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Pressenotiz zu : Die Tageszeitung, 08.09.2000
Nils Röller stellt dem Leser in seiner Rezension zunächst Gotthard Günther und seine Thesen vor, bevor er auf die CD selbst zu sprechen kommt obwohl er einräumt, dass die Aufnahme selbst durchaus einen guten Einstieg in die Denkwelt Günthers ermöglicht. So erfahre man beispielsweise, wie Günther "Science-Fiction-Literatur, Standortfragen und Hegels Logik zusammendenken konnte". Röller erläutert, dass Günther bereits früher schon die Ansicht geäußert hat, dass bei Hegel und Kant "Fragen der Kybernetik (...) bereits vorgedacht" sind, dass man in Deutschland diesen Vorsprung bzw. "Standortvorteil" lange nicht erkannt habe etwas, was sich nach Röller nun bestätigt, wenn es gilt, den Vorsprung der Amerikaner hinsichtlich der Informationswirtschaft aufzuholen. Wenig glücklich ist Röller mit der Qualität einiger Aufnahmen, die seinerzeit mit einem einfachen Kassettenrekorder gemacht wurden und auf denen allerlei Nebengeräusche zu hören sind. Abschließend äußert der Rezensent die Hoffnung auf noch weitere Entdeckungen in Günthers Hinterlassenschaften, zumal er die Bedeutung von so mancher These Günthers für die Gegenwart und Zukunft deutlich herausstreicht.
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Kurzbeschreibung
Transzendentalphilosophische Grundlagen der Kybernetik (1965) 35:41 Heinz von Foerster: Begegnung mit Gotthard Günther (1989) 4:47 Ontologische Überlegungen zu einer Theorie der Subjektivität und des Dialogs (1984) 18:21 Todeslinien (1984) 18:17 Der aus Schlesien stammende Philosoph Gotthard Günther (1900-1984) gilt als Begründer einer transklassischen, mehrwertigen Logik mit ihrer Anwendung auf die Computertheorie und die Probleme der technischen Reproduzierbarkeit von Bewußtseinsfunktionen. Seine generalisierte Stellenwerttheorie hat zu einer Neubestimmung der Beziehung von Logik, Ontologie und Zeit geführt. In den hier vorliegenden Originaltondokumenten erweist sich Günther als großer Gelehrter und inspirierender Lehrer. Zu hören ist er im öffentlichen Vortrag wie auch in Privataufnahmen, entstanden kurz vor seinem Tod, in denen er sich seinem letzten großen Thema 'Zahl und Begriff' widmet, das er mit einer Metaphysik des Todes zu verknüpfen sucht.