... und viel zu wenig problembewusst kommt dieses Buch bei weitem nicht an andere Produkte (wie etwa seinen "großen Bruder", das Werk von Huber und Faust oder an das Lehrbuch von Dauner-Lieb) heran. Es ist zwar im Grundsatz ganz nett geschrieben, doch fehlt es einfach an der für eine wirklich verlässliche Einführung ins neue Recht nötigen Substanz. Damit will ich nicht sagen, dass die Autoren zu "unkritisch" und den Gesetzesmaterialien zu "hörig" sind. Ein sinnloses und wildes Rumhacken auf dem neuen Recht - wie es bisweilen andere Autoren tun - ist im Rahmen eines solchen Lehrbuchs nicht unbedingt erforderlich. Definitiv erforderlich wäre aber gewesen, die jetzt schon offenen und kontrovers behandelten Fragen des neuen Rechts hinreichend vertieft zu erörtern. Daran fehlt es zu oft, wahrscheinlich nicht zuletzt deswegen, weil die bis jetzt erschienene Literatur nur äußerst selektiv eingearbeitet wurde. Ich nenne insoweit mal als Beispiele die Frage nach dem genauen Inhalt der Pflichtverletzung bei der Unmöglichkeit und insbesondere anfänglich unbehebbaren Sachmängeln, der dogmatischen Einordnung des § 311a II BGB, des Ersatzes von Nutzungsausfallschäden bei mangelhafter Sachlieferung, die Verjährungsfrage bei Mangelfolgeschäden und in "Weiterfresserfällen", die schwierigen Fragen des Rücktrittsfolgenrechts oder etwa des Inhalts der Nachbesserungspflicht in Fällen der IKEA-Klausel. Sicher, ein Lehrbuch kann nicht alle Probleme lösen und ist gerade kein Großkommentar, doch hätte man doch von einem solchen Vorzeigeprodukt eines renommierten Verlages durchaus ein wenig mehr erwarten können. Die paar bunten Übersichten, die man zudem auch schon recht lange auf der Homepage von Herrn Lorenz als pdf-Datei runterladen kann und die auch eifrig in der "Anwalt"-Beilage in der NJW "recycelt" werden, retten das Buch dann auch nicht mehr. Da war sogar das (viel früher erschienene) Alpmann-Skript noch hilfreicher...