Mit diesem reichhaltigen und hervorragend strukturierten Lehrbuch liegt uns erstmals
eine Zusammenschau aller relevanten in der Schmerzbehandlung angewandten Methoden vor.
L. Fischer ist Internist, betreibt seit fast 15 Jahren eine neuraltherapeutische Praxis und ist an der Universität Bern in der Forschung tätig. E.T. Peuker ist Internist, Anatom, Gesundheitsökonom und leitet eine interdisziplinäre Gemeinschaftspraxis in Münster.
Den Herausgebern ist es gelungen, zusammen mit Autoren aller Fachrichtungen ein Werk zu schaffen, das die künstliche Trennung in Schulmedizin und Komplementäre Verfahren aufhebt.
Der Aufbau des Lehrbuchs gliedert sich in drei Hauptkapitel:
Im Kapitel "Grundlagen" sind die aktuellsten anatomischen, neurologischen und pathophysiologischen Erkenntnisse zur Schmerzentstehung und Chronifizierung dargestellt. Besonders lobenswert ist die verständliche Aufbereitung neuer, komplexer Zusammenhänge, die sowohl für frisch promovierte als auch altgedienete PraktikerInnen wertvoll und nachvollziehbar sind. Schön sich zu erinnern, wie viel Faszination auch die vorklinischen Fächer im Studium hatten! Zum Verständnis der regulatorischen Therapien ist eine Darstellung der Funktionsweise des Vegetativen Nervensystems und des Grundsystems enthalten.
Im Abschnitt Diagnostik, Verfahren und Techniken werden die modernsten medikamentösen und interventionellen Techniken erläutert, ihr Stellenwert wird erklärt und relativiert. Kapitel für Kapitel werden Akupunktur, Neuraltherapie, Mesotherapie, Homöopathie, Manuelle Therapien, Trainingstherapie, Physikalische Therapien und Phytotherapie vorgestellt. Gerade hier zeigt sich die besondere Qualität dieses Buches: Die Autoren schaffen es, das Spezifische der Therapieansätze herauszuarbeiten. Das stärkt die Zuweisungs-Kompetenz und Kommunikation unter FachkollegInnen aller Sparten.
Ausleitende Verfahren, Ernährungsmedizin und zur Schmerztherapie besonders geeignete Formen der Psychotherapie vervollständigen diesen Abschnitt.
Das Kapitel Integrative Behandlungskonzepte und Fallbeispiele hält genau das, was der Titel verspricht. Hier sind Etikettierungen wie "multimodal" und "interdisziplinär" keine hohlen Schlagworte. Region für Region werden Definition, Ätiologie, Symptomatik und Untersuchungstechniken der Krankheitsbilder besprochen und alle dafür in Frage kommenden Therapien sehr konkret dargestellt.. Immer wird hier die Rolle der Autoren als Lehrer deutlich: Sie bieten Entscheidungshilfe, erläutern den Stellenwert der jeweiligen Methode für die vorliegende Problematik und verfallen nicht in eine ermüdende bloße Auflistung der therapeutischen Möglichkeiten.
Ein extra Lob an den Verlag verdient die intelligente Ausstattung des Buches, die mittels farbig hervorgehobener "Merke" Blöcke, vieler Grafiken, Röntgenbilder und Kapitel-Zusammenfassungen hohe instruktive Qualität hat.
Als Empfehlung für das Lehrbuch lässt sich zusammenassend sagen: Es richtet sich an alle Therapeuten die in Klinik oder Praxis mit Schmerzpatienten zu tun haben, neugierig