Ich bin kein Fan des Begriffs "Lebensweisheiten", aber viele Lehren aus den Erzählungen des an Bauchspeicheldrüsenkrebs sterbenden Professors Randy Pausch könnte man wohl als solche bezeichnen. Das Buch besteht aus mehreren Überkapiteln sowie zahlreichen Kleinepisoden - man muss das Buch also nicht am Stück lesen. In einem Interview hat Pausch gesagt er hat das Buch eigentlich nur für seine drei Kinder geschrieben, die er zurücklassen muss. Immer mal wieder geht es in seiner geschriebenen Ausgabe der "Last Lecture" dewegen sehr im Detail um seine Familie und um seine persönlichen Beziehungserfahrungen. Wer eine Ansammlung von Lebenstipps erwartet ist nicht unbedingt richtig. Pausch reflektiert über sein eigenes Leben und entwickelt daraus Weisheiten und Prinzipien. Mein Lieblingsausspruch von ihm, der sich auch wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht, ist: "Brick walls are there for a reason: they let us prove how badly we want things". Sinngemäß: Mauern (vor denen wir in unserem Leben von Zeit zu Zeit stehen) gibt es aus gutem Grund: Sie lassen uns beweisen wie sehr wir etwas (auf der anderen Seite) wollen. Auch geht er, immer im Rückblick auf seine eigene Vergangenheit, darauf ein, dass man nur Erfahrungen sammelt und lernt, wenn man das was man wollte, nicht bekommen hat. Wer seine "Last Lecture" (im Internet vielfach anschaubar) gesehen hat, ist sich der unglaublich positiven und energetischen Art des Professors Bewusst. Insgesamt ein wirklich tolles Buch das mich persönlich auf jeden Fall bereichert hat. Es ist keine Belehrung, sondern vielmehr eine toll-traurige Autobiographie eines intellektuellen, der während des Buches auch immer wieder auf seine eigenen Charakterschwächen eingeht. An manchen Stellen hat man zwar das Gefühl, Pausch will sich bewusst in ein rechtes Licht rücken - aber sind wir mal ehrlich, wer würde das nicht. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, es ist wirklich nicht schwer geschrieben und einfach zu verstehen. Die Übersetzung ins Deutsche soll (laut Amazon Rezension) eine Katastrophe sein, also lieber gleich das Original lesen.