Der „rote" Jander Blasius (JB) ist wohl das Standardwerk überhaupt zum qualitativen anorganischen Grundpraktikum. Allerdings ist zu sagen, dass die Meinungen über dieses Werk bei der Studentenschaft weit bis sehr weit auseinander gehen. Woran liegt das? Zum einen wohl an dem zwar strukturierten, aber „unorthodoxen" Aufbau dieses Buches, welcher einen dazu nötigt ständig in vorherigen Kapiteln quer zu lesen (1 Stern Abzug). Zum anderen ist zu sagen, dass noch kein „Analytik"- Meister vom Himmel gefallen ist und es somit für den absoluten Anfänger oft schwierig ist die im JB meist nicht bis ins letzte Detail aufgeführten Nachweise richtig „nachzukochen". Die daraus resultierenden schlechten Ergebnisse werden dann meist nicht auf die mangelnde Kenntnis bzw. Fingerfertigkeit sondern auf ein Buch reflektiert, welches seit Generationen von Chemikern ausgetestet ist.
Somit würde ich empfehlen sich den JB als das vollständige Standardwerk, auf jeden Fall zuzulegen und sich als Ergänzung ein „Kochbuch" wie z.B. den „Gerdes" aus der Bibliothek auszuleihen. Dieses Buch vermag es nämlich sehr gut die im JB fehlenden Details zu den Nachweisen zu vermitteln. Allerdings enthält dieses Buch zwar wenige, aber dafür fatale Fehler.
Somit ist abschließend zu sagen, dass der Jander Blasius wohl das Buch der Wahl ist um sich die Theorie, welche hinter dem Praktikum steht und ohne die man wohl nicht bestehen kann, anzueignen, da es wohl das einzige Buch im deutschsprachigen Raum ist, welches den Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erheben kann.