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Leere Spiegel [Taschenbuch]

Reinhard Rohn
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch --  

Kurzbeschreibung

2000
Der Kölner Polizist Matthias Brasch wird von seiner Freundin Leonie von einem Tag auf den anderen verlassen. Sie ist spurlos verschwunden und taucht erst Wochen später wieder in Braschs Leben auf - als Hauptzeugin in einem Mordfall. Immer enger gerät sie in den Kreis der Verdächtigen. Brasch sollden Fall abgeben, da er als vorbelastet gilt, aber eine innere Stimme sagt ihm, dass Leonie unschuldig ist. Wider aller Vorschriften spioniert er ihr nach und macht eine furchtbare Entdeckung - Leonie schwebt in Lebensgefahr.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 251 Seiten
  • Verlag: Goldmann (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442448166
  • ISBN-13: 978-3442448166
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 849.362 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Reinhard Rohn, am 7. April 1959 in Osnabrück geboren und als Verlagsleiter in Berlin tätig, legt mit "Die weiße Sängerin" sein sechstes Buch vor. Wie auch in seinen vorherigen Kriminalromanen, die ebenfalls bei Goldmann erschienen sind, dient ihm seine Heimatstadt Köln als Kulisse.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Wenn er abends auf der Landstraße nach Hause fuhr, dachte Brasch mitunter daran, die Musik im Radio hochzudrehen und die Scheinwerfer für ein paar Momente abzuschalten. Dann wären die Lichter um ihn herum Sterne, und er säße in einem Raumschiff, das von Musik angetrieben wurde, und raste durch die kalte, leere Nacht. Gab es einenPlaneten der Einsamkeit? Gab es einen Stern, der nur für Verlorene da war? Eine Gefangeneninsel mitten im All? Ein Polizist sollte andere Gedanken haben und wissen, dass niemand nachts ohne eingeschaltete Scheinwerfer durch die Gegend fahren durfte. Brasch fürchtete sich vor dem verlassenen Haus, das ihm seltsam halbiert vorkam, seit Leonie mit all ihren Möbeln und Kleidern ausgezogen war. Nichts hatte er seitdem im Haus getan, als den Fernseher angeschaltet oder Wasser gekocht, um sich einen Kaffee zu brühen, wenn er nicht schlafen konnte. Er wollte Leonie wiederhaben. Eine fürchterliche Sehnsucht wuchs in ihm und wurde größer, von Tag zu Tag. Wenn er die Tür aufschloss, spürte er zuerst ihren Geruch. Dieser milde, warme Geruch, der ihm immer gesagt hatte, dass sie in der Nähe war. Tagelang könnte er lüften oder irgendwelche Sprays versprühen; es würde Monate dauern, diesen Duft zu vertreiben. Gelegentlich fand er noch eine kleine, nebensächliche Spur von ihr, ein langes, schwarzes Haar, das irgendwo klebte, einen verlorenen Ohrring, einen Einkaufszettel, den sie geschrieben und dann vergessen hatte. Brasch trat ans Fenster und blickte über die dunklen Wiesen. Da hinten lag der Rhein, den Leonie so sehr liebte. Manchmal, in warmen Sommernächten, waren sie zusammen zum Ufer hinuntergegangen, hatten den Mond gesehen, der sein Licht wie Perlen auf dem Wasser ausschüttete. Aber das war nicht oft vorgekommen. Brasch stellte sich vor, was er alles tun konnte, um Leonie zurückzugewinnen. Er könnte ihr Blumen schicken, ihr lange Briefe schreiben. He, könnte er schreiben, komm zurück, ich habe mich geändert, ich bin ein anderer geworden, ich weiß jetzt, was Liebe ist ... Aber er wusste auch, dass er ihr nicht schreiben würde. Außerdem hatte er nicht die leiseste Ahnung, wo Leonie sich in dieser verdammten Stadt aufhielt. Sie hatte sich in Luft aufgelöst, hatte ihm nichts gesagt, kein Wort, warum sie überhaupt gegangen war. Im Fernsehen ließ er die Kanäle hin und her flimmern,während er sich in seinem Sessel zurücklegte und hastig eine Flasche Bier hinunterkippte. Menschen, die nur Schauspieler waren, liefen hektisch auf und ab, warfen sich Worte vor oder ballerten mit Pistolen herum. Ohne eine gewisse Dosis Bier würde er nicht schlafen können. Die hatte er sich selbst als tägliche Arznei verordnet. Langsam fielen ihm die Augen zu. Dann, als er schon einem unschönen, einsamen Traum entgegenglitt, meinte er noch einen Schlüssel im Schloss zu hören und vertraute Schritte in der Diele, die sich behutsam näherten. Aber das hatte er schon oft gedacht, und es bedeutete nichts. Das Telefon schreckte ihn Minuten später auf. Es war eine halbe Stunde nach Mitternacht. Für einen kurzen, hoffnungsfrohen Moment glaubte Brasch, dass Leonie am Apparat war. »Habe ich dich geweckt?«, fragte Mehler, sein Assistent. »Ist schon in Ordnung.« Braschs Stimme klang müde und bitter. »Leider kein Anruf, um dich in den Schlaf zu singen. Vor zwanzig Minuten haben zwei Spaziergänger eine Leiche gefunden.« »Wo?« Mehler zögerte. Einen Moment war nur ein lautes, leeres Rauschen in der Leitung, als läge da irgendwo ein Ozean zwischen ihnen, dann senkte sich Mehlers Stimme zu einem verlegenen Flüstern. »Es hat nichts zu bedeuten«, sagte er. »In Ehrenfeld an der Gesamtschule.« Eine schreckliche Hitze erfasste Brasch, die von seinem kranken, brennenden Herz ausging. »Wer ist der Tote?«

