Das Lehrbuch richtet sich an Studierende bzw. Erwachsene. Es stellt die Eigenständigkeit des Mittellateinischen in den Mittelpunkt, geht dabei aber, zumindest teilweise, zu weit, da es sowohl in der Grammatik als auch beim Vokabular die "klassischen" Formen bzw. Bedeutungen vernachlässigt. Das ist meiner Meinung nach gefährlich, da die immense Bandbreite mittellateinischer Autoren dabei zu kurz kommt (es kann eben auch mittelalterliche Autoren geben, die eher klassische Formen benutzen). Es eignet sich auch nur bedingt zum Selbststudium, da die Grammatik-Erklärungen meiner Meinung nach nicht ausreichen, um vertiefte Kenntnisse zu erlangen (aber das ist, fairerweise gesagt, nicht das Ziel des Buches).
Für absolute Anfänger möchte ich das Buch deshalb nicht uneingeschränkt empfehlen.
Als Sprachkurs mit weiterführender Unterstützung durch einen Tutor und vor allem verbunden mit der Besprechung weiterer Texte ist es hingegen geeignet.
Das Lehrbuch ist auch uneingeschränkt zu empfehlen, wenn man bereits Kenntnisse des klassischen Lateins besitzt und seinen Horizont auf das Mittellateinische erweitern will. Deshalb ist es auch besonders geeignet für (angehende) Historiker und Studenten des Mittellateinischen.
Noch etwas zur Übersetzung: Das Lehrbuch erschien ursprünglich in Frankreich, wurde aber vom deutschen Übersetzer vorbildlich angepasst.