>>> ZUM FILM <<<
Eigentlich könnte ich es sehr kurz machen und sagen: Das war wohl nichts!
Trotzdem gebe ich mir die Mühe, ein paar Gründe für das weitestgehende Scheitern von LEGION anzuführen.
Die Voraussetzungen für einen guten und interessanten Film wären nämlich gegeben gewesen:
1. die nahende Apokalypse als Thema -> spannend, bedrohlich und daher bei Zuschauern beliebt und im Kino nicht totzukriegen.
2. eine tapfere, kleine Gruppe von Menschen, die versucht, das Unheil aufzuhalten -> siehe unter 1.
3. ein geografisch sehr begrenzter Schauplatz (hier eine Raststätte).Innerhalb befinden sich die Guten,von außen droht das Böse -> siehe unter 1.
Schon mindestens zwei dieser Zutaten haben in der Vergangenheit ausgereicht, um so manchen Regisseur berühmt und so manchen Film sehr erfolgreich oder gar zum Klassiker zu machen. LEGION verfügt, wie gesagt, gleich über drei der bewährten Zutaten - und ist im Ergebnis doch eher ungenießbar.
*** SPOILERGEFAHR ***
Das Hauptproblem besteht meiner Ansicht nach am Dreh- und Angelpunkt der Geschichte: dem (un)geborenen Baby. So wird zwar kurzerhand behauptet, es wäre die letzte Rettung der Menschheit, jedoch wird der Zuschauer im Unklaren darüber gelassen, wieso dies so ist. Sollte es, was naheliegend wäre, der neue Messias sein, so fragt man sich unweigerlich, wie ausgerechnet er die Menschheit retten soll, wo Gott doch gerade mächtig sauer auf seine Schäfchen ist.
Auch erschließt sich dem Zuschauer nicht, wieso die Raststätte "Paradise Falls" von Gott nicht einfach dem Erdboden gleichgemacht wird, um den lästigen Balg loszuwerden - sei es nun durch eine göttliche Katastrophe oder mit Hilfe der zahlreichen, von ihm ferngesteuerten Menschen vor der Raststätte. Diese versuchen dann auch eher halbherzig, die Raststätte anzugreifen. Selbst als sie quasi schon hinterm Tresen stehen, ziehen sie dann doch lieber wieder den Rückzug nach draußen an. So ist dann auch recht frühzeitg klar, dass der Film bei so viel göttlicher Inkonsequenz auf ein unvermeidliches Happy End hinauslaufen wird.
Ebenfalls offen bleibt die Motivation der alten Frau, die - anstatt die schwangere Heldin zu attackieren - erst einmal in rätselhaften Worten das drohende Unheil ankündigt, dann einen völlig unbedeutenden Familienvater schwer verletzt, um anschließend die Wände hoch- und die Decke entlangzukrabbeln. Gar nicht zu reden von dem mysteriösen Eisverkäufer, der nur einmal weit das Maul aufreißen darf, bevor er ins Jenseits befördert wird. Hier sollte wohl mit Effekten geprotzt werden. Zur Handlung trägt jedenfalls nichts davon bei.
*** SPOILERGEFAHR ENDE ***
Ich könnte noch mehrere Fragen aufzählen, die entweder nur unbefriedigend oder - weil's einfacher ist - gar nicht erst beantwortet werden. In einem sehr guten Drehbuch sind unbeantwortete Fragen beabsichtigt und ergeben Sinn. Bei LEGION hingegen schleicht sich das Gefühl ein, dass der Drehbuchschreiberling mit dem Ideen-Abkupfern und sinnvollen Zusammensetzen zu einer eigenständigen Geschichte schlichtweg überfordert war. Es ist eine gradlinige Geschichte ohne doppelten Boden oder tieferen Sinn, auch wenn mancher Zuschauer genau diesen im Film glaubt sehen zu können... nichts Neues bei Filmen mit diesem Thema. Im Ergebnis bekommt der Zuschauer einen vorhersehbaren, unausgegorenen Fantasymix geboten, der - und wenigstens das kann ich positiv erwähnen - immerhin einen gewissen Spannungsbogen aufbauen kann und in manchen Momenten auch eine gute Atmosphäre erzeugt. Auch die Special Effects sind sehr gut gelungen.
>>> ZUR BLU-RAY <<<
(Testausstattung: LG PLASMA 50 ZOLL / CANTON KARAT 7.1 Set)
Das Bild ist sehr gut! Gerade in den zahlreichen dunklen Szenen werden die Details sehr gut dargestetllt. Der Sound gibt ebenfalls keinen wirklichen Anlass zur Kritik. Vor allem Freunde des Tiefbasses kommen in den zahlreichen Actionszenen voll und ganz auf ihre Kosten. Bei den Extras ist vor allem das interessante movieIQ-Feature zu erwähnen, das - Internetverbindung vorausgesetzt - parallel zum Film auf Wunsch interessante Hintergrundinfos einblendet
>>> FAZIT <<<
Ein unterdurchschnittlicher Film auf einer überdurchschnittlichen BluRay-Disc.