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Kundenrezensionen

3.0 von 5 Sternen
3.0 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ödnis allerorten 10. Oktober 2004
Format:Taschenbuch
Bis vor sechs Wochen war sie noch die Freundin von Kriminalkommissar Brasch. Jetzt ist Leonie fort und Brasch über Nacht zum Grübler mutiert, dessen Gedanken Tag und Nacht ausschließlich um die Verschwundene kreisen. Als das Telefon klingelt, meint er, sie wäre es, aber es sind dann doch nur die Kollegen. Eine Frau ist ermordet worden, vor der Schule, in der Leonie arbeitet. Brasch stößt schnell auf eine heiße Spur - Leonie wohnt bei der Mutter der Toten! Ach ja, der Mord. War wohl der Ex-Freund der Toten, ebenfalls Lehrer an der Gesamtschule. Achim Stocker ist mit einer Frau verheiratet, nach der sich vor Jahrzehnten sämtliche Männer Kölns verzehrt hatten, aber nun ist Katharina Stocker ein tablettenabhängiges vertrocknetes Wrack, und Stocker sucht sich hübschere Häschen - darunter die Ermordete und, allem Anschein nach, auch Leonie!
Tagsüber zerreibt Brasch sich in seinen Bemühungen, Stocker zu überführen sowie Leonies neue Adresse herauszufinden, und nachts denkt er an Leonie, und an Leonie, und nochmal an Leonie. Wenn er nicht an Leonie *denkt*, *sieht* er sie auf seiner Terrasse, ach nein, es ist doch nur wieder die so schöne wie seltsame Reporterin Ina, die ihn mit Informationen bedenkt. Hat Ina Hintergedanken? Was würde Leonie wohl dazu sagen?
Dann wird der Direktor der Gesamtschule tot aufgefunden. Warum wollte Stocker - Leonies Liebhaber?!? - Georg Grupe aus dem Weg räumen? Auch Grupe gehörte seinerzeit zu Katharinas Verehrern, immerhin war sie Reiterin, da bleibt sowas nicht aus. Leonie ist nie geritten, aber sie malt gern, und Brasch ergeht sich in langer Reminiszenz von Leonies kreativen Beschäftigungen... wird er sie je wieder so sehen?
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannend - aber etwas zäh ... 26. Januar 2013
Von Angi TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Nicht jeder Krimi kann den Nagel auf den Kopf treffen.

Ich mag Krimis, in denen die Kommissare und seine Mitstreiter auch ein Privatleben haben. Aber dieser Rohn-Krimi war für mich nicht so der Hit. Kommissar Brasch und seine Mannschaft kenne ich aus anderen Krimis, die temporeich aber nicht ganz so schwülstig daherkommen. Zwar schnuppert man wieder ein wenig Köln-Ambiente, die Story ist auch ganz spannend - aber zu oft verliert sich der Kommissar in übertriebenen Herz-Schmerz-Wehleids-Passagen, die ziemlich aufgesetzt wirken. Schade, trotzdem werde ich auch künftig gerne Rohn-Krimis lesen. Nur dieser war nun mal gerade nicht so nach meinem Geschmack.
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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Plötzlich ist alles sinnlos, die Freundin ist von einem auf den andern Tag verschwunden. Der Kölner Polizist versteht die Welt nicht mehr, bis er sie in einem Mordfall als Zeugin wieder trifft. Er lehnt sich gegen alle Vorschriften auf und macht eine furchtbare Entdeckung. Reinhard Rhon versteht es, die Spannung ins Unermessliche zu steigern. Besonders interessant ist es auch, da eine deutsche Stadt den Schauplatz dieses fesselnden Krimis stellt. Als Leser fiebert man bis zur letzten Sekunde mit.
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