Es steht außer Frage, dass das Preisleistungsverhältnis einer CD stimmen muß...um so mehr, wenn das Programm kaum mehr als dreißig Minuten faßt. Bei dem Soundtrack zur (legend)ären Robin Hood-Reihe, die Mitte der Achtziger zur Creme de la Creme des TV-Sektors gehörte (und durch die lange erwarteten DVD-Boxen alte Fans in einen drogenähnlichen Nostalgierausch befördert hat) kann und sollte man das Wagnis aber ruhig angehen.
Jeder einzelne Track brennt sofort und unwiderruflich Szenenbilder ins Hirn des Hörers: sei es der Titelsong, zu dem Michael Praed seinen Bogen über endlos erscheinende Sekunden spannt, bis er den Pfeil abschießt; das Marian-Thema, das mit tränentreibend schönen Harfenklängen die Liebe eine jungen Mädchens begleitet, welches den verzweifelten Versuch begeht, den Fesseln des mittelalterlichen Feudalismus zu entgehen, obwohl sie wahrscheinlich im Inneren spurt, dass dieser Versuch zum Scheitern verurteilt sein wird; oder HERNE, in dem sich der ganze neblige Mystizismus eines geweihtragenden Halbgottes in rauschartigen Klangkombinationen entlädt.
Mein persönlicher Favorit ist jedoch STRANGE LAND: Das Stück, welches zu Beginn jedes Kriegsrates in Nottingham erklingt, leitet sich mit den zwei abgrundtiefen Klavieranschlägen ein, die die finstere Szenerie auf einfache und wahrscheinlich gerade deswegen so geniale Weise untermalen und mir auch beim x-maligen Zuhören einen wohligen Schauer über den Rücken laufen lassen.
Die CD hört man nicht einfach...man SPÜRT sie mit jeder Faser des Körpers.