dann wären meinem Sohn einige Jahre Quälerei erspart geblieben.
Leider entdeckte ich es erst, als er schon 8 Jahre Schule hinter sich hatte und sein Selbstbewußtsein nicht nur gleich Null sondern schon erheblich im Minusbereich war. Beim Lesen - neín, Verschlingen des Buches - konnte ich mehr als einmal die Tränen nicht zurückhalten, so groß war meine Betroffenheit - erkannte ich doch meinen Sohn und seine Schwierigkeiten auf jeder Seite wieder. Ähnlich ging es ihm, als ich ihm die wichtigsten Passagen des Buches vorlas - selbst hätte er es nie gelesen - sinnerfassendes Lesen war eine übergroße Anstrengung für ihn.
Kurze Zeit später hatten wir ein Informationsgespräch im Hamburger Davies-Institut nach welchem mein Sohn sich für eine Therapiewoche dort entschied. Für mich war das ein Wunder, denn er hatte schon lange resigniert und alle Hoffnung aufgegeben.
Das zweite Wunder erlebte ich, als er von der Therapiewoche zurückkam und in der Zeit danach. Lesen konnte er schon immer - aber zum ersten Mal verstand er auch den Sinn, wenn er selbst las. Seine Handschrift war leserlich und gleichmäßig geworden und blieb auch so, sein Selbstbewußtsein wuchs, er konnte sogar Schule wieder ertragen und viele der anderen Symtome - im Buch sind sie alle aufgezählt - verschwanden auf Nimmerwiedersehen.
Logisch, das er seitdem auch fehlerfrei schreibt...
Fazit: Ich kann das Buch nur ohne Einschränkungen empfehlen: Allen Legasthenikern bzw. deren Eltern, jedem Menschen mit - auch nur leichten - Schwierigkeiten beim Lesen oder Schreiben, Zeit einteilen etc. Auch allen, die nicht selbst betroffen, aber interessiert sind. Und mich interessiert es überhaupt nicht, ob die Methode wissenschaftlich erwiesen ist oder nicht. Sie funktioniert, nur das zählt.