... mit plump inziniertem Ende. Schuhleder deshalb, weil der Film ausgesprochen zäh erzählt wird. Ich muss gestehen, dass ich tatsächlich beim ersten Versuch den Film zu sehen, eingeschlafen bin.
Anders inziniert hätte man den Stoff wirklich zu einem spannenden Film verarbeiten können, aber das, was Regisseur John Stimpson da abgeliefert hat, ist weder Fisch noch Fleisch - weder Grusel, geschweige denn Horror, noch Thriller oder Krimi - am besten passt ehr in die Kategorie Mysterie-Drama. Dabei muss man aber erwähnen, dass die Geisterelemente, die die Geschichte tragen oder wenigstens die Stimmung des Filmes untermalen sollen, irgendwie deplaziert wirken.
Die Handlung:
Die vierköpfige Familie Cooley zieht aufs Land, wo Daddy einen Auftrag zum Bau von Windkrafträdern erhalten hat. Man zieht in ein schmuckes altes Häuschen, auf dessen Grundstück sich auch ein Wald befindet. Die Nachbarschaft begegnet der Familie von höflich distanziert über misstrauisch bis feindselig. Bald wird Jeanne Cooley (Julie Delpy) mit einer lokalen Legende konfrontiert - der Tragödie um die kleine Lucy Keyes. Auch Jeanne hat eine kleine Tochter namens Lucy - und nicht nur das: auch das Haus, dass sie bewohnen, gehörte einst der Familie Keyes.
Jeanne erfährt, dass die kleine Lucy Mitte des 19. Jahrhunderts spurlos im Wald verschwunden ist und nie wieder auftauchte. Ihre Mutter wurde über diesen Verlust halb wahnsinnig - sie verbrachte ihr restliches Leben damit, nach ihrem Kind zu suchen, und die Legende besagt, dass ihr Geist keine Ruhe finden wird, bis sie ihre Lucy gefunden hat.
Während dessen kommt es in der Gemeindeversammlung zur Abstimmung über die Genehmigung zur Errichtung der Windräder. Treibende Kraft hinter diesem Projekt ist Samantha Porter (Brooke Adams), eine einflussreiche Bewohnerin der Stadt. Guy Cooley (Justin Theroux) findet heraus, dass der Abschluss dieses Projektes Samantha zu einer reichen Frau macht, da das Grundstück, welches die Gemeinde zum Aufbau der Windräder ankaufen soll, ihr gehört.
Samantha hingegen sieht das Projekt durch ihren Cousin Gus Jasper (Frank T. Wells) in Gefahr gebracht. Dieser ist ein direkter Nachbar der Cooleys und setzt alles daran, die Familie aus dem Haus zu vertreiben. Was die Cooleys nicht wissen: Jasper weiß mehr über das Verschwinden der kleinen Lucy Keyes vor 150 Jahren, doch dies ist ein dunkles Familiengeheimnis, das niemals öffentlich werden darf!
Doch eines Nachts verschwindet die kleine Lucy Cooley (Cassidy Hinkle), nachdem sie Jaspers Geheimnis entdeckt hat...
Es gibt noch andere Personen, die die Handlung des Filmes stützen sollen, die aber meines Erachtens nicht wirklich zur Entwicklung und Förderung derselben beitragen, z.B. Lucy Cooleys zickige ältere Schwester, deren einzige Aufgabe es ist, rumzumosern und Sauerstoff in CO2 zu verwandeln, oder die komische Oma mit den weissen Haaren, die offensichtlich das Mysterium um Lucy Keyes verstärken soll, die aber so blöd in Szene gesetzt wird, dass sie ungefähr so geheimnisvoll wirkt wie ein kaputter Nachttopf. Auch die Nachbarin, eine Nachfahrin der Keyes, wird so plump in die Handlung verstrickt, dass man sich fragt, warum man dafür eine Schauspielerin wie Michele Greene verheizen muss. Die Rolle hätte auch von einer x-beliebigen Hausfrau gespielt werden können.
Erwähnenswert jedoch ist die schauspielerische Leistung der kleinen Cassidy Hinkle, die die Rolle der Lucy Cooley absolut souverän meistert. Sie ist total niedlich und dabei sehr überzeugend. Auch Brooke Adams als hinterhältiges Miststück trägt ihre Rolle sehr gut durch die Handlung, ebenso Frank T. Wells als durchgeknallter, asozialer Nachbar.
July Delpie und Justin Theroux als Ehepaar hingegen wirken überhaupt nicht überzeugend. Delpie, die durch ihre kühle Schönheit im Film "Die Gräfin" sehr eindrucksvoll in den historischen Rahmen passte, wirkt hier zwar bemüht, aber auch sie wurde ein Opfer der verworrenen Geschichte. Ihre Darstellung nervt mit der Zeit, während Theroux steif und auf schauspielerisch eingeschränktem Niveau agiert.
Besonders störend fand ich aber das Ende des Films, dass wesentlich besser hätte ausgearbeitet werden können. Als wäre plötzlich das Budget kurz vor Schluss zur Neige gegangen und als hätte der Regisseur gerufen:" Wir haben nur noch 150 Eier in der Kasse, jetzt müssen wir flott noch ein paar Szenen drehen, die nicht so viel Geld kosten und nur mit der halben Crew gedreht werden müssen!" rast einem das Ende entgegen und dann: Abspann!
Also das geht ja wohl besser! Für Leute, die Suspense und schauspielerische Leistung erwarten wie in "Poltergeist" oder "The Sixt Sense" (mit denen dieser Film ja verglichen wurde), ist der Film definitiv nicht geeignet - ich persönlich weiß nicht, wie man auf so einen Vergleich kommt. Wer sich aber einfach nur mal auf ruhige Art unterhalten lassen will, möge zu diesem Streifen greifen. Es ist zwar keine total vertane Zeit, aber ein Kopfschütteln am Ende ist trotzdem gewiss.