"Legenden der Traumzeit" ist nun der letzte Band in der Trilogie von Tamara McKinley, nach "Träume jenseits des Meeres" und "Insel der Traumpfade". Wie die Autorin im letzten Band schreibt war es ein Versuch mal etwas "historisches" zu schreiben, etwa was ihr schon lang durch den Kopf ging und ermutigt von Freunden tat sie es denn auch. Es war die richtige Entscheidung, denn diese 3 Bände um die Anfänge der Kolonialzeit bis Anfang des 20.Jh. Vor allem die Auseinandersetzung mit der Urbevölkerung, den Aborigines, wurde sehr genau beschrieben. Die grausamen Auseinandersetzungen die sich die Kolonialherren gegen die Ureinwohnern herausnahmen, wie sie diese unterwarfen und knechteten, ja sogar massenweise töten, das nimmt in der Trilogie eine weiten Raum ein. Ich finde, dass dies gut ist, denn nur von der 'heilen' Welt der Siedler zu reden, das ist nicht Australien. Nein, untrennbar verbunden ist auch das Schicksal der Aborigines, und das der englischen Strafgefangenen, die unfreiwillig in dieses Land gekommen waren.
Ich kann nur sagen, bravo der Autorin, hat hier die Geschichte Australiens sehr facettenreich und ohne Schnörkel detailgetreu und historisch belegbar geschildert. Ich hoffe, Frau McKinley fühlt sich durch diesen ersten Erfolg ermutigt weitere historische Bücher zu schreiben. Sie kann dies sehr gut. Ebenfalls finde ich es gelungen, wie die Autorin ein ganzes Konglomerat von Protagonisten im ersten Band der Trilogie entstehen lässt, von denen Kapitel für Kapitel mehr oder weniger unabhängig voneinander erzählt wird und der Leser merkt langsam, dass sie irgendwie und immer mehr miteinander verbunden sind.
Geschickt werden in jedem Band die Schicksale einzelner Ureinwohner mit eingebunden, wie zB. im 3.Band das tragische Leben Kumalis, die von Ruby unterwegs zu ihrer Ranch aufgelesen wird und an der Seite von Duncan eigentlich glücklich ist, bis.... Bemerkenswert ist ebenfalls wie die Autorin die goldene Taschenuhr von Jonathan Cadwallader, der im 1. Band nach Tahiti segelte, dort seine große Liebe das tahitianische Mädchen Lianni kennen und lieben lernt, ihr dann die Uhr als Pfand seiner Liebe schenkt, wie diese Uhr immer wieder im Laufe der Geschichten auftaucht und so eine Verbindung der sich begegnenden Protagonisten herstellt, grade so als wäre sie ein roter Faden der alles irgendwie zusammen hält. Tatsächlich ist es auch so, aber davon erzähle ich jetzt nicht, denn das ist auch im 3.Band noch ein weiter Weg.
Um diese Geschicke, das Leben, die Nöte und Ängste, aber auch die Freuden der Siedler, der englischen Strafgefangenen, wie sie das erste Mal australischen Boden betraten, welches weiter Schicksal sie ereilte, wie die Ureinwohner mit der "Übernahme" ihres Landes fertig wurden und wie beschwerlich das Leben der 1.Kolonialisten war, das wird in dieser Trilogie bestens wiedergegeben.
Wichtig ist meines Erachtens, nachdem jetzt alle drei Bände vorliegen, diese auch zusammenhängend zu lesen, da ein jeder auf den anderen aufbaut. Also unbedingt lesen!