... Das ist Lebenslust, Glück und Gesundheit." S. 62f
"Lebensfreude" solle er das Buch nennen, so hatten ihm viele geraten. Manfred Lütz findet jedoch, dass geistige Freude nicht ausreicht. Er liebt die sinnliche Lust und hat an dem Titel LEBENSLUST festgehalten.
Bemerkenswert die Gestaltung: am oberen Rand befindet sich jeweils ein Schwarz-Weiß-Bild, welches über die gesamte Doppelseite geht. Es sind Aufnahmen aus der Natur: vor allem Gewässer, Wellen, Bäume, Berge, hin und wieder sind auch Menschen darauf zu sehen.
Die Schrift ist lesefreundlich, nicht so klein gedruckt wie sonst üblich. In hellgrauer Farbe, größer als der Text, findet der Leser wesentliche Aussagen: Der Lust am Leben trauen, Gott ist die Liebe, und ähnliches.
Womit wir bei der Tatsache sind, dass es sich um ein christlich geprägtes Buch handelt. Christlich geprägt insofern, als dass der Autor zum Beispiel die Beziehung zwischen dem Christentum und der Lust erläutert. Die Religion habe keine Berührungsängste mit der Erotik.
Der Text ist durchsetzt mit Zitaten von alten und neueren Philosophen, Heiligen und anderen Personen: Platon, Friedrich Nietzsche, Ernst Bloch, Gabriel Marcel und andere bedeutende Menschen kommen zu Wort oder werden erwähnt.
Die Kunst spielt eine Rolle: der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald, der auch
im neuen Buch von Lukas Hartmann vorkommt. Was dort nicht erwähnt wird (oder habe ich es überlesen?) ist die Tatsache, dass der Altar einst in einem Antoniterkrankenhaus hing. Im Krankensaal an der Stirnwand. Und alle Krankenbetten waren auf dieses Bild ausgerichtet, so schreibt es Manfred Lütz auf Seite 44. Heil und Heilung dicht beieinander.
Die Wirklichkeit wird hinterfragt. Manchmal findet Manfred Lütz recht deutlich Worte: Bloß ausgedachter Sinn ist kein Sinn, sondern Unsinn (S. 48). Die Esoterikwelle findet ganz offensichtlich nicht seine Zustimmung.
Ein aufbauendes, christlich geprägtes Buch mit vielen schönen Gedanken.
Empfehlenswert!