Wenn eine Kirche gegen ein Buch juristisch vorgeht, ist das immer eine besonders gute Werbung für das betreffende Buch, weil das ja neugierig macht. Man wird hellhörig und fragt sich, was steckt dahinter? Die Neuapostolische Kirche kann beruhigt sein, die Entstehungsgeschichte der NAK war schon immer eine trockene Kost, das wird keinen aktiven Gläubigen hinter der Kirchenbank hervorlocken. Aber für eine bestimmte Zielgruppe ist dieses Buch ein echter Augenöffner.
Das Buch enthält das hebräische und das griechische Alphabet und beginnt mit der Frage, ob man einen Apostel überhaupt kritisieren darf.Anlass war ein Gottesdienst des Stammapostels R. Fehr, der behauptet hatte, dass das Wort Kritik nicht in der Bibel vorkäme und infolgedessen bei den Neuapostolischen nichts zu suchen hätte. Der Autor zeigt eindrücklich Beweise, dass das eine falsche Aussage war, die R. Fehr im Eifer des Gefechts von sich gab. Zugleich gibt er Beweise aus der Bibel, die zur Kritik aufrufen und Beispiele aus der Apostelgeschichte, wo eifrig danach geforscht wurde, ob die Apostel auch recht geredet hätten.
Anschließend folgt ein Abriss der Entstehungsgeschichte der NAK, aus der vor allem ersichtlich ist: Es handelt sich um einen Club alter Männer, die sich zu Machtspielchen und Intrigen hinreißen lassen. Der Prophet Heinrich Geyer beruft Apostel, und die bereits berufenen Apostel erkennen diese nicht an, was erkennen lässt, dass sie selbst nicht an die Wirksamkeit des Heiligen Geistes in diesm Propheten glauben. Mit der Nichtanerkennung dieser Apostel geben sie in meinen Augen gleichzeitig zu, dass sie selbst auch keine echten Apostel sind, denn entweder ist Geyer ein echter Prophet, dann kann man ja wohl davon ausgehen, dass alle seine Berufungen echt sind oder er ist ein falscher Prophet, und dann sind die Albury-Apostel ebenfalls nicht echt.
Die Trennung des Propheten Geyers, Apostels Güldener und Anhang führte ab der proph. Berufung von Krebs 1880 zur Entstehung der Neuap. Richtung. Dabei gab es eine strukturelle Veränderung, die darin bestand, dass es bei Ämtereinsetzungen bei der neuap. Richtung an einer prophet. Berufung fehlte.
Die Albury Apostel haben die Neuap. Kirche exkommuniziert.
Die Neuapostolische Kirche aber beruft sich bei ihrer Entstehungsgeschichte auf die Albury-Apostel und ihre prophetischen Berufungen.
Interessant ist dazu die Schlussfolgerung des Autors:
Sind die Albury-Apostel Gesandte Christi, so sind die neuap. Apostel keine Gesandten Jesu Christi. Sind die Albury-Apostel aber keine Gesandten Jesu Christi, so sind die neuap. Apostel erst recht keine Gesandten Christi.
Nach all den Ausführungen in diesem Buch muss ich dem Autor recht geben.
Noch interessanter sind die Umstände der unseligen "Botschaft" des Stammapostels Bischoff, die in diesem Buch wiedergegeben werden und die Zeugenaussagen des - ich betone ausdrücklich - Stammapostelhelfers und als Nachfolger des Stammapostels Bischoff eingesetzten Stammapostels Kuhlen, sein Rücktritt und sein Rausschmiss aus der Kirche.
Dann folgen noch die biblischen Verweise, die mit der Lehre der NAK möglicherweise nicht in Einklang zu bringen sind. Möglicherweise deshalb, weil es für alles in der Bibel ein Für und ein Wieder gibt, meiner Meinung nach.