenschaftliche Seite gesehen. Beides zusammen wäre sicher nicht schlecht.
Jesus unterscheidet in seinen Reden klar zwischen einem Idol welches angebetet wird, anstelle des Ideals, das im Innern eines jeden Menschen wohnt.
Was die Heiligen gelehrt haben weicht von den ursprünglichen Religionen weit ab und es ist ein Weg, der frei von Dogmen und Begrenzungen liegt. Die Begrenzung ist hier alleine Gott, den man kennen lernen kann und den man leben kann.