Leda erlebt mit Joel die Anfänge der Liebe, d. h. die beiden haben zusammen ihre erste Liebesbeziehung. Sie gehen zusammen durch alle Höhen und Tiefen der Gefühle, von denen wohl die schwierigste Situation die ungewollte Schwangerschaft und die damit verbundene Verantwortung für die weitere Handlungsweise ist.
Die Probleme in einer solchen jungen Beziehung bzw. zwischen so jungen Menschen sind in dem Buch sehr treffend und realistisch dargestellt, was umso verwunderlicher ist, als man sich auch als weibliche Leserin (die sicher die Zielgruppe ausmachen, was auch die sehr hübsche Cover-Gestaltung erkennen lässt) in den Gedanken, Gefühlen und Zweifeln, die alle aus Joels Sicht geschildert werden, sehr gut wieder erkennt.
Die Punkte Sexualität und Verhütung werden sehr unverkrampft und selbstverständlich behandelt. Die Sprache ist gefällig und authentisch, das Ganze ist sehr flüssig zu lesen.
Einerseits finde ich an dieser Geschichte sehr gut, dass hier das Thema Abtreibung recht neutral betrachtet wird, wohingegen es sonst viel zu oft mit ideologischer, warnender, verurteilender und weinerlicher Tendenz behandelt wird. Doch hier beginnt der Balanceakt - denn fast wird mir die ganze Sache etwas zu einfach und unproblematisch dargestellt. Der Termin wird mit Leichtigkeit gefunden, die Untersuchung und Argu-mentation beim Arzt werden nicht, Schmerz und Zweifel nur kurz am Rande erwähnt. Joel und Leda reagieren etwas sehr cool angesichts der Lage und suchen vielmehr nur noch Ablenkung. Was sich eventuell doch tief in ihrem Inneren abspielt, wird nicht gesagt. Was allerdings doch realistisch folgt, sind Entfremdung und schließlich Trennung der beiden.
Den metaphorischen Versuch, dass Wesen und Einstellungen Ledas in der Theateraufführung gegen Ende des Buches Ausdruck finden, finde ich eher aufgesetzt, der Schluss gefällt mir dagegen sehr gut, als Joel vorgibt, den Film „Endless Love" bereits gesehen zu haben, das Ganze aber selbstironisch-abgeklärt auf seine eigenen Erlebnisse bezieht.