Über den Film selbst braucht man, glaube ich, nicht viel zu sagen. Alleine die zahlreichen Peise beweisen, dass "Lebewohl, meine Konkubine" wohl zu den bedeutendsten Filmen der letzten 20 Jahre zählt - international!
Seit langem wartete ich nun auf eine deutsche Neuveröffentlichung des Filmes und war hocherfreut, als nun endlich die deutsche DVD erschien. Leider erfüllt diese aber nicht die Erwartungen, die ich in sie steckte.
Positiv zu erwähnen ist das informative Making Of, das ca. 1994 entstanden ist. Hier sind Interviews mit Chen Kaige, Gong Li und dem mittlerweile verstorbenen Leslie Cheung, Filmmaterial vom Dreh und von den Festivals eingeflossen. Das ganze ist zwar recht diletantisch ins Deutsche übertragen (die Sprecher kennen leider die chinesische Aussprache überhaupt nicht), aber dafür kann man der DVD keine Schuld geben.
Das Bild ist verrauscht und nicht besonders scharf. Ich erwarte ja bei einem Film, der in Deutschland wohl eher unter "Genrefilme" oder "Asiatisches Kunstkino" läuft, keine Digitalbearbeitung mit restauriertem Bild und Abmischung in 5.0-Ton, aber ein bisschen Mühe hätte man sich hier ruhig machen können. V.a. da in China eine deutlich rauschfreiere und bildschärfere Fassung auf Silberling erhältlich ist.
Absolut indiskutabel jedoch ist, dass man es für unnötig erachtete, eine Untertitelspur auf die Scheibe zu pressen. Das sollte eigentlich Standard sein und bei der chinesischen Originaltonspur eigentlich auch unerlässlich, aber da teilte der Vertreiber Telepool offensichtlich nicht meine Meinung. Schade!
So bekommt man für sein Geld einen Film in eher schlechter Filmqualität, den man sich entweder in der deutschen Originalfassung ansieht oder dazu benutzt, sein Mandarin aufzufrischen. Ich finde die deutsche Veröffentlichung daher, vor allem mit Blick auf die asiatischen und die französische DVD-Veröffentlichung unverschämt. Auch in Zukunft werde ich wohl die Scheibe aus meinem China-Urlaub in den Player packen, da gibt's immerhin englische Untertitel.