„The Legend of the Seven Dreams" ist, wie alle Werke Jan Garbareks, ein höchst eindrucksvolles Meisterstück aus nordischer Melodik und Cool Jazz mit verschiedenen Ethno-Einflüssen. So sind es vor allem die von Jan Garbarek auf dem Tenorsaxophon höchst gefühlvoll vorgetragenenen, mit aller Kunst variierten skandinavischen Melodien über den Arpeggi ätherischer Harfen-, Klavier- oder Gitarrenklänge und einer ebenso ausgeklügelten wie eingängigen Percussion, die diese Musik prägen. Der Titel gerade dieser CD unterstreicht den mythischen Charakter des garbarekschen Oeuvre: Immer wieder gelingt es ihm, vor dem geistigen Auge eindrucksvolle Bilder und ganze Geschichten zu malen und den Hörer ganze Abende lang zu Reisen in die Welt der Phantasie zu inspirieren. In dieser Kunst ist Jan Garbarek auf seine Weise einzigartig. Eine ähnliche Wirkung erzielt jedoch der wie Jan Garbarek aus Norwegen stammende romantische Komponist Edvard Grieg, mit dem sich Jan Garbarek selbst bisweilen vergleicht. Auch dieser entführt den Zuhörer mit seiner eindringlichen nordischen Melodik ins Reich der skandinavischen Sagen, am eindrucksvollsten in den „Peer-Gynt-Suiten". Während Griegs Werk jedoch ohne Entwicklung ist, überrascht Jan Garbarek immer wieder durch die Erneuerung seines eigenen Stils und die Einbindung anderer Einflüsse. Wenn man eine Aufnahme Garbareks kennt, kennt man sein ganzes Werk deshalb noch lange nicht. Wem eine Aufnahme dieses Meisters gefällt, der sollte sich deshalb noch weitere anhören, etwa "Places" oder "All Those Born with Wings".