Andrew Lau ist der Regisseur von INFERNAL AFFAIRS, Donnie Yen kämpfte uA in dem großartigen SPL - KILL ZONE gegen Sammo Hung. Produziert wurde LEGEND OF FIST (auch) von Gordon Chan, der schon das erste Remake mit Jet Li 1994 gedreht hatte (übrigens ein Tipp für Martial-Arts-Fans). Mit Lau als Kameramann und Regisseur und Donnie Yen als Choreograph und Hauptdarsteller könnte eigentlich nichts schiefgehen: Geht es aber trotzdem. Der Film ist bunt (Shanghai 1925) und sehr unausgewogen wird noch eine unnötige Romanze mit eingebaut (die Szenen im Nachtclub CASABLANCA mit Shu Qi). Donnie Yen Filme ohne Action-Sets sind nicht sehenswert - daher wartet der Zuschauer begierig auf die ersten Kämpfe, die, bis auf ein Scharmützel an der Front des 1. Weltkrieges, lange auf sich warten lassen. Viel Zeit wird für das Setting der Romanze und der Einführung der Japaner verbraucht, ohne das es jetzt wirklich wichtig wäre. So plätschert die erste Stunde auch eher zäh und bunt vor sich hin (die CGI-Effekte wirken wie eine Playstation 3 Grafik), bis dann endlich nichts mehr an einer Konfrontation zwischen dem Oberbösen Japaner (und seinem Dojo) und Donnie Yen vorbeiführt. In der letzten halben Stunde erfährt der Film dann seine 18er Freigabe und einige brutale, politische Morde der Japaner an den Chinesen.
Für die Fans ist aber nur eine Frage interessant: Wie sind die Kämpfe? Die Kämpfe sind, bis auf wenige Abläufe, eher Durchschnitt. Denn Andrew Lau macht den Fehler, die Kämpfe durch zuviele Schnitte ins beliebige zu reduzieren: Martial Arts aus HK benötigt längere Einstellungen ohne Schnitt, so wie es KILL ZONE bestens vorgemacht hat. Zuviele Schnitte machen den Kampf langweilig, mit vielen Schnitten kann jeder Martial-Arts.
LEGEND OF FIST ist, wie in letzter Zeit häufiger gesehen, ein Film mit nationalitischen Hintergrund. Diese Häufung hängt aber nur mit der zeitgleichen Veröffentlichung der IP MAN Filme zusammen, die ihre 18er Freigabe ja auch nur aufgrund der politischen Aussage bekommen haben; weniger wegen der Härte. Man darf nicht vergessen, das fast alle HK Filme von chinesischen Studios aus dem Festland produziert werden - und das der Japaner noch immer als Erzfeind gilt. Man hat die Vergangenheit noch nicht verarbeitet - und deshalb gibt es in diesen Filmen, die zwischen 1900 und 1930 in China spielen, immer diese völlig einseitige politische Auseinandersetzung mit Japan.
LEGEND OF FIST ist kein Weitwurf, da empfehle ich lieber das Remake mit Jet Li (FIST OF LEGEND).