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Das Drehbuch von Tony Gilroy -- nach einem Artikel von William Prochnau und dem Buch Long Road to Freedom des ehemaligen Entführungsopfers Thomas Hargrove -- bietet wenig Platz für Feingefühl. Ein Anflug von Romanze zwischen Crowe und Ryan trägt zur Spannung bei, während die Geschichte immer wieder zu Morses Gefangenschaft wechselt, droht aber auch, Alice eine Aura der Gefühlslosigkeit zu verleihen. Regisseur Taylor Hackford meidet diese Falle und baut die Handlung wie ein modernes Casablanca auf, das sich vor einem prachtvolleren Hintergrund entfaltet, während es als Höhepunkt der Tragödie eine spannende Rettungsmission einer zeitlich gesehen unschicklichen Affäre vorzieht.
Womöglich wäre der Film als unkomplizierter Actionstreifen besser rübergekommen. Aber Lebenszeichen vermittelt wirkungsvoll die Qual, die beide Seiten bei einer Entführungskrise durchleben, während Morse -- als Figur, der man die Daumen drückt -- alles zusammenhält. --Jeff Shannon
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State: Exzellente vielschichtige Darstellung politischer Situationen und dem - daraus resultierend - kaum abwendbaren Schicksal von "fallen gelassenen" Entführungsopfern und deren Qualen. Korruption, Betrug, Rivalität innerhalb konkurrierender Rebellenorganisationen, sich ändernde Firmenpolitik - all das wird sehr glaubhaft rübergebracht.
Doch auch und gerade wegen der Darstellung der Ehefrau, die - von Allen verlassen - ihren einzigen Halt in der Person des Versicherungsagenten findet und dieses Gefühl erst in Zuneigung, dann in Liebe umdeutet - mit ihm schläft - und, obwohl sie damit ihren Mann betrügt, diesen auch weiterhin liebt, sein Schicksal nie aus den Augen verliert und alles daran setzt ihn freizubekommen, ist der Film wirklich sehenswert.
Selbst die Schlusssequenz, bei der das Söldnerteam die Befreiung startet hebt sich wirklich wohltuend von irgendwelchen Kampftruppwirschaffenallesblödsinn ab. Man kann sich tatsächlich vorstellen, dass es auch in der Realität so oder ähnlich laufen würde.
Die Spannung des Films gründet also eher auf der Darstellung persönlicher und politischer Beziehungen, weniger auf Action. Insofern wurde dieses weitgehend unbekannte Problem, das eigentlich bis auf Westeuropa und Nordamerika überall brennt, wirklich gut und vielschichtig beleuchtet.
Schauspieler: Meg Ryan hätte für ihre exzellente Darstellung (s.o.) wirklich einen Oscar verdient. Doch auch Russell Crowe, dessen Protagonist es emotional sicher auch nicht einfach hat, stellt die Zerrissenheit zwischen Pflicht und Liebe wirklich überzeugend dar.
David Morse schließlich, sonst ja eher auf die harten coolen Kerls (Bait - Fette Beute, The Long Kiss Goodnight, The Rock - alle drei Filme sollte man gesehen haben) der "zweiten Reihe" abonniert, stellt hier wieder sein vielfältiges schauspielerisches Können unter Beweis.
Auch alle Nebenrollen sind - teils mit bekannten Gesichtern - gut besetzt. Erwähnt sei hier nur Gottfried John, der einen abgedrehten Langzeitentführten perfekt darstellt.
Die DVD selbst ist wirklich zu loben:
Das Bild ist gestochen scharf und kann nur als Top bezeichnet werden.
Der Ton liegt sowohl in Deutsch als auch in Englisch in 5.1 vor und weist keine Schwächen auf.
An Extras werden uns neben einem Audiokommentar des Regisseurs, eine Doku zum Verlauf einer tatsächlichen Entführung (Englisch ohne UT), Infos zu Meg Ryan, David Caruso, David Morse, Russell Crowe und Taylor Hackford (unterteilt in deutschsprachige Texttafeln zu Biografie und Filmografie, sowie gefilmte Interviews in EoU.), ein Making Off, Produktionsnotizen (Texttafeln), 2 Trailer und 3 Teaser zum Film, geboten.
Soviel Mühe sollte man sich bei DVD Umsetzungen immer machen.
Fazit:
Nach "Im Auftrag des Teufels" ist Taylor Hackford (Regie) wieder ein wirklich intelligenter und spannender Film gelungen, den man zumindest kennen sollte.
M. E. wird jeder - soweit er nicht nur auf Action steht - nach Genuss des Streifens darüber, entweder in politischer Hinsicht oder wegen der schwierigen Dreiecksbeziehung (oder beides) diskutieren wollen. Schaut ihn euch also ruhig in geselliger Runde an.
Action Puristen werden allerdings nur drei entsprechende Sequenzen geboten. Ihnen kann ich den Film nicht mit gutem Gewissen empfehlen.
Mich persönlich würde eine Fortsetzung des Films in Hinblick auf das weitere Leben des Ehepaars wirklich interessieren - obwohl ich mir normalerweise keine Dramen ansehe.
Und ich muss sagen, obwohl ein so "Meg Ryan untypischer"- Film, so hat er mich trotzdem begeistert. Er ist durchweg spannend und hat auch, trotz der ein oder anderen Vorhersehbarkeit, die ein oder andere überraschende Wendung parat.
Die Bild und Tonqualität brauch sich ebendfalls nicht zu verstecken, genau wie das, bei dem Preis eigentlich erstaunlich umfangreiche, Bonusmaterial.
Einziger Kritikpunkt ist die "typische Russel Crowe"- Szene am Ende (mehr will ich dazu nicht verraten...), die ist zwar sehr gut gespielt und auch extrem spannend, aber wirkt doch etwas seeehr nach Hollywood... Egal, beim schauen fällt es nicht auf, dafür hat man gar keine Zeit sich Gedanken zu machen,
ich kann bei dem Preis nur eins raten: Zuschlagen!!!
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