Große Vorbilder gehören meist der Vergangenheit an. Kandorfer zeigt in diesem Buch wie zeitlos dennoch die großen Meister der Filmkunst sind und wie ihre Theorien auch heute noch Filmgeschichte prägen, wenn man von Hollywoods Kitschkiste Abstand nimmt. Leider scheint der Film und insbesondere das Fernsehen, Kandorfers Lehre und Theorie heute zu verdrängen. Sei es aus Einfallslosigkeit von Drehbuchautoren gepaart mit Rotstiftakrobatik bei den Produktionen selbst oder schlichtweg Ignoranz, es sei dahingestellt. Dabei wäre es doch relativ einfach auch kostengünstig gute Filme zu produzieren. Kandorfer zeigt jedenfalls auf wie man gute Filme gestaltet und produziert, welche Möglichkeiten dem Filmschaffenden zur Hand gegeben sind. Nicht nur ein Werk für Pros - auch Amateure können sich durch das Studium des Buches qualitativ steigern. Das Buch kann also nur bestents weiterempfohlen werden, vorausgesetzt man will vom Wackelpuddingamateur in die Profiliga aufsteigen, vom langweiligen Fernsehkrimi und Lovestoryklischee zum künstlerisch anspruchsvollen Film avancieren.