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Der Lebensweg des Wiener Staatsoperndirektors. Von Temesvar nach Wien
 
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Der Lebensweg des Wiener Staatsoperndirektors. Von Temesvar nach Wien [Gebundene Ausgabe]

Ioan Holender , Marie-Theres Arnbom

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Zunächst Sänger, dann Mitarbeiter und später Besitzer einer Künstleragentur, schließlich Direktor der Wiener Staatsoper -- allein diese Laufbahn ist schon recht wechselhaft und bemerkenswert. Dass der 1935 im rumänischen Temesvar geborene Ioan Holender jedoch zunächst als Beschäftigter der Verkehrsbetriebe mit einer Werkstatt-Tram durch die Straßen seiner Heimatstadt fuhr und Oberleitungen reparierte, gehört zu den besonderen Kuriositäten dieser Biografie. Wäre der Zweite Weltkrieg nicht gewesen, so hätte er sich manchen Umweg vielleicht sparen können, denn er entstammte einer bürgerlichen Fabrikbesitzer-Familie; diese wurde jedoch nach 1945 enteignet, und der junge Holender bewegte sich zunächst im Spannungsfeld zwischen familiärem Unglück, Bekenntnis zu den neuen kommunistischen Ideen und gleichzeitig Rebellion gegen das neue System, das so vieles schuldig blieb.

Diese ganz andere Lebenswirklichkeit der Jugendjahre nimmt einen breiten Raum in den Memoiren Ioan Holenders ein, und so mancher Leser, der sich auf Wiener-Opern-Skandalgeschichten gefreut hat, muss ein gewisses Maß an Geduld aufbringen. Allerdings lernt man anhand dieser Ausführungen einen Bereich europäischer Geschichte kennen, der so sicher nicht unbedingt allgemeines Bildungsgut ist -- es lohnt sich, diesen Teil des Buches nicht zu überspringen.

Zumal die ersehnten Staatsopernstories noch früh und ausführlich genug kommen. Die Tatsache, dass Holender am voraussichtlichen Ende seiner Dienstzeit 16 Jahre lang Direktor der Wiener Oper gewesen sein wird, spricht für sich: So lange hat es vor ihm keiner auf diesem berüchtigten Schleudersitz ausgehalten, und auch er hat es nicht leicht gehabt. Die Dezenz seiner meist sehr milde, aber mit großer Offenheit formulierten Kritik an seinen Widersachern deutet vielleicht auf Holenders Erfolgsrezept für die Bewältigung der schwierigen Aufgabe hin: Er vermittelt dem Leser das Bild eines integren, aufrechten und ehrlichen Zeitgenossen, der einerseits lernfähig ist, andererseits jedoch über einen reichen Erfahrungsschatz und vor allem über feste Prinzipien verfügt. Selbstverständlich gibt sein Buch seine Sicht der Dinge wieder, aber statt schmutzige Wäsche zu waschen -- von der es ohne Zweifel genug gäbe --, steht für Holender die Orientierung an der Sache und ihrem Gelingen im Vordergrund. Am Ende hat der Leser den Eindruck, einem sympathischen Menschen begegnet zu sein. --Michael Wersin

Kurzbeschreibung

Der Wiener Staatsoperndirektor Ioan Holender schildert in seinen Lebenserinnerungen seine Kindheit im faschistischen Rumänien, seine Jugend unter den Kommunisten, geprägt von Restriktionen, aber auch von einem Elterhaus, das ihm das Gefühl der Geborgenheit vermitteln konnte. Auf Grund seiner bürgerlichen Herkunft kann er nicht sofort nach der Matura studieren, sondern muss den Umweg über eine Anstellung bei den städtischen Elektrizitätswerken, wo er das Straßenbahnfahrerpatent erwirbt, machen. 1956 wird er aus politischen Gründen im 6. Semester aus allen Hochschulen des Landes exmatrikuliert und verdient sich bis zu seiner Emigration 1959 seinen Lebensunterhalt als Tennistrainer. Die ersten Jahre in Österreich ist Ioan Holender als Statist, Regieassistent, Regisseur und Opernsänger tätig. Die Krönung ist eine Einladung zu einem Gastspiel an der Temesvarer Oper. 1966 wechselt er die Seite und wird erfolgreicher Opernagent. Viele der ganz großen Sänger haben in seiner Agentur begonnen und sind gemeinsam mit Holender berühmt geworden - Domingo, Cotrubas, Baltsa, Ricciarelli, Gruberova, Nucci, Bruson und viele andere. Vor 10 Jahren, 1991, wird er gemeinsam mit Eberhard Waechter Direktor der Wiener Staatsoper und Volksoper.

Über den Autor

Marie-Theres Arnbom, Dr. phil., Historikerin, Autorin und Kuratorin. Sie ist Gründerin und Intendantin des Kindermusikfestivals St. Gilgen und Kuratorin zahlreicher Ausstellungen.
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